Tusche & Papier - Anastasia Ax gewinnt Faber-Castell Preis für Zeichnung 2015
Die in Athen und Stockholm lebende und arbeitende Künstlerin Anastasia Ax ist die diesjährige Preisträgerin des Internationalen Faber-Castell Preises für Zeichnung.

Kunstpreis für Zeichnung an Anastasia Ax

Der mit 15.000 Euro dotierte Kunstpreis wurde gestern Abend feierlich im Neuen Museum in Nürnberg verliehen. Insgesamt waren 5 internationale Künstler für Faber-Castell Preises für Zeichnung nominiert. Die Werke der Preisträgerin Anastasia Ax und der vier weiteren Nominierten sind noch bis zum 11. Oktober 2015 in einer gemeinsamen Ausstellung im Neuen Museum in Nürnberg zu sehen.

Anastasia Ax Faber Castell Preis
Anastasia Ax, PAN THEON, Moderna Museet, 2012, Foto: Henrik Montgomery

Anastasia Ax sprengt alle klassischen Vorstellungen von einer Zeichnung. Zwar klingen Tinte und Papier noch nach normalen Zeichenurtensilien. Was und wie die Künstlerin damit aber arbeitet, erfordert beim Betrachter ein gewisses Umdenken. Prof. Dr. Daniel Birnbaum, Direktor Moderna Museet in Stockholm, empfahl Anastasia Ax für den Faber-Castell Preis und erklärte ihre Arbeit wie folgt:

"Anastasia Ax verwandelt ihren eigenen Körper in einen lärmenden Verbrennungsmotor, der schwarze Flüssigkeiten in ein weißes Environment ausspuckt und so eine Unterscheidung zwischen Organismus und Apparat unmöglich macht. Tinte und Papier sind die Komponenten in dieser sich ausbreitenden Kalligraphie einer Körpermaschine. Tinte und Papier? Kaum vorstellbar, dass sie die maßgeblichen Ingredenzien dieser explosiven neuen Machart eines viszeralen Ausdrucks im Raum sind. Es ist an der Zeit, dies neu zu denken."

Anastasia Ax Faber Castell Preis
Anastasia Ax, "The world as of yesterday", 2014 Foto: Künstlerin

Begründung der Jury

"Der diesjährige Preis geht an die Künstlerin Anastasia Ax für ihren ebenso überraschenden wie prägnanten Umgang mit den traditionellen Zeichenmaterialien Papier und Tusche. Durch die ungewöhnliche Verwendung dieser Materialien schafft Ax beindruckende skulpturale, ja architektonische Werke, in denen sie sich körperlich anhand von Performance und einem wahren Feuerwerk an Energie einbringt. Gebinde von recyceltem Papier wurden temporär dem Wirtschaftskreislauf entnommen und dienen als Material für die Installation und Performance. Durch die derartige Verwendung von Papier erhebt die Künstlerin einen Abfallstoff vorübergehend zu einem Ausdrucksmedium. Anhand von vielschichtigen Anleihen, darunter Action Painting und Kalligrafie, eröffnet Ax mit ihrer künstlerischen Position zahlreiche Möglichkeiten für die künftige Entwicklung des Preises."

nominierte Künstler des Faber-Castell Preis für Zeichnung

Foto-oben: Anastasia Ax, PAN THEON, Moderna Museet, 2012, Foto: Henrik Montgomery

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