Yto Barrada - Miroslav Tichy und Ai Weiwei Verhaftung

Neuigkeiten gibt es im Fall der Verhaftung des chinesischen Künstlers Ai Weiwei. In Berlin beginnt heute die Ausstellung der Künstlerin Yto Barrada und am Dienstag verstarb der tschechische Fotograf Miroslav Tichy.

Kunst Wochenrückblick - Tichy gestorben - Ai Weiwei Petition

Yto Barrada Ausstellung - Deutsche Guggenheim präsentiert Künstlerin des Jahres
Die Deutsche Guggenheim Vertretung in Berlin präsentiert Arbeiten der marokkanischen Künstlerin marokkanischen Barrada. Mit ihren Werken schafft Barrada eine Art Porträt ihrer Heimatstadt Tanger. Gezeigt werden Fotografien, Filme und Installationen. bis zum 19.06.2011
Yto Barrada Ausstellung Berlin

Fotokünstler Miroslav Tichy gestorben
Er baute seine Kameras selber, versteckte diese unter seinem Mantel und fotografierte hauptsächlich die Frauen seiner Heimatstadt. Seine Arbeit wurde fast zu einer Obsession. Bis zu mehreren Hundert Aufnahmen am Tag konnten es sein, die Miroslav Tichy anfertigte. Die mit einer ganz eigenen Art von Mystik ausgestatteten Fotografien fanden den Weg in den Kunstmarkt erst relativ spät. Mittlerweile sind Werke Miroslav Tichy gefragte Sammlerobjekte.
Am Dienstag verstarb der tschechische Fotograf Miroslav Tichy im Alter von 84 Jahren.

Ai Weiwei Verhaftung und Vorwürfe
Während immer noch jede Spur vom Künstler Ai Weiwei fehlt, lässt sich zurzeit kaum ein Politiker oder Kulturfunktionär nehmen, ob gefragt oder ungefragt, seinen Protest gegen die Verhaftung zu äußern. Während immer noch jede Spur vom Künstler Ai Weiwei fehlt, lässt sich zurzeit kaum ein Politiker oder Kulturfunktionär nehmen, ob gefragt oder ungefragt, seinen Protest gegen die Verhaftung zu äußern.
Alexander Ochs, Galerist in Berlin und Peking hat entsprechende China Erfahrung und äußerte sich gegenüber der Taz wie folgt:
"Ganz falsch", meint Alexander Ochs, Galerist in Berlin und Peking mit langjähriger China-Erfahrung, "auf politischen Druck reagieren die nur mit Gegendruck." Man müsse realisieren, dass im chinesischen Verständnis auch ein Staat "sein Gesicht verlieren" kann. Jede kritische Initiative sei gut und wichtig, aber eher als Beweis hiesiger Entrüstung.

und weiter:
Außerdem, so Alexander Ochs, sollten die drei deutschen, an der großen Pekinger Ausstellung "Kunst der Aufklärung" beteiligten Museumsdirektoren endlich klar Stellung beziehen, ihre Absprachen transparent machen und aufklären, was Druck und was vorauseilende Selbstzensur ist. Und ihre zweifellos vorhandenen Gesprächsmöglichkeiten nutzen.
Quelle: Taz

Unterdessen wird langsam klar, was dem Künstler eigentlich vorgeworfen wird. Steuerdelikte, Bigamie und die Verbreitung von Pornografie im Internet werden dem chinesischen Künstler zu Last gelegt (Quelle: Guardian).
Ob Petitionen und Proteste erfolg haben werden, darf also angezweifelt werden. Wer dennoch seinen Protest kundtun möchte, kann sich z.B. an der Petition der Guggenheim Foundation beteiligen. An der Onlineaktion haben schon über 80.000 Menschen weltweit teilgenommen.

News vom: 2011-04-15