Meinungen

03.06.2004

Die Kunstwelt ein Industriebetrieb?

 Das kritisieren Kunstexperten, die das Magazin AD Architectural Digest zu einem Gespräch zur Lage der Gegenwartskunst eingeladen hat. Welch neue Erkenntnis!
Bernhart Schwenk, der den Sammlungsbereich Gegenwartskunst der Münchener Pinakothek der Moderne verantwortet, findet es zwar positiv das die Gegenwartskunst immer mehr im Rampenlicht steht, aber so Schwenk:
"Manchmal wird zu viel Presserummel erzeugt. Ich denke da an den Fall Immendorf. Wegen Koks, "Bild" und "Bunte" platzte die Berliner Galerie bei der Eröffnung aus allen Nähten. Dass die alten Bilder richtig gut waren, haben die wenigsten bemerkt."

Gérard Goodrow, Direktor der Kunstmesse Art Cologne, sieht es da schon etwas gelassener und stellt schon mal Vergleiche mit den Alten Meistern an:
"Es gab immer Spektakel in der Kunst. Die tote Maria von Caravaggio war ein beabsichtigter Skandal. Er hat eine verstorbene Nutte genommen und sie so realistisch gemalt, als sei Maria wirklich gestorben und nicht in den Himmel aufgefahren. Inzwischen nehmen wir diese skandalöse Seite der Kunst nicht mehr wahr, sondern nur das Schöne."

Es wird immer zwei Seiten geben. PR ist halt ein Instrument um Interesse zu wecken. Auch im Kunstbetrieb!

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