Ausstellung Museum Art Center Berlin Friedrichstrasse
Heidi Rufeh wurde in Berlin geboren und verbrachte dort auch ihre Jugend. Als in den 1960er Jahren die Berliner Mauer errichtet wurde reiste sie in die USA und studierte an der „Harvard University“ in Cambridge, Mass., am „Massachusetts College Of Art“, im „Art Institute Of Boston“ und der „De Cordova Museum School“. In dieser Zeit lernte sie auch ihren späteren Ehemann aus dem Iran kennen und entschloss sich in den USA zu bleiben.
Heidi Rufehs abstrakte Ölbilder und Monodrucke die in verschiedenen Galerien in Massachusetts, New York City (N.Y.), Denver (Colorado) und in New Hampshire ausgestellt wurden befassten sich meist mit der Natur und menschlichen Beziehungen. In manchen arbeiteten gab sie auch eine graphische Interpretation von persischen Gedichten die ihr Mann mit Vorliebe sammelte.
1994 zogen Nach San Diego an die Westküste der USA. Die Sonne, das Meer und die kräftige ausdrucksvolle Farbenwelt Californiens beeinflusste alsbald ihre Arbeit. Sie malte mit Acryl um Spontanität schneller Raum zu geben, begann aber in der gleichen Zeit auch sich mit dem Medium Encaustic auseinander zu setzen – welches von Natur aus weitaus weniger spontan ist.
Encaustic ist eine alte Maltechnik, die von Ägyptern und Griechen ca. 2000 v. Chr. Entwickelt wurde. Der Name Encaustic kommt aus dem Griechischen und bedeutet, „etwas einbrennen oder verschmelzen“.
Heute benutzt man einen Heißfön für diesen Prozess. Eine Schicht geschmolzenes, gebleichtes und gereinigtes Bienenwachs wird auf einer porösen Fläche -wie Holz- aufgetragen und mit dem Fön eingebrannt. Danach folgt eine aus Bienen-wachs und Hartharz gemischte Schicht; auch diese wird eingebrannt. Die Farben bestehen aus Trockenpigmenten die mit dem Medium vermischt sind.
Die gewünschten Farben werden zuerst auf einer erhitzten Metallplatte geschmol-zen, dann mit dem Pinsel auf die präparierte Holzfläche aufgetragen und mit dem Heißfön eingebrannt.
Der Prozess ist kein einfacher, da ein Konzept innerhalb weniger Minuten durch den Heißföhn zerstört werden kann. Durch die verschiedenen Wachsschichten wird das Licht reflektiert und die Farben bekommen eine innere Leuchtkraft. Man kann mit diesem Medium sehr interessante Strukturen erschaffen. Geeignet ist es insbesondere für Collagen.
Das Medium selbst hat sich also schon seit über 4000 Jahren bewährt. Man kann noch heute die spätantiken Mumienporträts, die mit Wachs gemalt sind, bewundern.
Da das Bienenwachs mit Hartwachs vermischt wird, stellt man sicher dass erst bei hohen Temperaturen ein Schmelzvorgang eintritt.
Jasper Johns hat diesen Prozess des Malens Ende der 50iger Jahre wieder zum Leben erweckt. Die Methoden haben sich durch die technische Entwicklung im Laufe der Zeit erheblich verbessert. Im Kunstbereich erfährt die Encaustic-Technik zunehmendes Interesse.
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