A GOOD CAST IS WORTH REPEATING - Ausstellung Berlin

Ausstellung: vom 14.03.2008 - 19.04.2008
Ausstellung Berlin A GOOD CAST IS WORTH REPEATING
Galerie Jette Rudolph
10117 Berlin
Zimmerstraße 90/91
Fon: +49/(0)30-61 30 38 87
Stadtplan Hotel in der Nähe Mietwagen

„Das Spektakel ist nicht ein Ganzes von Bildern, sondern ein durch Bilder vermitteltes gesellschaftliches Verhältnis zwischen Personen... In seiner Totalität begriffen, ist das Spektakel zugleich das Ergebnis und die Zielsetzung der bestehenden Produktionsweisen...“#

(Guy Debord, Die Gesellschaft des Spektakels, Tiamat Berlin, 1996)#

Die Gegenwart ist paradox und Geschichte wird mit Wiederholungsmustern geschrieben. Zerstörung und Neuerschaffung, das sich Aneignen, in Besitz nehmen und das Verwerfen des Alten liegen eng nebeneinander. Das Neue kommt aus dem dichten Dunst des Alten und ist doch immer auch Spiegel seiner eigenen Geschichte. Dazu gesellen sich die Anforderungen an den Einzelnen im sozialen Kontext in Form von Nachrichtenflut, Erkenntniswahnsinn und Flexibilität. Biegsam sein bis zum Erbrechen! - Wer da nicht mithalten kann, bleibt auf der Strecke- oder revoltiert.
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Das Leipziger Künstlerduo Greif & Hennig (geb. 1976 und 1978) entwirft einen Plan für Barrikadenbauer, für die Strolche, die am und im Staat gescheitert sind und transformiert diesen in eine mehrteilige raumgreifende wie doppeldeutige Installation. Während die Barrikaden sich als Prints auf Millimeterpapier darstellen, die modellhaft am Computer aus den im urbanen Raum freiverfügbaren Materialien wie Einkaufswagen, Polizeiabsperrungen und Europaletten konstruiert wurden, präsentiert eine über den Monitor rezipierbare Netzarbeit das Nachrichtenarchiv verschiedenster Unruhen aktueller und historischer politischer Aktionen.
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Leitfaden der Ausstellungskonzeption in Anlehnung an die Werkstrategien der Appropriation Art ist eine alte Arbeit des Künstlerduos, nämlich ihre Aktionskette zum Thema „Theorie und Praxis“, worin Tischpulte zu Demonstrationsschildern umfunktioniert wurden, um selbstreflexiv das Ideal und Scheitern vom Künstlerbild zwischen Idee und Verwirklichung aufzuführen. Da einst formulierte Absichten nicht immer funktionieren, verstanden oder sogar vergessen werden, haken Greif & Hennig erneut nach und bauen den Tisch der Schildervorlage zurück und sagen: Alles noch mal auf Anfang! Denn im Scheitern liegt nicht nur die Möglichkeit der Wiederholung und Überarbeitung, sondern auch die Erkenntnis.
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Der Ausstellungstitel „A Good Cast is Worth Repeating“ rührt als gängiges Zitat filmischer Abspänne, sowohl am Prinzip der Wiederholung als Arbeitsbeschaffungsmaßnahme, als auch am Medienkonzernriesen UNIVERSAL als Beispiel der kapitalistischen Monopolisierung von Märkten kreativer Produkte. In diesem System kann der Künstler sich als universelles Konstrukt einbringen (vgl. den Totalkünstler Timm Ullrichs). So ist auch der Hauptausstellungsraum der Galerie von einem großen Leuchtschrift-Logo des Musikkonzerns vereinnahmt worden, dessen Schauseite nun anstatt der amerikanischen die europäische Kontur zeigt. Dieses Umdrehen bzw. Vertauschen der gewohnten topografischen Bezugspunkte dient bei Greif & Hennig nicht der Dekonstruktion des amerikanischen Way of Life oder seines Sendebewusstseins. Vielmehr fordern sie uns auf, über die räumliche und zeitliche Unveränderlichkeit vermeintlich universeller Ansprüche und die Generalisierung von Aussagen und kulturellen Werten nachzudenken. Die zwiegespaltene Haltung zur Rolle und Funktion Amerikas zeigt sich dennoch – in Form eines fest auf den Untergrund fixierten Sternenbanners. Es nützt kein Ziehen und Zerren, ihr Anspruch ist universell in Theorie und Praxis.
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english version
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„The spectacle is not a whole of images, rather than a social relation between persons mediated through images… To be recognized by its totality, the spectacle is at the same time the result and the ambition of the existing method of production…”
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(free translation: Guy Debord, Gesellschaft des Spektakels, Tiamat Berlin, 1996)
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The present is a paradox and history is written by models of repetitions. Destruction and recreation, appropriation and occupation or the abolishing of the past, all of these lay at close quarters.. The new grows out of the dense mist of the past but at the same time it functions as a mirror reflecting its own history. Besides to this join the requirements to the individual in the social context in terms of mass media, mania of knowledge and flexibility. Being flexible ad nauseam!- Who is not able to match this, breaks down- or breaks out to revolt.
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The Leipzig artistduo Greif & Hennig (b. in 1976 and 1978) conceptualized a multi-part installation visualizing the artists’ masterplan for the constructors of barricades, even for those hoodlums who fail on the state. The barricades are prototypes printed on millimetre paper after being rendered on the computer based on disposable materials in urban space like shopping carts, police barriers and euro-pallets. Aside a computer monitor presents a web project referring to media archives listing a choice of historical and recent riots.
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The guideline of the concept of the show is a former work of the artist duo based on a chain of campaigns entitled “Theory and Practice” which refers to the strategies of Appropriation Art. Greif & Hennig converted tabletops into demonstration boards to stage in a selfreflecting way the ideal and the failure of the artist’s image between idea and its realization. Sometimes former intentions never worked out or have been forgotton why Greif & Hennig take their chance to approach anew. So they re-construct the table as the source of their boards to claim: da capo! Because the act of failure not only accommodates the possibility of repetition and over-working, but also the possibility of knowledge.
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The title of the show “A Good Cast Is Worth Repeating” citates the wellknown spoke of cinematic final credits dealing with the principle of repetition as a task of of job- creation measure as well as with the logo of the media group giant UNIVERSAL as an example for capitalistic monopolization of markets for creative products. In the context of this sytem the artist is able to participate as an universal construct (cp. Timm Ullrich´s Totalkünstler).
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The main exhibition room got misappropriated by the neon Universal- logo whose original right side is transformed into a European instead of the American outline. By this reverse of the familiar topographic reference points the artist duo Greif & Hennig asks the recipient to rethink spatial and temporal constants of pretended requirements as well as generelizations of cultural values. Nevertheless the discrepance concerning the role and function of the United States is shown in the form of a star- splanged banner which immovably got fixed on the wall. Neither pulling nor drafting helps because its claim is universal in “theory and practise”.
Künstler: Greif & Hennig

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