Ausstellung Galerie Galerie Carolyn Heinz
Rund 45 Arbeiten vorwiegend aus den 90er Jahren zeichnen ein Bild des mit Alter und Krankheit ringenden, aber in seiner gestalterischen Kraft nicht nachlassenden Janssen. Vorausgegangen ist sein Absturz mit dem Balkon seines Hauses am 19. Mai 1990 und seine daraus resultierende kurzzeitige Erblindung. Die in der folgenden Zeit entstehenden Radierungen schließen inhaltlich an die Arbeiten vor dem Unfall an. Landschaften und Erotika bleiben weiterhin bestimmende Themen. In den Hintergrund treten die Kopien bzw. Variationen nach älteren Vorbildern. Auch die Anzahl der Selbstportraits geht deutlich zurück.
Landschaften und nahezu ins Groteske gesteigerte Erotica bestimmen in den nächsten Jahren die Radierserien. Auffällig ist eine Veränderung in der figürlichen Gestaltung. In der Serie Drollerei findet sich kaum eine Gestalt, deren Körperlichkeit nicht vollkommen verzerrt und übersteigert wäre. Amorphen, nahezu zerfließenden Leibern sind fleischlose, beschädigt wirkende Frauenkörper gegenübergestellt. Auch die Frauen der Serie Eros, Tod und Maske scheinen ihre Weiblichkeit in der Hingabe aufzuzehren. Sie unterscheiden sich kaum mehr von den marionettenhaften, gierigen Knochen-männern, die in dieser Radierfolge – wie schon in der Serie Totentanz - eine so große Rolle spielen.
Die Ablösung vom Gegenstand bestimmte bereits Janssens Landschaftsdar-stellungen früherer Phasen und setzt sich auch in der Serie Bobethanien fort. Ein Kosmos aus Scharten, Schraffuren, Kratzern, zersprengt und zersplittert, verdichtet sich mit fast fließenden Strukturen zu von der Realität sich lösenden, atmosphärischen Naturformationen.
In die Ausstellung einbezogen ist auch eine Reihe von Selbstportraits aus den frühen 80er Jahren. Einen weiterer Schwerpunkt liegt auf z.T. großformatigen Farbradierungen von zwei und mehr Platten, die erst in Janssens Alterswerk eine besondere Bedeutung gewinnen.
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