Ausstellung Galerie Galerie Carolyn Heinz
Vergangenheit ist Bestandteil der Gegenwart wie auch der Zukunft, ist ein – wenn auch häufig verdrängter - Bestandteil unseres Denkens und Handelns. Erinnern bedeutet innehalten in einer schnellebigen Zeit, sich einlassen auf Schicksale, bedeuten das Aufdecken unserer eigenen Grundlagen.
Der Hamburger Künstler Gerd Stange arbeitet unaufhaltsam für das Erinnern, gegen das Zuschütten unterhalb des Trottoirs. Er ist kein Künstler im stillen Kämmerlein, sondern sucht die Kommmunikation mit Freunden, Kollegen, Passanten, mit Orten, Räumen oder Fundstücken. Worte, Texte und Objekte sind für Stange Träger der Vergangenheit und Bilder des Vergessenen, die er in der Gegenwart verortet.
Er ist Forscher nicht im Sinne wissenschaftlicher Wahrheitsfindung. Ihm geht es um die emotionale Erschließung eines Ortes oder Gegenstandes, um dessen Verknüpfung mit individuellen Schicksalen, um die Schaffung von Erinnerungs- und Besinnungsorten. Dabei appelliert er jedoch nicht allein an die Gefühle des Betrachters sondern gestaltet den Ort so, dass eine lebendige, intellektuelle Auseinandersetzung mit der Erinnerung provoziert, und auf dieser Grundlage eine gegenwärtige Realität erzeugt wird. Stange schafft Denkanstöße, ohne sich an der deutschen Erbschuld die Wunden zu lecken, ermöglicht freie Auseinandersetzung ohne moralische Keule.
Die Ausstellung in der Galerie Carolyn Heinz dokumentiert die künstlerischen Prozesse bei der Gestaltung solcher Erinnerungsorte. Gezeigt werden Materialien in Form von Photographien, Installationen, Modellen und schriftlichen Dokumenten. Darüber hinaus zeigt die Galerie Arbeiten auf Leinwand und Papier.
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