XIV. Rohkunstbau Ausstellung Potsdam
Ab Samstag kann man in Potsdam, genauer im Schloss Sacrow, die XIV. Rohkunstbau Ausstellung mit dem Thema "DREI FARBEN – WEISS" besuchen.

Ausstellung

Die Rohkunstbau-Ausstellung, bei der EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso Schirmherr ist, zeigt nicht nur Werke von 10 internationalen Künstlern, sondern wird bis zum 26.August 2007 auch eine Kunst- und Kulturfestival sein. Lesungen, Theatergastspielen und Tanzvorführungen reichern das Programm in der brandenburgischen Landeshauptstadt an.

Die Ausstellung wird die unterschiedlichen Positionen und Ansichten zum Thema "Gleichheit" zeigen. Das Schloss Sacrow (UNESCO-Weltkulturerbe) trägt mit seiner wechselvollen Geschichte seinen Teil bei.

Künstler und Ihre Positionen: (Quelle: Pressetext Rohkunstbau)

Gerhard Richter begleitet als Ausgangspunkt und feste Bezugsgröße der zeitgenössischen Malerei die Ausstellung an mehreren Stellen durch seine monochromen grauen Arbeiten. Für ihn ist Kunst die authentischste Form von Wirklichkeit. Seine Antwort ist immer das Bild, bei den grauen Arbeiten verstanden als Antwort auf die Indifferenz, Aussageverweigerung und Gestaltlosigkeit. Die omnipräsenten Massenmedien, die Stoff für eine intensive Diskussion über Gleichheit liefern, geraten bei einigen Künstlern ins Blickfeld.

Candice Breitz etwa beschreibt die Sprache der Massenmedien als zweischneidige "lingua franca", die auf der einen Seite nivelliert und unterdrückt, auf der anderen Seite aber den Menschen weltweit eine gemeinsame Sprache schenkt und ihnen so Macht verleiht. In ihrer Arbeit für Rohkunstbau sind es Spiegel, die dem Besucher gängige Verse und Stereotypen der Medienwelt vor Augen halten.

Thomas Demand Sein künstlerischer Leitfaden ist die Beschäftigung mit der Abbildungsweise der Fotografie und mit ihrer Rolle im Zusammenhang mit den Medien. Seine Arbeit „Attempt“ zeigt eine nicht gezündete Bombe der RAF, die auf das Haus der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe gerichtet war. Nicht nur das Thema wirkt verstörend, sondern auch Demands inszenierte Räume, denen etwas Konstruiertes, Steriles anhaftet.

Julian Rosefeldt geht es in seiner neuen Filminstallation für Sacrow um die Auseinandersetzung mit nationaler Identität und den Klischees einer „Leitkultur“. Ansatzpunkt dafür ist die Beschäftigung mit der deutschen Romantik, wofür ihm der Ort zahlreiche Inspirationsquellen bietet. Was sind wiederkehrende nationale Symbole und wie gehen wir damit um, lautet die zentrale Frage.

Maria Chevska - malerischer Installation steht Kafkas beziehungsreicher Aphorismus „Ein Käfig ging einen Vogel suchen“. Die Wechselwirkung von Sprache und visueller Welt wird untersucht. Auch spielen Themen wie Dislokation und Exil in Chevskas Werk eine prägende Rolle, einem Schicksal, von dem sie auch persönlich zu erzählen weiß.

Gil Marco Shani schafft mit seinen Bildern, in denen die scheinbar einfache Malweise mit den gewalttätigen, grausamen Inhalten kontrastiert, Zeichen gesellschaftlicher Verwerfungen, die in ihrer geschlossenen Emblematik erschütternd wirken. Eine Installation von Zeichnungen zeigt in Sacrow beziehungsreich militärische Gewalt und den Einsatz von Hunden zu diesem Zweck.

Ayse Erkmen implementiert in ihren Installationen Räume oder Gegenstände in einen neuen Kontext. Durch diese Transformation bringt sie poetische Metaphern hervor, die kulturübergreifend von assoziativ-verspielt bis zeitkritisch zu verstehen sind.

Thomas Rentmeister Er stapelt in Sacrow weiße Wäsche und andere Materialien des täglichen Gebrauchs meterhoch. Seine Arbeiten nehmen auf den ersten Blick durch ihren ironischen Humor und ihre spielerische Leichtigkeit gefangen. Bei näherer Betrachtung offenbart sich allerdings ein kompliziertes Geflecht von Bedeutungsebenen, das weit in die Kunstgeschichte zurückreicht, etwa zu Duchamp oder dem Minimalismus.

Ola Kolehmainen erhebt den Minimalismus zu seiner großen Liebe. Als Vertreter der „Finnischen Schule“ befasst er sich in seinen großformatigen fotografischen Aufnahmen hauptsächlich mit zeitgenössischer Architektur, die auf ihre Strukturen reduziert und von der Dreidimensionalität in die Fläche übersetzt wird.

Jaroslaw Flicinski - seine Bilder öffnen den Erfahrungshorizont des Betrachters auf eigene Weise. Sie stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit ihrer Umgebung. Die Gestalt der Räume, die Geräusche und der Rhythmus der Tageszeiten sind diesen Arbeiten eingeschrieben und nehmen so das Schloss mit seiner speziellen Atmosphäre auf.

Katalog zur Ausstellung

XIV. Rohkunstbau.: Drei Farben -WEISS
Schiler Verlag

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