nach Gaddafi Tod - Angst um wertvolle Kulturgüter und Antiquitäten
Nach Gaddafis Tod und der heutigen Beerdigung an einem geheimen Ort in der Wüste stellt sich neben all dem menschlichen Leid und zur Zukunft von Libyen auch die Frage, wie man die zahlreichen Kunst- und Kulturschätze des Landes sichern kann.

Libyens Kunst und Kulturgüter sicher vor Plünderungen?

Die UN warnte bereits zu Beginn der Unruhen in Libyen den internationalen Kunstmarkt vor illegal ausgeführten und wahrscheinlich geraubten Kunstgütern. Die Vorkommnisse wie sie seiner Zeit im Irak und Afghanistan ereigneten, sollen sich nicht wiederholen. Damals wurden Tausende Kunstgüter während des Krieges geraubt und illegal in den internationalen Kunsthandel geschleust.

Fünf Stätten in Libyen stehen auf der Liste des Weltkulturerbes. Diese zu schützen, dazu rief die UNESCO-Direktorin Irina Bokowa Einwohner, Nachbarländer und den internationalen Kunstmarkt auf:
"alles zu tun, um das unschätzbare Kulturerbe Libyens zu schützen" (Quelle: derstandard)
Der Orientalist Nikolai Sologubovsky sagte gegenüber der indischen Zeitung "The Hindu":
"Plünderungen in Libyens Kulturstätten sind seit Februar im Gang"

Im September wiedersprach man von libyescher Seite noch und zweifelte an den Aussagen von Bokowa und Sologubovsky. Die Bestände, zumindest des Assaraya Alhamra Museum seien sicher und unversehrt. (siehe hier)

Doch nicht nur Museen wie das Nationalmuseum in Tripolis, genannt Saray al-Hamra (rotes Schloss), sind vor Plünderern nicht mehr sicher, sondern auch die zahlreichen offenen und jetzt verlassenen Grabungsstätten. So sind die vollen Grabungsmagazine, in denen die Kunstobjekte zwischenlagern, wie sie z.B. aktuell in Ptolemais und Benghazi vorhanden sind, willkommene Einladungen für Kunsträuber. (mehr dazu)

Nach dem Tod Gaddafis und dem Sturz des Regimes wird es wahrscheinlich mehrere Monate, wenn nicht gar Jahr dauern, um den eigentlichen Schaden zu identifizieren und zu beziffern. Ob der internationale Kunstmarkt in Zukunft hier seine Sorgfaltspflicht verstärkt bleibt abzuwarten.

Werde Art Junkie & unterstütze Artinfo24!
Mehr erfahren

News zum Thema: