Kunstszene Berlin - wie Galerien auf das Kunst-Gastronomie Konzept setzen
In Deutschlands Kunsthauptstadt Berlin zeichnet sich ein neuer Trend ab. Galerie und Restaurant ist momentan der angesagte Stil.

Galerien Berlin - die neuen Hotspots

Nach allgemeinen Schätzungen tummeln sich in Berlin über 400 Galerien und Kunsträume mit dem mehr oder weniger glaubwürdigen Anspruch Kunst zu vermitteln besser noch zu verkaufen. Dass dies den Allerwenigsten gelingt, hat eine Studie Institut für Strategieentwicklung (IFSE) errechnet. Im Jahr 2009 erwirtschafteten die Hälfte der Galerien einen Umsatz der unter 50.000 Euro lag. Und bei einem Drittel der Kunstvermittler lag der Umsatz sogar unter 17.500 Euro. Wenn man sich dann überlegt das davon der Galerist und Künstler leben sollen und alle anderen Kosten gedeckt werden müssen, relativiert sich vieles ganz schnell.
Dem gegenüber steht ein geschätztes Gesamtumsatzvolumen für den Berliner Kunstmarkt von rund 150 Millionen Euro (2011).

Der Kreis der ernsthaft arbeitenden Galerien relativiert sich da ganz schnell. Um mindestens höhere sechstellige Umsätze im Jahr einzufahren, bedarf es einiger Anstrengungen. Das probate Mittel der Kunstmessen schlagen im Budget einer Galerie mit immensen Kosten zu Buche. Gemeinsame Aktionen wie das Gallery-Weekend sind deshalb willkommene und sinnvolle Ereignisse um den Standort Berlin zu stärken, der bei den Kreativen selbst ein hohes Ansehen hat. Um am Ball zu bleiben sind also immer wieder neue Strategien gefragt.

Das Kunst-Gastronomie Konzept

Die Ereignisse und Ankündigungen der letzten Wochen aus der Berliner Galerieszene zeigen einen möglichen neuen Trend auf. Mit der ehemaligen jüdischen Mädchenschule in Berlin und der Ankündigung von Johann König eine ehemalige katholische Kirche auszubauen, entstehen neue Galeriekonzepte.
Die großen Gebäude wären alleine niemals nutzbar und wenn doch dann sicher nicht kostendeckend. Also entwickeln Galeristen wie Michael Fuchs (ehemaligen jüdischen Mädchenschule) und Johann König eine Art Kombilösung. Mehrere Galerien unter einem Dach bündeln und dazu noch gehobene Gastronomie mit "In-Faktor" anbieten.

Robert Polidori Ausstellung Berlin
Robert Polidori Ausstellung in der CWC GALLERY (Mädchenschule), Foto: © ROBERT POLIDORI, ATTIQUE DU MIDI SALLE NAPOLEONIENNE, NO. 1, CHATEAU DE VERSAILLES, 1985

Im Gebäude der ehemaligen jüdischen Mädchenschule sind seit letzter Woche drei Galerien und der Grill Royal heimisch. Neben Michael Fuchs eigener Galerie, hat die Charlottenburger Galerie Camera Work hier ihre "CWC GALLERY" und Eigen+Art ist mit dem "LAB"-Projekt eingezogen.

Kirche in Kreuzberg wird zur Galerie
Kirche in kreuzberg wird zur Galerie, Foto: Galerie Johann König
Ähnliches stellt sich auch Johann König vor. In Kreuzberg hat er das Gemeindezentrum St. Agnes erworben. Der 800 m² große Kirchenraum soll eine Ausstellungshalle werden, die weiteren Räumlichkeiten sollen weiteren Kreativen und Gastronomen zur Verfügung gestellt werden. Konkrete Namen wurden hier noch nicht genannt.
Die Umbaukosten werden sich laut Tagesspiegel bei rund 3 Millionen Euro bewegen. Die Eröffnung ist dann im kommenden Jahr zu erwarten.

Damit hätte Berlin dann gleich zwei neue Kunst-Hotspots. In der Auguststraße (Berlin-Mitte) und in Kreuzberg mit ähnlichen Konzepten. Synergieeffekte zu nutzen macht immer Sinn, wenn diese sich dann auch auszahlen. Wir sind gespannt.

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