Rostropowitsch-Sammlung geht an Milliardär Alisher Usmanov
Die Rostropowitsch-Sammlung wurde kürzlich kurz vor Auktionsbeginn an den russischen Multimilliardär Alisher Usmanov für rund 57 Millionen Euro verkauft.

Macht der Blogs - Kunstmarkt - russische Milliardäre

Gegenüber dem Radiosender "Echo Moskwy" ließ er verlauten, dass er die Rostropowitsch-Sammlung mit mehr 400 Kunstwerken, Antiquitäten und Kunstgewerbe an den russischen Staat übergeben werde.

usmanov

Foto: Websiteausschnitt Forbes

Für Alisher Usmanov, Präsident der Gasprom-Investholding und Anteilseigner am Fußballclub Arsenal London (bisher 21%) war dies eine scheinbar dringend benötigte positive Schlagzeile. Denn noch vor einigen Tagen versuchte Usmanov das Internet zu zensieren.

Was war passiert? (Quelle Swiss Metablog)

  1. Alisher Usmanov kauft Aktien des englischen Fussballklubs Arsenal
  2. Craig Murray, ehemaliger Britischer Botschafter in Usbekistan, veröffentlicht kritische Artikel über Usmanov
  3. Tim Ireland, bekannter Politblogger, verlinkt Craig Murrays Beitrag
  4. Usmanov beauftragt Anwaltsfirma um das Problem zu lösen
  5. Anwaltsfirma droht Craig Murray eine Klage an, falls er die Inhalte nicht löscht. Craig Murray weigert sich zu löschen und lädt Anwaltsfirma ein, ihn zu verklagen
  6. Anwälte drohen dem Webhost mit juristischen Konsequenzen, falls sie die Seiten nicht löschen
  7. Webhost-Firma editiert zunächst einzelne Beiträge Murrays und entfernt die Sites von Murray und Ireland ganz
  8. endlich Ruhe?
  9. Denkste: Innerhalb kurzer Zeit nehmen mehrere englische Politblogs sich dem Thema an
  10. Tom Watson, Parlamentarier für Labour (Unity is strength) und Ian Dale, Parlamentarier für die Konservativen (In Support of Tim Ireland and Craig Murray) schreiben über die Sache und drücken ihre Unterstützung für Murray und Ireland aus
  11. Medien, die mit lancierten Biografien von Usmanovs Anwälten versorgt wurden, berichten nun auch (siehe auch Spreeblick)

Eine Chronologie der Ereignisse findet man im Swiss Metablog.
Nach "Fussball" scheint die Kunst die neue "Spielwiese" für russische Milliardäre zu werden. Vertiefend dazu noch zwei weitere Artikel:
- Ganz auf Moskau eingestellt (faz.net)
- Strategiepläne (faz.net)

Beruhigend zu lesen und zu sehen das "die Macht der Blogs" doch nicht so gering ist, wie von großen Medienhäusern gerne behauptet wird.

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