Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Rudolf Schoofs - In Memoriam/
Arbeiten auf Leinwand und Papier 1964 - 2006#
Vernissage: 9. Oktober 19.30 bis 21.30 Uhr#
Ursprünglich zu Ehren des 75. Geburtstages von Rudolf Schoofs geplant, blickt diese Ausstellung nun zurück auf das zeichnerische Werk des Künstlers, der am 28. Juli dieses Jahres nach schwerer Krankheit starb.#
Zu den Zeichnungen, welche die Stilentwicklungen von den frühen sechziger bis zu den letzten Jahren dokumentieren, kommen einige Leinwände, die stellvertretend für sein malerisches Schaffen stehen. Die von uns initiierte Ausstellung zum 75. Geburtstag wurde bereits in folgenden Orten gezeigt:#
Städtisches Kunstmuseum Singen, Galerie Angelika Harthan Stuttgart, Galerie Fluchtstab Staufen, Beaugrand Kulturkonzepte Bielefeld, Schloss Ritzebuettel Cuxhaven,
Galerie Karin Melchior Kassel, Museum Goch, Galerie Ewald Schrade Karlsruhe - alle in 2007/08
sowie Kunstforum Solothurn Schweiz in 2009.#
Von gleich bleibend hoher Wichtigkeit in allen Schaffensperioden blieb die Ausdruckskraft der Linie in den Zeichnungen Rudolf Schoofs. Dabei verändert sie mit der Zeit ihre Intensität und Gestalt, ist mal flüchtig und schnell gesetzt, dann kraftvoll und bestimmt gezogen. Von früheren Blättern, die zumeist Akte präsentieren, entwickelt sich Schoofs hin zu einer abstrakten Bildsprache, bei der die Verbindung zum Raum und Landschaft immer wichtiger wird. Diese ersten Akte bestechen durch ein äußerst zartes Linienkonstrukt. Die sicher gezogene Kontur vermag kaum die in schnellen Strichen gesetzte Binnenzeichnung zu halten, die sich an einigen Stellen gespinstartig verdichtet, um dann scheinbar die Konturlinie zu übertreten und die flüchtig gesetzte Form zu verlassen. Die Hand des Künstlers ist in diesen Zeichnungen besonders spürbar, lässt sich doch fast die Bewegung des Stifts über das Blatt anhand der Striche verfolgen. Somit ist man als Betrachter gefordert, diese Vielzahl an Linien zu ordnen, zusammenzufassen und die Figuration zu erkennen. Spätere Zeichnungen zeigen vermehrt verdickte Linien und Schraffuren, aber auch farbige Striche. Zu der abstrahierten Darstellung der Figur kommen nun vermehrt Vorstellungen von Landschaft, der menschliche Körper und der Raum gehen hier eine Verbindung ein. In den letzten Zeichnungen durchzieht die Linie fast schon ornamentartig das Blatt und entwickelt eine gänzlich ungegenständliche Form. Die zentralen Themen in den Zeichnungen von Rudolf Schoofs sind damit die menschliche Gestalt in Verbindung und Interaktion mit Landschaft und Raum.#
Rudolf Schoofs wurde 1932 in Goch am Niederrhein geboren. Zwischen 1952 und 1954 studierte er bei Georg Muche in Krefeld, dessen Assistent er bis 1958 war. Danach unterrichtete er an der Staatlichen Werkkunstschule in Kassel, ab 1961 an der Werkkunstschule Wuppertal. 1975 folgte eine Professur an der Kunstakademie Karlsruhe, 1976 an der Kunstakademie Stuttgart. Er erhielt zahlreiche Preise, darunter 1969 den Eduard von der Heydt-Preis der Stadt Wuppertal und 1970 den ersten Preis für kritische Graphik (Zille-Preis) in Hannover. 1991 wurde ihm der Ferdinand-Langenberg-Kulturpreis der Stadt Goch verliehen. Rudolf Schoofs hat sein Werk in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland präsentiert, 1977 auch auf der documenta in Kassel.#
Zur Ausstellung ist ein 148-seitiger Katalog mit 115 Zeichnungen von 1964 bis 2006 erschienen. Zudem enthält er Texte von Dr. Michael Semff, dem Direktor der Staatlichen Graphischen Sammlung München, Christoph Bauer M.A., dem Leiter des Städtischen Kunstmuseums Singen, und Susanne Buckesfeld M.A.