Ort: Galerie Heimeshoff - Roger Schimanski bis: 2010-02-27
Künstler: Heinz Trökes
Thema: Heinz Trökes gehörte in den fünfziger und sechziger Jahren neben Künstlern wie Ernst Wilhelm Nay, Willi Baumeister und Fritz Winter zu den führenden Vertretern der Nachkriegsmalerei in Deutschland. Bekannt wurde Trökes unmittelbar nach 1945 als Surrealist, doch schon bald gelangte er in Auseinandersetzung mit den neuen aktuellen Kunstströmungen zu einer lyrisch - poetischen Bildsprache, die das Naturvorbild transzendierte, ohne es jemals gänzlich aufzugeben. Bei aller formalen Freiheit und Abstraktion finden sich auf seinen Bildern zumeist lesbare Details, Transformationen des Gesehenen, Erinnerungen an landschaftliche Eindrücke, zeichenhafte, figürliche oder symbolische Elemente. Trökes lebte mehrere Jahre in Paris und auf Ibiza, unternahm zahlreiche Reisen in ferne Länder und bestritt über 150 Einzelausstellungen und 400 Ausstellungsbeteiligungen, die seine internationale Wertstellung widerspiegeln.
Wollte man die wesentlichen Wesenszüge der Malerei von Heinz Trökes benennen, so wäre dies vor allem Leichtigkeit, spielerische Phantasie und ein fast grenzenloser Erfindungsreichtum. Es gibt wohl kaum einen anderen deutschen Maler, dessen Bilder in den 50er Jahren eine so ungetrübte, diesseitige Lebensfreude ausstrahlen wie die des gebürtigen Rheinländers - in einer Zeit, als sich die abstrakte Kunst noch unter einem enormen Legitimationsdruck befand und die meisten Künstler mit tiefem, zuweilen etwas verkrampften Ernst versuchten, ihre Werke metaphysisch zu überhöhen und - auch im politischen Sinne - zu rechtfertigen. Man spürt es: Trökes hat sich vor keinen weltanschaulichen oder ideologischen Karren spannen lassen. Es ging ihm nicht um Ideen. Die Freiheit, die für ihn mit dem Ende des Krieges einsetze und die er ganz real in Paris, auf Ibiza und auf seinen zahllosen ausgedehnten Reisen aus-
kostete, schloß auch die innere Freiheit mit ein, sich selbst und das Bild immer wieder neu zu definieren und zu erfinden. Die Spannweite der Phantasie und die Ungebundenheit, mit der Trökes bei seiner Kunst zu Werke ging, machten ihn in der ersten Nachkriegsjahren zu einem der angesehensten und populärsten Maler, dem zahlreiche Ehrungen zuteil wurden ...
Textauszug von Dr. Markus Krause aus dem Werkverzeichnis „Heinz Trökes“, Prestel Verlag, 2003