
Ort: Galerie p13 bis: 2011-05-21
Künstler: Stephanie Abben
Thema:
Ort: Galerie p13 bis: 2011-02-13
Künstler: Arvid Boecker
Thema: Arvid Boecker Malerei Vernissage 03. Februar, 19:00 Uhr Ausstellungsdauer: 03. Februar – 12. März 2011 Die Galerie P13 zeigt vom 04. Februar bis 12 März seit langem wieder in seiner Heimatstadt Heidelberg den national bekannten Künstler Arvid Boecker. In seinen abstrakten Malereien sucht er Harmonie. Sein Interesse ist hierbei ganz fokussiert auf den Ausdruck von Farbe in verschiedenen Konstellationen. In senkrechten Bahnen immer gleichen Abstands legt er die erdigen Töne seiner von Rot über Orange, Gelb bis Grün und selten auch Blau reichenden Palette nebeneinander und lässt sie in Harmonie oder Kontrast zueinander wirken. Mal wiederholen sich einzelne Farbabfolgen rhythmisch wie bei dem Thema eines Musikstückes, mal erfährt der Farbton im horizontalen Bildverlauf eine Steigerung, klingt an und wieder ab. Inspiration findet der Künstler in den in Landschaften, die er unter anderem bei seinen Arbeitsaufenthalten in Island, Schottland oder Frankreich erkundet hat. Die in der Natur gesehenen Farben und Farbkombinationen überträgt Arvid Boecker mit Ölfarbe in Breiten, an bewirtschaftetes Land erinnernden Streifen, auf das traditionelle Medium der Leinwand und fängt so verschiedene Stimmungen ein. Die Bilder, die alle unter den gleichen Grundbedingungen entstanden können allein durch die unterschiedliche Kombination der Farben eine ganz unterschiedliche Wirkung erzielen. Durch die Wahl der traditionellen Malmittel und des ebenso traditionellen Untergrunds steht allein die Ästhetik des Werkes im Mittelpunkt und es müssen keine Fragen nach der Wahl und der Wirkung einer außergewöhnlichen Technik gestellt werden. Tritt der Betrachter näher an die Werke heran, so wird ihm der Bearbeitungsprozess, bewusst. Experimentell erforscht der Künstler das Material, die Ölfarbe und sein Interesse liegt nicht nur in der farblichen, sondern vor allem auch in der materialistischen, der haptischen Qualität der Farbe. In lasierender Technik trägt der Künstler Schicht über Schicht und erhält somit eine besondere Tiefe und Brillanz des Farbmittels. Er setzt aber auch diese laisierenden Flächen direkt neben pastose dick aufgetragene Partien, denen er zum Teil durch Kratzungen noch mehr Kraft verleiht. Wie die natürlichen Landschaften sind die Kulturlandschaften von Arvid Boecker organisch gewachsen. Der Bearbeitungsprozess zieht sich über Wochen und Monate hin. Ohne eine genau definierte Vorstellung von dem Endresultat zu haben trägt der Maler Schicht über Schicht, legt ein Bild eine Zeit bei Seite um es später, neu überdacht weiter zu bearbeiten. Wie ein Archäologe forscht er in den Schichten der Farbe, deckt manchesmal partiell einen früheren Zustand wieder auf und hat dabei doch immer im Gespür, wann ein Bild fertig ist. Durch das visuell Sichtbare des Bearbeitungsprozesses, das wachsen der Bilder erhalten die Werke von Arvid Boecker ein spannungsreiches Eigenleben, welches von dem Betrachter nacherlebt werden kann. Sie laden den Betrachter dazu ein, selbst in die Tiefen des Bildes herabzusteigen und durch genaue Betrachtung forschend tätig zu werden.
Ort: Galerie p13 bis: 2010-08-31
Künstler: Christian Rudolph
Thema: Vom 15. Juli bis 31.August zeigt die Galerie P13 plastische Arbeiten des Künstlers Christian Rudolph, darunter raumgreifende Stahlskulpturen ebenso wie Metall-und Papierfaltungen. Christian Rudolph, der mittlerweile in Irsee im Allgäu lebt, studierte als Meisterschüler an der Akademie der bildenden Künste in Nürnberg. Man möchte, fasziniert von deren technischer Unanfechtbarkeit, Makellosigkeit und Präzision, Rudolphs Arbeiten nicht nur ansehen sondern anfassen. Material und Form bestimmen das Wesen dieser Plastiken und treten in eine spannungsreiche Korrespondenz. Indem man den ‚Raumspuren’, so der Titel einer Werkgruppe, folgt begreift man, dass die formelhaften Prinzipien der Geometrie hier keinem Selbstzweck folgen, sondern als Werkzeuge Teil eines intuitiven, organischen Entstehungsprozesses sind. Rudolph ist der kluge Strippenzieher, der verständige Schöpfer der einer technisch-strategischen Formensprache das Element der Bewegung hinzufügt und ihr so, für den Betrachter spürbar, Leben einhaucht. Mit seiner kontemplativen Arbeitsweise, teilweise unterstützt durch monochrome Farbgebung, nötigt Rudolph dem klassischen strengen Sujet der Metallplastik neue Originalität ab. Beim Arbeiten lässt sich der Künstler ganz von seinen Maximen: Einfachheit, Exaktheit, Nachvollziehbarkeit leiten. „In der Einfachheit steckt so viel Kompliziertes, dass man gar nicht einfach genug sein kann. Je überladener eine Form ist, desto weniger sieht man das Wesentliche“. Ein Leitsatz, der ganz besonders für die in Ihrer faszinierenden Präzision und Schlichtheit ungemein überzeugenden Metallfaltarbeiten gilt. Hier kann der Betrachter ganz eintauchen in geometrische Berechnung und scheinbar müheloser aber auf den zweiten Blick doch völlig paradoxer Verwendung des eingesetzten Materials, Metall, das wie Papier gefaltet wirkt.
Ort: Galerie p13 bis: 2010-09-05
Künstler: Derek Ogbourne
Thema: Welches sind die letzten optischen Eindrücke, die wir vor dem Tod noch wahrnehmen, kann man sie irgendwie festhalten, etwas über sie erfahren? Da das Auge ähnlich wie eine Kamera funktioniert, haben sich Wissenschaftler im Rahmen optographischer Forschungen geraume Zeit mit der Frage beschäftigt, ob es möglich ist, auf der Netzhaut ein Bild dieses letzten Blickes zu erhalten. Der englische Künstler Derek Ogbourne, in dessen Werk das Thema Augen ein immer wiederkehrendes Motiv ist, hat sich intensiv mit diesem ebenso faszinierenden wie skurrilen Stück Wissenschaftsgeschichte auseinandergesetzt. Das Museum of Optography ist eine Ausstellung, die zeitgenössische Kunst, historische Rahmendaten, und wissenschaftliche Forschung vereint. Ausgehend von historischen Fakten, deren erste Spuren bereits im 17. Jahrhundert beginnen, bis hin zu der Erstellung eines reichhaltigen Archivs zum Thema, das auch die Bereiche Literatur, Kriminalistik, Fotografie und Film einbezieht, kreiert der englische Künstler Derek Ogbourne einen dichten Ausstellungsparcours, dessen Exponate nahtlos zwischen realen Fakten und Fiktion alternieren. Sie entführen den Betrachter in eine Parallelwelt, in der, zusätzlich zur Kunst, einiges Wissenswerte zu erfahren ist über die faszinierend komplexe Beschaffenheit des Auges. Gespeist von der wissenschaftlich nachgewiesenen Möglichkeit der Optographie, taucht man mit Ogbournes sublimen ‚retinal drawings’ ein in surreale Szenerien, die sich als Zeugnis des letzten erlebten Eindrucks auf der Netzhaut im menschlichen Auge abgebildet haben könnten. Diese künstlerischen Fantasien kann man mit realen Optogrammen vergleichen, die an der Heidelberger Universitätsklinik in den 70 er Jahren angefertigt wurden - diese Optogramme zeigen die Schönheit und Fragilität des menschlichen Auges, weniger aber ein exaktes Abbild des zuletzt Gesehenen. Noch deutlich vor den Möglichkeiten der DNA Analysen war die Optographie im 19. Jahrhundert als innovatives kriminalistisches Hilfsmittel in Artikeln der Fachpresse lebhaft diskutiert und auch in der Praxis zur Anwendung gekommen - beispielsweise im Fall der berühmten Jack-the-Ripper-Morde in London, in der Hoffnung, Hinweise auf den mysteriösen Mörder zu erhalten. Das Ergebnis der letzten bekannten wissenschaftlichen Untersuchungen zum Thema Optographie ist allerdings ein eindeutiges: Zwar bestätigt es faktisch die Möglichkeit den letzten Blick zu entschlüsseln, allerdings sind die Ergebnisse für die Kriminalistik nicht verwendbar. Nicht nur die Idee, Optographie zur Aufklärung von Mordfällen einzusetzen, sondern grundsätzlich dem Mythos des Übergangs vom Leben in den Tod nahe zu kommen, faszinierte Wissenschaftler ebenso wie Philosophen, Literaten und Künstler. Ähnlich wie in auf dem Gebiet der Literatur Schriftsteller wie James Joyce, Rudyard Kipling oder Jules Verne lässt Derek Ogbourne seine künstlerische Fantasie von dem Thema anregen und lotet mit den Exponaten der Ausstellung die faszinierenden Möglichkeiten aus.
Ort: Galerie p13 bis: 2010-03-10
Künstler: Monti La Plasma (Monti Kriaunevicius)
Thema: Dem von Anfang an figurativen Ansatz in seinem Schaffen gibt Kriaunevicius ein neues Spannungsfeld durch konzeptuelle Einbindung in übergeordnete Themenkomplexe. Es geht um Energie, um die Suggestion formaler Anwendungen und Möglichkeiten zur Gewinnung oder Konservierung und Nutzung derselben, also kurzum, um eine vom Künstler selbst erschaffene Gegenwart, die bestimmt ist von Forschergeist, absurdem Experiment und kuriosen Möglichkeiten, die der Betrachter auszuloten herausgefordert ist. Während die Serie der sog. Energieforscher mit ironischer Doppeldeutigkeit kokettiert und das große zeichnerische Talent des Künstlers zum Ausdruck bringt, evozieren die Skulpturen von ‚Bausätzen’, wenn auch nicht minder doppeldeutig, eher eine industrielle Ästhetik. Hier wird scheinbar wahllos zusammengewürfelt, was nicht zusammengehört. Die vorgefertigte Bausatzkonstellation suggeriert die Möglichkeit einer sinnvollen Zusammenfügung der aus Plastik und Epoxidharz gegossenen Einzelteile, die aber realiter nicht gegeben ist. Eher sind es Gedankengänge, Überlegungen, kritische Reflexionen, die die Bausatzteile miteinander verbinden. In der neuen Werkgruppe ‚Trophäen’ geht es um das Thema ‚Errungenschaft und Verlust’ . Objekte, die extreme Energie überstanden bzw. sie verursacht haben, oder aber aus dieser entstanden sein könnten. Vordergründig narrative Konstruktionen, die das Spiel zwischen den Materialien erforschen und in ihrer Ausrichtung eine dekonstruktivierende inhaltliche Funktion zwischen linearer Betrachtung, Werteauffassung und den daraus folgenden Entstehungsabläufen herstellen. Die Formen sind orientiert an tatsächlichen Energiequellen, dies können Brennstoffzellen, Kernreaktoren, Batterien, Zündkerzen ebenso sein wie Fortpflanzungsorgane und Blüten.
Ort: Galerie p13 bis: 2010-01-09
Künstler: Tim Clorius
Thema: Man würde es wohl kaum für möglich halten, dass der in New York und Portland ausgebildete Tim Clorius ursprünglich aus der Graffiti- und Street Art-Szene kommt. Die Bilder für die 'more than meets the eye' betitelte Heidelberger Ausstellung des in Amerika lebenden Künstlers sind inspiriert vom Interesse an der britischen Malerei des 18ten und 19ten Jahrhunderts, dem Surrealismus und der zeitgenössischen Abstraktion. Die kleinen Formate, der in augentäuscherischer Malweise mit Öl auf Leinen und feinen Pinseln perfekt ausgeführte Arbeiten dienen als Gegenpol und Ausgleich zu den oft extremen Großformaten und leuchtenden Farben der Graffitibilder. Die Bildanlage folgt ganz den traditionellen Kompositionsschemata. Die formalen Grundlagen mit wunderbar fein gearbeiteten Details gemahnen an Altmeisterge-mälde und suggerieren damit etwas, was inhaltlich bewusst gebrochen wird, denn hier geht es um die Gegenwart, um Themen des modernen Lebens: Politik, Gesellschaftskritik, persönliche Erfahrungen und Erinnerungen. Die Inhalte sind konzentriert, simplifiziert dargeboten und verbinden zumeist augenzwinkernden Humor mit kritisch-reflektierenden Untertönen, etwa wenn in 'Mail-Order-Bride, not what he Ordered' ein Junker in Rüschenhemd und Kniehosen angesichts des offenkundig soeben ausgepackten üppigen Frauenaktes zum Telefonhörer greift, um die gelieferte ‚Ware’ zu reklamieren. Um den Aspekt der Kunst als sorgfältig durchdachte Inszenierung mit tieferer politischer, sozialer oder persönlicher Bedeutung hervorzuheben, befinden sich die Protagonisten der Bilder oft sprichwörtlich in einer bühnenähnlichen Umge-bung mit Vorhängen und arrangierten Lichteffekten, so dass das Bildgeschehen dem Betrachter als bewusst inszenierter, surrealer Vorgang erscheint. Der Betrachter ist eingeladen, alle Details zu entdecken und die bildimanenten Geschichten zu enträtseln.
Ort: Galerie p13 bis: 2009-11-29
Künstler: Marten Georg Schmid
Thema: Ausgangspunkt für die künstlerische Arbeit von Marten Georg Schmid sind intensive Beobachtungen und Studien im Alltag. Auf Basis dieser Beobachtungen, entstehen spontan kleine Zeichnungen mit schwarzem Kugelschreiber oder Fotografien. Sie sind sowohl eigenständige Arbeiten wie auch Motivrepertoire und Grundlage für die bildhauerischen und installativen Projekte des Künstlers. Sein Interesse gilt allgemein der Visualisierung von Strukturen. Beim zufälligen Vorbeigehen an einer Baustelle fällt beispielsweise der Blick auf das dort bereit liegende Arbeitsmaterial. Hier interessieren den Künstler die zufälligen Gebilde aus übereinander liegenden und miteinander verzahnten Materialschichten ebenso wie der prozesshafte Charakter der Gesamtsituation. Der Zeitraum, in dem alles präpariert ist und auf die Weiterverwendung wartet, währt nur kurz. An Baustellensituationen mit z.B. dicht aufeinander gestapelten Armiereisenmatten fasziniert den Künstler auch die Vielgliedrigkeit der Gebilde. Diese adaptiert er für seine dreidimensionalen Arbeiten. Kabel, Drähte oder Bindfäden werden so angeordnet, dass eine dichte Abfolge in pulsierender Rhythmik entsteht. Dadurch wird die Blickrichtung des Betrachters nach innen gelenkt, taucht ein, in die vom Künstler gefundenen Strukturen und ist gebannt von dem organischen Wachsen, das sich sowohl linear wie auch körperlich Raum schafft. Ähnlich den Maximen der arte povera enthüllt der Künstler auf diese Weise die spröde Schönheit simpler Arbeitsmaterialien, die unser Blick im Alltag als selbstverständlich hinnimmt und meist übersieht. Im Focus auf rhythmische, strukturelle Abfolgen eröffnet Marten Georg Schmid einen andersartigen, eigenwilligen Kosmos, der den Betrachter fasziniert und verblüfft.
Ort: Galerie p13 bis: 2009-10-25
Künstler: Simon Halfmeyer, Thomas Woll, Johannes Döring
Thema: 3 junge Künstler inszenieren in der Galerie p13 das Spiel mit Raum und Wirklichkeit Thomas Wolls raumgreifende Skulpturen und Installationen sind monolithische oder weit verzweigte Körper, die es dem Betrachter unmöglich machen, das Werk mit einem Blick zu erfassen. Die Komplexität der äußeren Form seiner Skulpturen macht neugierig auf die Innenräume, die allerdings nur schwer fassbar und nahezu hermetisch bleiben. Widersprüchliches wird zum System erklärt. Spielerisch werden den handwerklich perfekten Konstruktionen absurde Elemente, wie ins Nichts verlaufende Rohre und Zuleitungen, eingebaut. In diesen Gesten zeigt sich ein subversiver Humor, der die unnahbar wirkende Aura der Skulpturen bricht. Hier schafft jemand Raumutopien, Orte, allein für die Kunst und Zufluchten für Neugier, Fantasie und Reflexion. Die künstlerische Arbeit von Johannes Döring basiert auf einer Auseinandersetzung mit der Vorstellung von Virtualität als generierte Wirklichkeit. Thematisiert wird der jeder Materie immanente Transformationsgedanke. Im Sinne der Stoff-Form-Beziehungen wird passive Materie durch die aktive Potenz der Form in Bewegung versetzt. Im Falle von Johannes Döring, der an der Düsseldorfer Kunstakademie bei Thomas Ruff und Martin Gostner studierte, gestaltet sich dies in Form von Bildplastiken modelliert auf der Grundlage von Fotografien. In den fotografischen Vorlagen angelegte Fluchten, Räume oder Körper werden aufgenommen und als plastisches Relief ausgearbeitet. Durch die künstlerische Bearbeitung erhalten die Fotografien eine eigene physische Präsenz im Raum. Ein spannendes Spiel zwischen erhaben sich herauswölbenden Ausformungen, die das ‚bloße’ Abbild in die 3. Dimension transportieren und Leerflächen, die das Dazwischen konkretisieren und die erzeugte Illusion wieder zerstören. Simon Halfmeyers künstlerisches Interesse gilt der Thematisierung des Verhältnisses von „unberührter“ und konstruierter und künstlich angelegter Natur. Mit modernen, nicht-natürlichen Materialien entwirft der Künstler transparente Utopien, in denen sich Elemente aus privaten, städtischen und ländlichen Naturrefugien amalgamieren. So entstehen etwa aus Holz gefertigte Hecken-Gebilde, die sich in Größe und Form an barocke Gartenarchitektur anlehnt. Seine grafisch konstruierten Wandbilder kreieren fiktive Landschaften, die auf klassischen Kompositionsprinzipen wie Perspektive und Proportion beruhen. Erfindungsreich wird dabei mit verschiedenen Wahrnehmungsebenen gespielt. Einzelne Motive zeigt Halfmeyer in unverhältnismäßiger Nahsicht, während andere von abstrakten Linien überschnitten und damit in einen kristallin gestalteten Gesamtzusammenhang eingegliedert werden. Ein spannungsvolles Spiel zwischen Abbild und Wirklichkeit, Natürlichkeit und Künstlichkeit.
Ort: Galerie p13 bis: 2009-08-31
Künstler: Günter Braun
Thema: Der Bildhauer Günter Braun arbeitet bevorzugt mit schwarzem oder weißem Granit. Seine Skulpturen haben klare geometrische Figuren zum Ausgangspunkt. Die Quadrate, Rechtecke, Kreise, Dreiecke, Rahmen oder Gitterstrukturen scheinen auf den ersten Blick ganz dem ästhetischen Kontext konstruktiver Kunst zu entsprechen. Die Oberflächen des Materials sind glatt poliert, schimmernd, von perfekter Schönheit – bis auf eine Fehlstelle, an der die Vollkommenheit von Form und Oberfläche bewusst aufgebrochen wird. Hier kommt das Ausgangsmaterial des Steins in seiner archaisch ursprünglichen Ausdruckskraft zum Tragen. Der schimmernde Glanz polierter Flächen findet einen reizvollen Kontrapunkt in den matten, unbearbeiteten Partien. Rau, wild zerklüftet und ungezähmt sorgen die Fehlstellen in Brauns Skulpturen für faszinierende formalästhetische Reize und bilden gleichzeitig die konzeptuelle Basis. Die Bruchstelle sorgt für die notwendige Irritation und regt zum Nachdenken an. Gibt es vollkommene Schönheit, ist Perfektion nicht auch ein wenig langweilig, hat das Mangelhafte, Unperfekte nicht auch sehr viel mehr Menschliches? Brauns Skulpturen bieten einen spannenden Dialog zwischen konstruktiv reduzierten Positionen und konzeptuell philosophischem Hintergrund, der zu einer intensiven Auseinandersetzung einlädt.
Ort: Galerie p13 bis: 2008-12-31
Künstler: Richard Fischer
Thema: Ab 13. November 2008 präsentiert die Galerie p13 eine Ausstellung mit dem international renommierten Fotografen Richard Fischer. Vorgestellt werden die Originalfotografien seiner 'Floral Sculptures' und zwar primär die bedrohten Arten. Die Ausstellung kommt gerade aus China zurück, wo sie auf sehr großes Echo stieß. Erstmals und exklusiv wird Herr Fischer für diese Ausstellung eine streng auf je 1 Exemplar limitierte Sonderedition fertigen, die in dieser Form noch nie gezeigt wurde. Weltweit sind ein Drittel aller Pflanzen vom Aussterben bedroht. Richard Fischer hat sich dieses Themas angenommen. „Ich bin mit der Natur groß geworden – sie ist mir eng vertraut und ihr Schutz für mich ein großes Anliegen“ äußert der Künstler, der in Manila geboren wurde und dessen frühe Kindheit geprägt ist von den Eindrücken aus dem Orchideengarten der Mutter und dem eigenen Baumhaus im Mangobaum. Heute arbeitet er aus diesem Engagement für den Artenschutz heraus eng zusammen mit einer der größten internationalen Sammlungen eines bekannten Pflanzeninstituts, um diese vom Aussterben bedrohten Arten im Bild festzuhalten. Er ist der einzige professionelle Fotograf, der zu dieser Sammlung Zugang erhält. Allerdings bleibt Fischer in seinen Fotografien nicht bei einer bloßen Dokumentation. Unendlich viel Aufwand, Sorgfalt und Sensitivität ist notwendig, um die exotischen Pflanzen, so zu arrangieren und zu beleuchten, dass sie anschließend die ganze Pracht ihrer strahlenden, faszinierenden Schönheit und Andersartigkeit entfalten. Als Künstler steht Richard Fischer mit dem Thema in der Tradition des klassischen Blumenstilllebens. Doch im Gegensatz zu der verschwenderischen Pracht und barocken Fülle, die etwa holländische Maler des 17. Jahrhunderts ihren Blumensträussen angedeihen ließen, bleiben Fischers Inszenierungen minimalistisch zurückhaltend und konzentrieren sich voll und ganz auf eine einzige Art. Vor neutral weißem Hintergrund steht dieser einzelnen Spezies die volle Aufmerksamkeit zu. Durch die extreme Nahsicht, die brillante Ausleuchtung sowie die durchgezeichnete Schattenbildung erhält die Pflanze eine nahezu skulpturale Anmutung. Liebevoll und extrem detailgenau werden von Blattstrukturen über Blüten- und Knospenform, manches mal bis hin zum Welkestadium alle Einzelheiten in kristallklares Licht gerückt. Als Künstler selbst ganz zurückgenommen ermöglicht Fischer so für den Betrachter den Einblick in ein unbekanntes Universum und erzählt von einer der größten schöpferischen Kräfte – nämlich der Natur selbst. Ökologisches Anliegen, klares künstlerisches Konzept und exzellente Fotografie gehen in den Werken von Richard Fischer eine faszinierende Verbindung ein und bieten dem Auge des Betrachters ungeahnte, exotisch schöne Sinnesfreuden. Zur Eröffnung der Ausstellung am 13.11. wird Prof. Dr. Koch vom internationalen Pflanzeninstitut eine Einführung bezüglich der bedrohten Arten geben.
Ort: Galerie p13 bis: 2008-10-31
Künstler: Natalia Berschin & Anna Chkolnikova
Thema: Obwohl die beiden jungen Künstlerinnen Natalia Berschin & Anna Chkolnikova ursprünglich noch ganz gemäß dem sowjetischen System der Elitenförderung zunächst das Kunstlyzeum, dann die Kunstakademie in Minsk besuchten, könnten ihre Arbeiten, die momentan in der Galerie p13 präsentiert werden, gegensätzlicher kaum sein. Zart, poetisch, leicht und voll hintergründigem Humor kommen die Installationen von Anna Chkolnikova im vorderen Teil der Galerie daher. Chkolnikova, die nach dem Weggang aus Minsk noch an der Kunstakademie in Düsseldorf sowie an École Nationale Supérier des Beaux Arts in Paris studierte und schon einige renommierte Projekte vorzuweisen hat, spielt mit der Fantasie des Betrachters. Ihre feinen, spielerischen Arbeiten auf Papier deuten an, regen an und wollen entdeckt werden, ebenso wie ihre Installation, mit der sie ganz unmerklich auf den Galerieraum Einfluss genommen hat. Ganz anders dagegen die Gemälde der Städel-Absolventin Natalia Berschin, die einige Kunstinteressierte schon mit ihren Heidelberg-Arbeiten, während der Ausstellung ‚Wir hier’ im Kunstverein begeistert hat. Sie setzt ihre Themen unmittelbar ohne jede Vorzeichnung direkt in Malerei auf Leinwand um. Ihre Arbeiten sind farbintensiv, die Übergänge durch die Lasurschichten der Ölmalerei weich moduliert, der Pinselduktus sicher, dynamisch und von ganz eigener Handschrift. Technisches, Schrott und menschenleere Landschaften sind das Thema ihrer neuen Arbeiten.
Ort: Galerie p13 bis: 2008-08-30
Künstler: Reiner Seliger
Thema: In Reiner Seligers Kunst gehen Architektur und Skulptur eine faszinierende Synthese ein. Seine Werke weisen gleichermaßen eine konstruktive Komplexität wie eine archaisch anmutende Klarheit auf. Aus versetzt aufeinander geschichteten Natursteinen errichtet Seliger seine skulptural-architektonischen Gebilde. Die zumeist geometrischen Grundformen wirken in ihrer urtypischen Einfachheit vollkommen und doch auch versehrt. Die Natursteine, aus denen der Künstler den Baukörper errichtet sind nie intakt, sondern weisen immer raue Bruchkanten auf. Unversehrte Steine werden vom Künstler vor der Verwendung manuell zerstört. Erst der beschädigte Stein genügt den ästhetischen Ansprüchen und weißt die für ihn so charakteristische Materialität auf, setzt spröde, kantig und ein wenig ungezähmt einen eigenen, deutlichen Akzent zu den ansonsten eher runden, weichen Formen der Baukörper. Zur Verwendung gelangen rotbraune Ziegelsteine ebenso wie weißer Marmor oder grauer Schiefer – ein jeder dieser Farb-Stein-Akkorde entfaltet unter der Hand des Künstlers eine ganz eigene Poesie. Seligers Skulpturen sind überzeugend modern und schlicht und basieren doch auf dem Formkanon mittelalterlicher Baumeisterkunst. Die Steinschichten werden traditionell aufgebaut und allenfalls durch Leinenbänder stabilisiert – einige der Skulpturen sind daher auch nicht transportierbar, sondern werden erst direkt vor Ort aufgeschichtet. Nicht von ungefähr mag sich mancher gerade angesichts der Ziegelskulpturen an klassische toskanische Baukunst erinnert fühlen – seit 1981 hat der Absolvent der Essener Folkwangschule seinen zweiten Wohnsitz in Castello di Montefioralle. Durch ihr architektonisches Konzept und die schadhafte, unregelmäßige Außenhaut erinnern die unterschiedlich hohen Konstrukte an primitive, dem zeitlichen Verfall anheim gegebene Behausungen unbekannter Frühkulturen. Der Betrachter wird entführt in exotische, vielleicht längst vergangene Welten und gleichzeitig konfrontiert mit dem Kreislauf von Werden und Vergehen und der Frage nach dem Fortbestehen des vom Menschen Geschaffenen. Die Ambivalenz zwischen alt und neu, zwischen einfach und komplex, vollkommen und versehrt, Versprechen und Verfall macht die Werke des Künstlers so faszinierend und einzigartig.
Ort: Galerie p13 bis: 2008-07-03
Künstler: Charlotte McGowan-Griffin
Thema: Wer behauptet, Scherenschnitte sind eine altmodische, vielleicht gar biedere Kunstform, der hat noch nie Arbeiten der jungen englischen Künstlerin Charlotte Mc Gowan-Griffin gesehen. Ihre Scherenschnitt-Arbeiten sprühen vor Ironie und schwarzem Humor, sind hintergründig und skurril und geben dem Thema Scherenschnitt ein ganz modernes, installatives Konzept. Zahlreiche Preise und Stipendien hat die junge Absolventin des renommierten Londoner Goldsmith College für ihre ungewöhnlichen Scherenschnitt-Objekte bereits gewonnen. Sie war als artist in residence zu Arbeitsaufenthalten in Japan, Israel, Brasilien, USA, Australien und Indien. Unter dem Titel ‚totem tree’ präsentiert die Galerie p13 ab 12.6. neue Scherenschnitt-Arbeiten und Lichtinstallationen der talentierten Engländerin.
Ort: Galerie p13 bis: 2008-06-10
Künstler: adriaan rees, alexander ginter
Thema: Die Umgebung und die Zeit formt die Erfahrungen des Menschen – der Mensch kann Einfluss nehmen auf seine Umgebung; diese wechselseitige Beziehung der Welt auf den Einzelnen und den Einfluss, den ein Einzelner auf seine Umgebung ausüben kann ist das Thema der Gemeinschaftsausstellung der Konzeptkünstler Adriaan Rees und Alexander Ginter in der Heidelberger Galerie p 13. Auf effektvolle ironische Weise werden Fragmente der Wirklichkeit neu zusammengesetzt und verblüffen den Besucher mit einer unerwarteten Vergangenheitsschau. Die eigens für die Ausstellung konstruierte Kleiderinstallation von Rees, bestehend aus einer demografischen Kleidersammlungsaktion von Bürgern aus dem Raum Rhein-Neckar, fokussiert auf die Vergangenheit des Einzelnen aus unserer Region und wird ergänzt und in Kontrast gesetzt durch die Arbeiten von Ginter, die einen stärker globalen Ansatz haben. Kleider sind Fragmente menschlichen Lebens. Sie können viel über eine Person aussagen, sie stellen einen Teil der Persönlichkeit da, irgendwann sind sie abgetragen, nicht mehr aktuell und werden abgestreift, abgelegt und durch neue ersetzt. Wäre das Sich Trennen von der Vergangenheit doch nur genauso leicht zu vollziehen wie der Imagewechsel durch Kleider, Alexander Ginter setzt sich mit diesem Thema auseinander in seinem „TimeWalk“, einer Reise durch die Zeit, angefangen in seinem Geburtsjahr 1972 verfolgt er die Spuren der Zeit in jährlicher Abfolge. Markante, zeitprägende Ereignisse werden zunächst in einer Fotokollage zusammengestellt und dann mittels einer hierfür eigens vom Künstler entwickelten Technik auf eine zuvor speziell präparierte Leinwand übertragen. Für jedes Werk wählt er stets zwölf Personen und Ereignisse aus (für jeden Monat einen), die das Weltgeschehen nachhaltig beeinflusst haben oder für seinen persönlichen Erlebnisschatz stehen. Der Friedensnobelpreisträger des jeweiligen Jahres ist allerdings immer vertreten, denn darum geht es ihm, wie politische und wirtschaftliche Veränderungen und Ereignisse den Einzelnen prägen und einen Einfluss auf sein Leben und die Erfahrungswelt nehmen, der sinngebend und schicksalhaft ist. Der niederländisch Keramik- und Installationskünstler Ardriaan Rees, der international tätig ist, gerade mit Ausstellungen in Tokio und Shanghai zu sehen war und in diesem Jahr auch wieder auf der Art Cologne präsent sein wird, beeindruckt durch die handwerklich vollendete und reizvolle äußere Gestaltung seiner Keramiken, die mit Witz und Humor auf weiterführende Bedeutungsebenen verweisen. Dies geschieht auf eine sehr unaufdringliche Weise mit viel Esprit, denn der Betrachter entscheidet selbst, wie weit er gehen will und wie tief er sich von dem jeweiligen Werk entführen lässt. Mit den Keramikarbeiten in der Heidelberger Ausstellung zeigt sich Rees geprägt durch die traditionelle jahrtausendalte chinesische Keramikkunst. Ihr verleiht er neue witzige Aspekte, die zum Schmunzeln bringen und kokettiert mit seiner niederländischen Herkunft in ironischen Verweisen auf die Kopierversuche des Delfter Porzellans im 16. Jahrhundert. Beide Künstler gehen mit dem Thema ‚Erinnerung’ sehr eigenständig um und treten über ihre Kunst in einen Dialog, bei dem die Werke ihre Standpunkte wechselseitig spiegeln. Für die Ausstellung haben sich die beiden Materialkünstler etwas ganz besonderes einfallen lassen, das auch einen spannenden Live - Event zur Vernissage beinhalten wird, soviel sei verraten, es wird um das Thema Kleidung und Wasser, Zeit und Erinnerungen gehen…
Ort: Galerie p13 bis: 2008-05-01
Künstler: Kim Young-Hee
Thema: +Living sculptures and paper worlds - zwischen kindlicher Leichtigkeit und hintergründigem Esprit – oder koreanische Tradition trifft westlichen Zeit-geist: die Skulpturen und Fotoinstallationen von Kim Young-Hee*/ Ausschließlich aus dem in Korea gerne verwendeten Maulbeerbaumpapier bestehen die unterschiedlich großen Papierskulpturen, die Kim Young-Hee herstellt. Das Material wird in mehreren Lagen übereinandergeklebt, wobei die Künstlerin die Papierstücke nicht schneidet, sondern mit ihren Händen zerreißt. Ist die Figur stabil, wird sie in freiem Duktus mit Pinsel und Farbe bearbeitet. Kennzeichnend für Kim Young-Hees Werk ist ihr einzigartiges handwerkliches Können, welches sie durch Kombination mit koloristischer Malerei und spielerischer Erzählstruktur von der koreanischen Tradition in die Moderne führt. Viele ihrer Figuren und Fotoinstallationen zeigen Momentaufnahmen des Alltags, reduziert auf die notwendigen Elemente, die den Betrachter zum Verweilen und Nachdenken anregen. Die meditative Kraft ihrer Werke, die voller Liebe für die koreanische Tradition und ihre eigene Erfahrung sind, spiegeln sich in der Einfachheit und Klarheit der Kompositionen. Ihre Arbeiten sind erfüllt von Phantasie und Träumen und zeigen eine große Achtsamkeit für das Gefühl und die Natur. Die unerwarteten Formen und Eindrücke machen die Natur der Dinge begreifbar, enttarnen sie doch die Illusion und eröffnen den Blick für eine überraschend neue Seite des Lebens. In ihrer Werkserie „Living Sculpture“, ihren jüngsten Arbeiten, löst Kim Young-Hee sich erstmalig von Papierskulpturen und verwendet stattdessen lebende Modelle, die sie zusammen mit Papierobjekten zu Szenarien voller Poesie und Skurrilität inszeniert. Die künstlerische Arbeit ist dadurch noch komplexer geworden und verbindet die Bereiche Malerei, Skulptur und Fotografie zu einer erzählerischen Gesamtinstallation. Indem sie die Papierfiguren durch lebende Modelle ersetzt, denen sie aber durch Bemalung wieder einen irritierenden Akzent verleiht, erreicht die Künstlerin eine weitere Verfeinerung der von ihr angestrebten Verflechtung von realem Alltag und künstlerischer Gegenwelt.
Ort: Galerie p13 bis: 2008-03-09
Künstler: Nathalie Braun Barends
Thema: NatHalie Braun Barends, die ihren Master in Communication and Arts an der University Sao Paulo absolvierte, ist eine in vielen Kulturen beheimatete Künstlerin, die auf der Basis eines selbstreflexiven, intuitiv-naturbezogenen philosophischen Konzeptes ein neues bildnerisches Modell mit einem hohen kreativen Bewußtsein formuliert. Ihre meist multidimensionalen und multimedialen Raum- und Lichtinstallationen manifestieren sich dabei als grenzerweiternde innovative Werkgestaltungen, die für die bildende Kunst ein hohes Potenzial an zukunftsgerichteten Perspektiven eröffnen. Grundlage ihres philosophischen Konzeptes ist das Energiesymbol der “HMap”, das in vielen ihrer Werke präsent und essentiell für ihre Lebensauffassung ist. Es vermittelt u. a. sogenannte ‘H’ Werte, d.h. Begriffe, wie z. B. Health, Honesty, Humour, Harmony ... Seit 2006 schuf sie als „Artist in Residence“ der Kunsthalle Mannheim eine Reihe von architekturbezogenen Licht-Installationen, Bildern, Zeichnungen, Plastiken, Design-Objekten, Videoarbeiten, Fotografien und Büchern, die nicht nur das Wahrnehmungsvermögen des Betrachters, sondern auch seine Assoziations- und Reflexionswelten sehr vielschichtig anregen. Für die Heidelberger Ausstellung entwickelte NatHalie Barends ein Ausstellungskonzept, das auf den vielfältigen Ausdrucksformen des Lichts aufbaut. Licht wird dabei etwa in den „Revealing Paintings“ als ein vielschichtig wahrnehmbares Ereignis raumaktiver Farben erfahrbar oder manifestiert sich im Zusammenhang mit ihren Lichtinstallationen als symbolisch aufgeladene, raum-zeitlich pulsierende Wahrnehmungsräume. Die im Innenraum gezeigten „Revealing Paintings“ sind außergewöhnliche bildnerische Ergebnisse einer „Mannheimer“ Werkphase, bei der die Künstlerin einen Zyklus von Leinwandarbeiten und Löschdecken-Bildern malte, Werke, für die es keine Parallelen in der Kunstgeschichte gibt. Die Bilder unterschiedlicher Größe und Textur wurden mit speziellen Nachtleuchtfarben und Mischtechniken gemalt. Auch wenn der Betrachter einige Werke zunächst als Manifeste einer neuen lyrisch-abstrakten, gestisch-eruptiven und leuchtend-pulsierenden Licht-Malerei anerkennen könnte, so kristallisieren sich bei einer längeren Betrachtung klarer werdende Konfigurationen heraus, die u.a. symbolische Schriftzeichen, Runen, figürliche und naturbezogene Motive oder Darstellungen der „HMap“ und des „HBeing“ auftauchen lassen. Vom Hof der Galerie strahlt ein leuchtstarker, grüner Laserstrahl vertikal in die unendlichen Weiten des Weltalls, um zum einen den „Standort Kunst“ mit einer energetischen Selbstbehauptung zu markieren, und zum anderen die Phantasie des Betrachters einzuladen, vielfältige Gedanken- und Assoziationsfelder zu ergründen. Wie in Heidelberg so positioniert NatHalie Barends auch an anderen ausgewählten Ausstellungsorten einen grünen Laser, um ihre Bildsymbole mit dem Medium Licht wie eine „Künstlersignatur“ in den Weltraum zu entsenden, damit sie sich irgendwo in der Unendlichkeit treffen. Darüber hinaus bleibt hier noch genügend Raum für Unvorhersehbares ......