
Ort: Galerie Viktor Grray bis: 2010-11-20
Künstler: Yury Seliverstov
Thema: Die Geschichte der Gegenwart hat uns gezeigt, dass sie nicht von einem Moment zum nächsten endet, wie es Szenen in einem Film tun oder die letzte Zeile den Abschluss eines Buches markiert. Nein, die geschichtlichen und soziokulturellen Übergänge verlaufen fließend. Jedes Ereignis erreicht sein logisches und konsequentes Ende, die Geschichte aber lebt in den Köpfen und im Alltag der Menschen weiter; rechtfertigt ihr Denken und Handeln. Selbst wenn die Augenzeugen der geschichtlichen Ereignisse verstorben sind, die Welt lebt mit den Nachwirkungen weiter. Denn Geschichte verschwindet nicht, sie dringt leise in die Realität und verändert das Leben der Menschen nachhaltig – bewusst oder unbewusst. Jene von jenen Menschen geschaffene Welt, löst sich in uns auf und beeinflusst unsere Wahrnehmung auf die Welt. Unser Leben, unsere Welt, ist in Kapitel aufgeteilt und jedes neue Kapitel setzt sich als ein Postskriptum für das vorhergehende zusammen. # Yury Seliverstov konzentriert sich in seinen Fotografien auf Gegenstände und Symbole der Umwelt. Durch die äußerlichen Erscheinungsformen des Lebens, die im Detail vorherrschend sind, kann man das innere Leben der abgesonderten Gruppen der Menschen und die ganze Gesellschaft insgesamt tiefer verstehen. Gezeigt werden Arbeiten der letzten 6 Jahre, alle aus verschiedenen Regionen Russlands. Den Schwerpunkt der Ausstellung bilden jedoch Arbeiten, die die russische Exklave OSTPREUSSEN mit der Hauptstadt Kaliningrad thematisieren. # Die Eröffnung der Ausstellung findet im Rahmen der DC Open Galleries 2010 am 03.09.2010 von 18-22 Uhr statt und wird anlässlich der Quadriennale - Kunstgegenwärtig 2010 "deutschlandpremieren" gezeigt.
Ort: Galerie Viktor Grray bis: 2010-06-26
Künstler: Vincent Barré / Julia Lohmann
Thema: Die Galerie Viktor Grray zeigt zum ersten Mal in Deutschland unter dem Titel "BIS" die beiden Künstler in einer gemeinsamen Ausstellung mit Malerei auf Aluminium von Julia Lohmann (Düsseldorf) und Aluminiumgüsse und Serigrafien des Bildhauers Vincent Barré (Paris). # Zwischen beiden ist eine dialogische und sich gegenseitig wahrnehmende Qualität spürbar - ein Sinn für Material, Klarheit der Form und das Interesse am Lebendigen. Zwei Universen, normalerweise in Distanz, stehen sich hier in ihren erdhaften und fluidenden Formen und Beziehungen gegenüber. # Von Düsseldorf nach Paris, nach Tianjin, Berlin, Saint Firmin des Bois begegneten sich der Bildhauer Vincent Barré und die Malerin Julia Lohmann seit 25 Jahren. # Julia Lohmann studierte in den 1970er Jahren bei Dr. Joseph Beuys und Dr. Erwin Heerich an der Kunstakademie Düsseldorf. Sie ist Gastprofessorin an der Kunstakademie Tianjin, China. Vincent Barré ist Bildhauer, Architekt und Professor für Skulptur an der École nationale des Beaux-Arts de Paris.
Ort: Galerie Viktor Grray bis: 2010-04-23
Künstler: Alexander Grinberg / Vadim Gushchin
Thema: Die Kunstszene in Düsseldorf-Flingern macht von sich reden, dazu gehört die Galerie Viktor Grray. # Der russische Fotograf Vadim Gushchin, Jahrgang 1963, hatte die Technische Universität in Moskau besucht und in der Armee gedient, als er 1989 "Seiten aus dem Tagebuch eines Soldaten" herausgab. Das Verwunderliche an diesen Aufnahmen ist, dass sie nichts mit Armee-Propaganda zu tun haben, sondern an Konzeptkunst der 70er Jahre erinnern. Gushchin gehört zur neuen Generation Moskauer Künstler, die sich als Kunstfotografen einen Namen machen. # In der Galerie Viktor Grray präsentiert er Schwarz-Weiß-Aufnahmen als extreme Licht- Schatten-Spiele. Er konzentriert sich auf Stillleben, zeigt Bücher-Stapel aus Bibliotheken, Eierbehälter aus Pappmaché, zu Säulen gerollte Papierseiten, insgesamt also nichtige Alltagsgegenstände. Er inszeniert sie zu Stillleben, indem er die Dinge auf Regalbretter wie auf Präsentierteller stellt. Jedes Motiv wird auf diese Weise zu einem Teil eines imaginären Archivs von Gegenständen. # Gushchin knüpft mit seiner Kunst an die Stilllebenmalerei und den Piktorialismus in der russischen Fotografie an. Die Tageslicht- Aufnahmen überhöhen die banalen Alltagsdinge und überführen sie in eine lautlose Stille und Zeitlosigkeit. Dabei wird deutlich, dass die alte Tradition der relativ jungen Konzeptkunst nahe steht, wie sie von dem um 15 Jahre älteren Japaner Hiroshi Sugimoto vertreten wird. Beide Künstler beschäftigen sich in ihren höchst präzisen, sehr ruhigen Darstellungen mit Fragen von Realität und Abbildung, mit dem Vergehen und Festhalten von Zeit und vor allem mit Schatten und fein nuancierten Abstufungen von Grautönen. # Parallel dazu zeigt die Galerie Viktor Grray mit Alexander Grinberg (1885-1979) einen Vorreiter des Piktorialismus, dessen Stil im Einklang mit der mystischen Atmosphäre von Landschaften und Gegenständen steht. © Helga Meister # # Die Ausstellung „ÄSTHETIK DER STATIK“ von Alexander Grinberg und Vadim Gushchin verbindet die Arbeiten zweier Moskauer Fotografen, ungeachtet der stilistischen und epochalen Unterschiede in ihren Werken. Die piktorialistischen Arbeiten Alexander Grinbergs vereinigen sich mit den minimalistischen und gegenständlichen Kompositionen Vadim Gushchins. # Der Titel der Ausstellung ist an die 1920er angelehnt, als die Fragen der Dynamik und der Statik diskutiert wurden und in diesem Jahrzehnt ihren Höhepunkt ereichten. # Gushchin zeigt helle Gegenstände auf schwarzen Hintergrund, aufgebaut in einer strengen, reduzierten Ordnung. Eine Serie Grinbergs aus dem Jahre 1928, im Studio „Weri Maya“ aufgenommen, stellt Tänzerinnen und Tänzer dar, die mit ihren Figuren komplizierte geometrische Kompositionen aufbauen - an eine gegenständliche Errichtung erinnernd. Die „Kunst der Bewegung“ erstarrt in der expressiven Anstrengung des Augenblicks.