
Ort: HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU bis: 2014-08-24
Künstler: Ji Hyun Kwon
Thema: Der Mensch ist seiner Natur nach ein auf Gemeinschaft angelegtes und Gemeinschaften bildendes Wesen, ein zoon politikon (Lebewesen in der Polisgemeinschaft), wie schon Aristoteles formulierte. Kein Mensch ist in der Lage, ohne soziale Bindungen zu leben, ohne Familie, Freunde, Gemeinschaft. Weil wir Menschen sind, sollten wir ein soziales Bewusstsein entwickeln und soziale Verantwortung tragen und teilen – konstituierende Elemente für jede Gesellschaft. Selbst die ultimative Selbstverwirklichung ist nur möglich im Rahmen der menschlichen Gemeinschaft: Der Mensch betätigt seine Verstandes- und Charaktertugenden stets im Umgang mit anderen Menschen. Für Aristoteles war deshalb das politische Leben das Zweitbeste (gleich nach dem Philosophieren). Während ich meiner künstlerischen Betätigung nachgehe, sterben an anderen Orten der Welt Menschen; und während ich meine Arbeiten in einer Galerie für eine Ausstellung arrangiere, schreien andere Menschen um Hilfe und Beistand. Ich fühle mich – in meinem Innersten – schuldig, weil ich etwas Wichtiges unterlasse, um etwas Anderes unternehmen zu können. Es bedrückt mein Herz; ich kann und will dieses Schuldgefühl nicht länger ignorieren. Als Mensch erlebe ich die Welt vor allem in ihrer sozialen Dimension. Hier ist es angesiedelt, das richtige Leben und Tun. Mein Ideal ist eine künstlerische Arbeit, in der sich die Fotografie auf mein Innerstes beruft und dieses zugleich stützt. Ein geflügeltes Wort besagt, dass bedeutende Kunst nur von einem bedeutenden Menschen kommen kann; man könnte auch sagen: große Kunst bedarf einer gesteigerten Dimension des Humanen. Das ist auch meine Überzeugung. Ich möchte ein Leben führen, das die Dimension des Humanen stets im Blick behält. Der Ausgangspunkt meines Projektes war das eigene Gefühl von Schuld. Doch ich suchte und fand Menschen mit ähnlichen inneren Problemen; Menschen, die sich schuldig fühlten aufgrund ihrer Persönlichkeit, ihres Eigensinns, aufgrund bestimmter Entscheidungen in der Vergangenheit oder spezieller Erfahrungen, die sie machten. Das Schuldbewusstsein, das sie artikulieren, gestattet Einblicke in ihr Leben und ihre Kultur. Aufrichtig danke ich meinen Modellen, die mir ihr Innerstes geöffnet haben, indem sie ein in ihnen verborgenes Bewusstsein der eigenen moralischen Schuld benannten und offenbarten. Jedes derartige Gefühl ist individuell in seiner speziellen biografischen Prägung. Die Porträtierten, aus den unterschiedlichsten Gegenden der Welt kommend, sind meiner Bitte gefolgt, haben schriftlich in ihrer jeweiligen Muttersprache fixiert, weshalb sie sich schuldig fühlen, und sich dieses Bekenntnis zugleich in provozierender Offenheit ins eigene Gesicht geschrieben. Derartiges fällt nicht leicht – ich schätze sie sehr dafür, und ich teile ihre Gedanken und ihren Schmerz. Ihre einzigartige Persönlichkeit wahrnehmend, bestätigten sie mich ein ums andere Mal in meinem Vorhaben. „Humanität ist die einzige Hoffnung.“
Ort: HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU bis: 2014-05-21
Künstler: Johannes Heinke
Thema:
Ort: HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU bis: 2014-08-17
Künstler: Alexandra Schumacher
Thema:
Ort: HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU bis: 2014-05-10
Künstler: Marc Jung
Thema:
Ort: HAMMERSCHMIDT + GLADIGAU bis: 2014-03-28
Künstler: Samantha Font-Sala
Thema: Sieben Porträts von sieben menschen aus sieben Ländern, die in Thüringen wohnen.