
Ort: Whiteconcepts bis: 2019-04-28
Künstler: Peter Kees
Thema: As an Arcadian ambassador, H.E. Peter Kees invites people from all walks of society into the Arcadian diplomatic vehicle to discuss burning questions of the present and how to shape the future. The interviews will be recorded during his sessions. Arcadia stood and stands for the longing for happiness par excellence. The idealized Greek landscape comes into the field of vision of artists, writers, philosophers and politicians. All are expressing the ancient desires for a perfect existence in this world, that has never really existed in the history of mankind, but which is all they sought after, imagined, projected and symbolized. Especially in times of upheavals and crises, the search for such a state has always been important. Peter Kees has been working artistically with the topos Arcadia since 2006. Since his participation in the Havana Biennale then, he has annexed several individual square metres in European countries and declared them Arcadian territory. As its ambassador he grants visas and asylum. His works have been shown in many museums and exhibitions in such institutions like the Mediation Biennale in Poznan/PL, the Museum of Contemporary Art Skopje, La Capella Barcelona/ES, the PAN Palazzo delle Arti Napoli/IT, the Neue Nationalgalerie and the Martin-Gropius-Bau in Berlin/DE, the Kunsthaus Bregenz/AT, the Kunsthalle Rostock and the Kunstfest Weimar/DE. Most recently he curated the first Arcadia Festival at the Kunstverein Ebersberg near Munich. The performance is part of our The X Part II (Anniversary) Show.
Ort: Whiteconcepts bis: 2019-04-14
Künstler: Käthe Wenzel
Thema: Die Galerie WHITECONCEPTS lädt Sie herzlich zu Käthe Wenzels Buchvorstellung "Mixed Systems" mit Präsentation und Künstlergespräch mit der Kuratorin Nicole Loeser ein. Käthe Wenzel konzentriert sich mit ihrer Arbeit auf soziale und kulturelle Mechanik und alternative Gesellschaftskonzepte. Sie infiltriert urbane Systeme und Servicefunktionen. Dazu setzt sie Strategien und Methoden der Street Art, des Internets, der Mechanik und Interviews mit verschiedenen Menschen um. Dem Konzept der öffentlichen Kunst folgend, sind ihre Medien Teil unseres Alltags. Alle Werkzeuge wie Straßenschilder oder Plakate sind es wert, ihre Ideen, Kunst und Botschaften zu verbreiten. Die vorliegende Publikation (232 Seiten, deutsch/englisch, Kerber Verlag, 2019) ist ihre erste Monographie, die ihr in den letzten 15 Jahren entstandenes Werk zusammenfasst. Diese Serien sind im Lieferumfang enthalten: "Maschinen und Dienstleistungen", "Urbane Systeme", "Organismen". Kapitel: Interview mit Gary van Wyk (Fotograf) "Was war die seltsamste Geschichte, die dir als Künstler passiert ist?" Gabriele Dietze (Kulturwissenschaftlerin), "Maschinenträume und Geschlecht. Geschlecht beim Lesen von Käthe Wenzels interaktiven Interventionen". Matthias Reichelt (Kulturjournalist) "Statt einer permanenten Linie zu Gott - eine permanente Linie zu den Menschen. Käthe Wenzels Kunst der Kommunikation". Jessica Ullrich (Kunsthistorikerin) "Überreste des Tieres. Käthe Wenzels Knochenstücke".
Ort: Whiteconcepts bis: 2019-04-28
Künstler: André Wagner (DE), Avelino Sala (ES), Elmar Hess (DE), Franziska Rutishauser (CH), Joachim Seinfeld (DE), Jovana Popic (HR-RS), Katrin Korfmann (DE-NL), Manzur Kargar (AF-DE), Nezaket Ekici (TR), Peter Kees (DE), PSJM (ES), Seet van Hout (NL), Uwe Poth (DE-NL), Thorsten Goldberg (DE), Wanda Stang (DE), Veronika Witte (DE)
Thema: Die Galerie WHITECONCEPTS freut sich, “The X“ zu präsentieren. Mit dieser Gruppenausstellung feiert die Berliner Galerie ihr zehnjähriges Bestehen. “The X (Anniversary) Part II” läuft vom 4. bis 28. April. Der zweite Teil unserer Jubiläumsausstellung zeigt eine Auswahl von Werken von 16 KünstlerInnen, mit denen die Galerie während dieses intensives Jahrzehnts zusammengearbeitet hat. 10 Jahre stehen vor allem für eine Zeitspanne, aber auch die Prägung eines Ortes innerhalb dieser Zeit. WHITECONCEPTS geht vor allem Fragen der Raumwahrnehmung nach und betrachtet dies als ein verbindendes Prinzip der künstlerischen Positionen. In enger Zusammenarbeit mit KünstlerInnen werden vorrangig gesellschaftskritische Projekte vorgestellt, die vielfältige und zukunftsweisende Perspektiven aufzeigen. Auf die avantgardistische Kraft der Kunst bauend, hat die Galerie ein internationales Netzwerk aufgebaut. WHITECONCEPTS ist zudem regelmäßige Herausgeberin von Künstlerkatalogen und -monografien. WHITECONCEPTS wurde 2009 von der Kuratorin und Kunstmanagerin Nicole Loeser gegründet. Die kuratorische Verpflichtung bestand immer darin, künstlerische Methoden zu erkunden, Debatten über aktuelle künstlerische Praktiken, Diskurse und Theorien anzuregen. Die Galerie konzentriert sich vor allem auf konzeptuelle Kunst und eine interdisziplinäre Auseinandersetzung mit verschiedenen Medien, darunter visuelle und skulpturale Arbeiten, Installationen, Performances und andere kreative Interventionen. Bislang kuratierte Nicole Loeser mit ihrem Team mehr als 80 Ausstellungen und zahlreiche Kunstprojekte und nahm an 30 internationalen Kunstmessen teil. Feiern Sie das Jubiläum mit uns in der WHITECONCEPTS Gallery, Auguststraße 35, 10119 Berlin: „The X (Anniversary) Part II“, 4. bis 28. April, Eröffnung: 4. April, 18:00 Uhr, mit Künstlergesprächen, Buchpräsentationen und Performances während der Ausstellung KünstlerInnen: André Wagner (DE), Avelino Sala (ES), Elmar Hess (DE), Franziska Rutishauser (CH), Joachim Seinfeld (DE), Jovana Popic (HR-RS), Katrin Korfmann (DE-NL), Manzur Kargar (AF-DE), Nezaket Ekici (TR), Peter Kees (DE), PSJM (ES), Seet van Hout (NL), Uwe Poth (DE-NL), Thorsten Goldberg (DE), Wanda Stang (DE), Veronika Witte (DE) Überdies freuen wir uns Sie zu weiteren Veranstaltungen im Laufe der Ausstellung einzuladen: Die Buchpräsentation zu „..“ und einem Künstlergespräch mit Käthe Wenzel: 14. April, 16:00 Die Buchpräsentation zu „Back Stages“ und einem Künstlergespräch mit Katrin Korfmann: 24. April, 18:00 Performances zum „Diplomatenauto“ von Peter Kees: 27. & 28. April, Uhrzeit wird demnächst angekündigt
Ort: Whiteconcepts bis: 2018-10-29
Künstler: Wanda Stang
Thema: WHITECONCEPTS Gallery freut sich, eine Einzelausstellung von Wanda Stang zu präsentieren, die ausgewählte Werke ihrer jüngsten Gemälde und Skulpturen zeigt. Die junge deutsche Künstlerin interessiert sich für Dinge aus vergangenen Zeiten, die bedeutsam bleiben. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass diese Dinge in ihren Gemälden fortbestehen und nachvollziehbar sind, selbst wenn sich der Kreislauf des Lebens geschlossen hat. Die verschiedenen Charaktere in ihren jüngsten Arbeiten spiegeln die verschiedenen Aspekte unserer Abhängigkeit von der Natur wider. Einzigartige Reflexionen von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft werden miteinander verbunden und zu Gemälden und Skulpturen entwickelt. Wanda Stang beschreibt grundlegende Bedingungen und Begriffe des Menschseins und schließt natürliche Lebenszyklen, wiederkehrende Muster und Symbole sowie Prozesse wie Selbstbewusstsein, Empathie und Toleranz mit ein. Die starke Sensibilität der Künstlerin bietet dem Besucher ein komplexes Angebot von Themen wie Leben und Tod, Kindheit und Alter sowie die unterschiedlichsten Wahrnehmungen des Lebens an sich. Jede Arbeit stellt eine einzigartige Bühne dar, auf der sich – mit zunehmendem Alter – die Wahrnehmung des Lebens verändern kann. Stangs Bilder durchdringen immer wieder Vorstellungen von Selbstwahrnehmung und Selbstempfindung: “TRÄUME UND WÜNSCHE CHARAKTERISIEREN UNS MENSCHEN. JEDER HAT EINE TREIBENDE KRAFT IM INNEREN. MAN MUSS DIES ERKENNEN UND VERSTEHEN, UM SEINEN EIGENEN WEG GEHEN ZU KÖNNEN “, SAGT DIE KÜNSTLERIN. Darüber hinaus haben visionäre Ideen und das Wesen der Romantik einen starken Eindruck auf Wanda Stang hinterlassen. Durch ihren originellen Schöpfungsstil gelingt es ihr, eine tiefe Verbindung mit den BetrachterInnen und mit zahlreichen Kulturen der Welt aufzubauen, da ihre Themen Gefühle eund Erfahrungen widerspiegeln, die sie mit vielen Menschen teilt. Wanda Stang ist eine deutsche Malerin, die in Berlin lebt und arbeitet. Sie absolvierte ihr Studium der Malerei und Textilgestaltung an der Kunsthochschule Weißensee und schloss 2015 als Meisterschülerin ab.
Ort: Whiteconcepts bis: 2018-06-23
Künstler: Kim Albrecht | Marisa Benjamin | Rachel Bernstein | Valentina Berthelon | Marta Dell’Angelo | Magali Desbazeille | Andrés Galeano | Muriel Gallardo |Thorsten Goldberg | Julia Krahn | PSJM |Casey Reas |Aiko Tezuka | Tomoyuki Ueno
Thema: How much does your SELF depend on others? To what extent is the bubble surrounding you shaping WHO YOU ARE? This project is an interdisciplinary art exhibition & conference devoted to the problem of Bubbles and the illusory yet tangible phenomena of self identity. We intend to merge the borders between philosophy, social psychology, neuroscience, and aesthetics, converging on multiple art disciplines. The project Bubbles explores the building up of the social and personal identity, as a constitutive process in living beings, as a process of demarcation and delimitation across groups, as a blurred and flittering complex phenomenon. Identities and the self, yet historically, culturally and socially determined, can be conceived as unstable, emerging and constantly changing, as physically instantiated processes. In virtual space we blend the features of our identity into an ostensible coherent matter. But what is coherence? The looking glass self is a mirror of the society, and yet it constitutes society. As the identity assimilates to the bubble, the bubble becomes the identity. Its weakness makes up its power. Although caught up in the anonymity of the bubble, as one among many, the individual self can be the tipping point for the holistic identity to emerge. And yet, it will never be able to break out of this bubble. Bubbles invite an exploration of the ubiquitous, constructed, immeasurable and fortuitousness nature of identity, uncovering its unconscious/intangible quality. With this project we discover the dynamic nature of the interplay of social and individual identity. Focusing on the transparent and illusory, yet tangible and dividing quality they have. Bubbles takes inspiration from diverse contemporary social phenomena, derived from digitalization, migration, globalization, truncated trans-culturization and hypermodern societies. In which spatial segregation of diverse social groups, whom living in the same physical space, but without relating to each other, conform to different and parallel layers or realities and virtualities. Bubbles also is based on recent discussions about social bubbles, the isolation and separation of groups according to their preferences, but also across languages, habits, style, personality among others. The bubble metaphor applies to the ever growing atomization of our societies, where individuals relate less and less with others through enacted ‘real’ interpersonal relations, relying more and more on mediated forms of digital interaction (e.g. social networks). All these play a central role organizing society as bubbles within bubbles or layers within a system. Bubbles challenges our most basic assumptions about who we are, our beliefs and how our identity, desires, fears and hopes are ‘just’ built up from our social and physical context. We intend to highlight how we innocently “hold” to our beliefs and identities as being something definitive and factual. With Bubbles we will explore an interdisciplinary and interactive debate on this very process of identity, as social and individual phenomena. The art exhibition will be composed of several artworks, ranging from installations, paintings to video, performance, etc. Talks with artists and experts will present theoretical perspectives and cutting edge research by leading scientists from diverse disciplines. By means of workshops, screening program and dialogues, artists and scientists will invite the viewer to join a collective reflection about the topic. Participating artists: Kim Albrecht | Marisa Benjamin | Rachel Bernstein | Valentina Berthelon | Marta Dell’Angelo | Magali Desbazeille | Andrés Galeano | Muriel Gallardo |Thorsten Goldberg | Julia Krahn | PSJM |Casey Reas |Aiko Tezuka | Tomoyuki Ueno Organizing team of the exhibition: Nicole Loeser, Curator, art manager and owner of WHITECONCEPTS Gallery; artistic director at Institute for Art and Innovation. Muriel Gallardo, Co-curator, visual artist MA, currently resident artist of Künstlerhaus Bethanien Program: 18./19.05.2018 2 days conference of academic presentations It accompanies the art exhibition and includes diverse activities such as didactic workshops, group discussions, and a film screening program. (please check website for further information) Core organizing team of the conference: Dr. Vittorio Gallese, Professor of Human Physiology at the University of Parma, Italy, professor in Experimental Aesthetics at the University of London/UK and visiting professor at the Berlin School of Mind and Brain within an Einstein Fellowship for 2016-2018. Expert in Neurophysiology, Cognitive Neuroscience, Social Neuroscience, and Philosophy of mind. As one of the discoverers of mirror neurons his research attempts to elucidate the functional organization of brain mechanisms underlying social cognition, including action understanding, empathy, language, mindreading and aesthetic experience. Dr. Laura Kaltwasser, Post-doctoral researcher in the Berlin School of Mind and Brain. Humboldt University. Working with Prof. Dr Vittorio Gallese. Simon Guendelman, MD. Doctorate candidate in the Berlin School of Mind and Brain. Humboldt University. Psychiatrist and psychotherapist. www.watchyourbubble.de (shortly online) The conference is organized by the Einstein Foundation and Berlin School of Mind and Brain in collaboration with the Humboldt-University. The art exhibition is organized by the curators, Galerie Nord - Kunstverein Tiergarten and gets supported by the Einstein Foundation. Press contact: Nicole Loeser, nicole.loeser@watchyourbubble.de, +49177 7878578
Ort: Whiteconcepts bis: 2018-06-23
Künstler: Kim Albrecht, Albert Barbu, Marisa Benjamim, Rachel Bernstein, Valentina Berthelon, Marta Dell’Angelo, Magali Desbazeille, Andrés Galeano, Muriel Gallardo, Thorsten Goldberg, Julia Krahn, PSJM, Casey Reas, Aiko Tezuka, Tomoyuki Ueno
Thema: watchyourbubble.de Die interdisziplinäre Kunstausstellung und Konferenz Watch Your Bubble! befasst sich mit Blasen als Wissensformationen und Metaphoriken für Phänomene der Selbstidentität auf individueller und sozialer Ebene. Über die disziplinären Grenzen von Philosophie, Sozialpsychologie, Neurowissenschaften und Ästhetik hinweg betrachtet das Projekt die komplexen Entstehungsmechanismen sozialer und persönlicher Identitäten als konstitutive Prozesse der Demarkation und Abgrenzung. Im Rahmen von Ausstellung, Konferenz und einem umfangreichen Begleitprogramm erkundet das Projekt nicht zuletzt die Schnittstellen verschiedener Bereiche und fördert den produktiven Austausch zwischen Künsten und Wissenschaften. Inspiriert von jenen zeitgenössischen sozialen Phänomenen, die sich aus Digitalisierung, Migration, Globalisierung, Transkulturalität und anderen Dynamiken hypermoderner Gesellschaften ergeben, begreift Watch Your Bubble! Identitäten als biologisch, historisch, kulturell und sozial determiniert, also als veränderliche, kontinuierlich im Werden befindliche Konstrukte. Darüber hinaus bezieht das Projekt jüngste Diskussionen über so genannte „soziale Blasen“ mit ein, Gruppen, die sich durch bestimmte Vorlieben, Sprachen, Gewohnheiten oder Stile aber auch Abhängigkeiten konstituieren und zugleich von anderen abgrenzen. Damit einhergehend steht eine zunehmende Atomisierung „der Gesellschaft“ zur Debatte, in deren Rahmen Individuen sich weniger durch persönliche zwischenmenschliche Beziehungen, sondern maßgeblich vermittels digitaler Interaktionen wie etwa über soziale Netzwerke miteinander verbinden. Somit bietet Watch Your Bubble! eine interdisziplinäre und diskursive Plattform zum ergebnisoffenen Reflektieren und Diskutieren individueller und sozialer Phänomene anhand von teils interaktiven Installationen, Objekten, Gemälden, Videos, Performances, Vorträgen und Diskussionsrunden von und mit Künstler*innen, Kurator*innen und Wissenschaftler*innen.
Ort: Whiteconcepts bis: 2018-02-27
Künstler: Top 100
Thema: „The Universal Sea – Pure or Plastic!? is an art and innovation project with three intertwined goals: Rediscovering the role of the artist in our society, revealing the opportunities of art meeting entrepreneurship, while fostering creative solutions to fight plastic waste in the waters. To no other discipline, art engages in questioning and rethinking existing systems. Artists are in fact change agents, with the ability to affect society for the better. Expanding this process through co-creation and entrepreneurship will explore new business models for artists and motivate innovative solutions bringing forth ecological and social change. To do so the project brings together artists, art historians and public educators, innovative creative hubs, scientists researching “Waste in the Seas”, entrepreneurs and experts of entrepreneurial design and further more academic and innovative cultural actors. Through a worldwide open call more than 250 creatives from around the globe applied with their artworks dealing with water in the Anthropocene. By combining the most innovative artistic works chosen by an international jury ( mid March), the latest scientific insights and the best entrepreneurial know-how the project aims at gathering a community of people by fostering and developing new technologies to solve plastic dumping in the world. Therefore a dynamic online platform serves the change-makers as a hub and network to spread ideas, actions, and solutions. The project was initiated by the Institute for Art and Innovation, a multidisciplinary institute that explores and promotes art and innovation as a means to foster social impact and change. Funded by the EU its main project partners are the Foundation of Entrepreneurship, Berlin, the Center for Polish Sculpture, Oronsko/Poland, HybridArt, Budapest/Hungary and the European Coastal Union EUCC During 2018, all around Europe, activities such as art residences, public workshops and travelling exhibitions are organised to get the public involved. They also have been building a facebook base of like-minded people reaching 40k in a very short time and started collaborations with various universities around Europe, such as the Europa University Flensburg, the Mediadesign Hochschule Berlin, the Munich Business School, the Aalto University, Espoo and the Moholy-Nagy University of Art and Design Budapest. In February 2018 the gallery WHITECONCEPTS serves as a lab for the project team. It gives an overview about the project activities and addresses issues of water pollution through free programs and public discourse.
Ort: Whiteconcepts bis: 2017-11-27
Künstler: PSJM, Avelino Sala
Thema: Im November zeigt die Galerie WHITECONCEPTS zum dritten Mal eine Ausstellung des Künstlerduos PSJM in Verbindung mit Arbeiten von Avelino Sala. Obwohl die drei Künstler sich in ihren Medien sehr unterschiedlich äußern, haben sie durch ihre kritische Reflexion der Realität und Betrachtung der Gegenwart und Zukunft, einen ähnlichen Ausgangspunkt. PSJM, wie auch Avelino Sala, sind politisch aktiv und an zeitgenössischen Fragestellungen interessiert. Die Ausstellung „Dreams and Realities“ (dt. Träume und Realitäten) zeigt ein Konglomerat ihrer einzigartigen, nachdenklichen und kritischen Werke. Hinter der Marke PSJM verbirgt sich eine kritisch-künstlerische Grundhaltung, die Fragen an den Kunstmarkt, die Kommunikation mit den Käufern als auch an die Funktion künstlerischer Qualität stellt. Das Duo nutzt die kommunikativen Ressourcen des spektakulären Kapitalismus, um die Relevanz seiner Paradoxien, die seine eigene chaotische Entwicklung bewirken, hervorzuheben. Auf PSJM zu treffen bedeutet, die traditionellen Annahmen über künstlerisches Handeln auszuklammern. Bei einer Begegnung mit ihnen bleibt gewissermaßen unklar, ob sie Künstler oder Kreative aus der Werbebranche sind. Mit “Ex perimental Marketing” erzeugen sie bewusst diesen Irrtum und präsentieren ihn als Arbeitsstrategie. Ihr Wortspiel, “Ex perimental Marketing”, betont den geschäftlichen Charakter der Kunst und bezieht sich dabei auf den klassischen Zynismus, der darauf abzielt, Bräuche und soziale Konventionen zu einem Punkt der Absurdität zu überführen. Darüber hinaus wird bei diesem riskanten Geschäft der Künstler als kapitalistischer Werthersteller und das Kunstwerk als Warenfetisch definiert. Revolution und Aufstand als politische Mittel sind ebenso ein Thema in der Arbeit von PSJM wie Kunstmarkt und Kapitalismus. Dabei präsentieren sie Visionen, die ein mögliches Ergebnis eines effektiven politischen Ausdrucks von der bürgerlichen Seite beschreiben. Ihre Arbeiten lassen uns an die Zukunft denken – nach einem globalen Aufstand, als wenn wir schon in Utopia gelebt hätten und uns der reinen Schöpfung schöner Formen hingeben könnten. “Formen für eine perfekte Welt: Es gibt keine Ungleichheit oder Ungerechtigkeit mehr auf der Welt. Menschliche Beziehungen gedeihen in Harmonie und Frieden. Nach dem globalen Aufstand gibt es für nichts mehr zu kämpfen, nichts mehr zu kritisieren, nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste. Endlich können wir uns den schönen und angenehmen Formen hingeben”, so die Künstler. PSJM stellt sich die Welt nach diesem Umbruch als Neubeginn ohne jegliche Strukturen vor und damit ohne die Möglichkeit, Kritik zu üben, doch Freundschaft und Vertrauen unter Menschen und umweltfreundliche Interessen gäbe es immer noch. Avelino Sala hinterfragt die kulturelle und soziale Realität mit einer spätromantischen Perspektive durch eine kontinuierliche Erforschung sozialer Bilder. Sein Schaffen gestaltet sich aus der Bemühung, die Kraft der Kunst als experimentellen Raum zu überprüfen und neue Realitäten durch diesen zu ermöglichen. Die Ästhetik, die zu einem großen Teil ethisch bestimmt ist, tritt im Werkprozess Salas zunehmend auf und formuliert einen Diskurs, der deutlich persönlich, kohärent und komplex in seiner Lesbarkeit und Präsenz ist. Sala´s Bilder erscheinen uns weitgehend wie Allegorien oder Metonymien, die die Einsamkeit des Individuums veranschaulichen: Schwächen, die in der eigenen Persönlichkeit entstehen und sich, während das Selbst dem Wesen der Geschichte des globalen Diskurses unterliegt, Fragen zur Identität und zum Gedächtnis stellt. Dies unterstreicht die Vergänglichkeit und die Zugehörigkeit zu einer Form des Nicht-Ortes. Nach Salas Ansicht gestaltet sich die Arbeit des Künstlers immer komplexer. Derzeit bietet sie endlose Strukturen, die nicht nur den Produktionsaufwand einer Arbeit reduzieren, sondern als Strategie gedacht werden müssen. Verschiedene Stufen aus Öffentlichkeitsarbeit, Theorie, Planung und Präsentation von Projekten, deckt er als ökonomische Ressourcen auf und implementiert diese. Der Künstler ist für ihn ein Kulturmanager, ein PR-Spezialist, ein Produzent seiner Arbeit, ein Verleger, ein Designer, ein Galerist und vieles mehr. Er vermutet sogar, dass Künstler in Zukunft mehr dazu neigen werden, ein Büro oder ein Lager zu nutzen anstatt eines Studios. Das Wichtigste für Sala ist, die passende Zeit für jede Aktivität zu haben, um ein ernsthaftes und ehrliches Produkt einer Arbeit zu erhalten. Er ist der Ansicht, dass auch die strukturelle Basis scheitert, wenn die Arbeit fehlschlägt. Über die Künstler: PSJM wurde 2003 von Pablo San José (*1969 Mieres/ES) und Cynthia Viera (*1973 Las Palmas/ES) gegründet. Ihr Oeuvre beinhaltet Arbeiten aus lackiertem Aluminium, Laminat auf Holz, Acryl auf Leinen sowie Gouache oder Tinte auf Papier. Darüber hinaus erschaffen sie Skulpturen, Wandmalereien, Videos und Animationen. Ihre Werke wurden weltweit wie z.B. in New York, Basel, Miami, Berlin, Sao Paulo, Stockholm und London ausgestellt. Avelino Sala (*1972, Gijón/ES) schloss sein Studium in Großbrittanien ab und kehrte dann nach Barcelona zurück, wo er lebt und arbeitet. Er nutzt eine Vielzahl von künstlerischen Medien wie Video, Skulptur, Fotografie, Zeichnung oder Installationen. Seine Werke wurden in vielen Einzel- und Gruppenausstellungen in renommierten Ausstellungshäusern und Galerien in Spanien, Frankreich, Italien, Russland, England, Osteuropa und Kuba gezeigt. Im Jahr 2010 erhielt er Stipendien der Royal Academy of Spain in Rom und des Centre de Arte Le Lait von Albi in Frankreich. 2014 wurde er mit Arbeitsstipendien ausgezeichnet, sowohl mitdem Residency Unlimited als auch dem im Laboral Art Center in New York. In November, the WHITECONCEPTS gallery presents an exhibition of the artist duo PSJM for the third time in connection with works by Avelino Sala. Although the three artists express themselves very differently in their media and representation, the artist have a similar starting point in their critical reflection on what constitutes reality and its contemplation of the present and the future. PSJM, as well as Avelino Sala, are politically active and interested in contemporary issues. Their exhibition “Dreams and Realities” is a conglomerat of unique, thoughtful and critical aspects in their works. Behind the name PSJM is a critical artistic foundation that questions the artworks on the market, communicates with the buyers or the function as artistic quality and uses the communicative resources of spectacular capitalism to emphasize the relevance of the paradoxes that origin from their own chaotic development, an requirement to exclude the traditional assumptions about artistic action. With “Ex perimental Marketing” they deliberately present a working strategy leaving the visitor unclear whether one works with artists or creatives from the advertising industry. Their pan emphasizes the commercial character of art and aims to bring customs and social conventions to a point of absurdity. In addition, artists are questioned to be a capitalist value publisher and artworks of pure formalism a commodity fetish. PSJM’s works are intended to think of the future – after a global uprising, when we would have already lived in utopia, and we could have abandoned ourselves to the pure creation of beautiful shapes. “Shapes for a perfect world: There is no inequality or injustice in the world anymore. Human relationships flourish in harmony and peace. After the Global Uprising there is nothing left to fight for, nothing to criticize, nothing to worry about. at last, now, we can abandon ourselves to the beautiful and comforting forms.”, the artists described. Revolution and insurrection a political means are as much a topic in the work of PSJM as the art market and capitalism. In doing so, they present visions which describe a possible result of an effective political expression from the bourgeois side. They imagine a world after this break as a new beginning without any structures and thus without any possibility to exercise criticism, nevertheless not to the exclusion of friendship and trust among humans and environmentally friendly interests. Avelino Sala’s artistic activity has prompted him to question the cultural and social reality with its late-romantic perspective with a continuous exploration of social images. In his work he tries to examine the power of art as an experimental space and to create new worlds through it. The aesthetics, which are to a large extent ethically determined, increasingly occurs in the producing process of the artist and formulate a discourse that is certainly personal, coherent and yet complex in its readings and appearance. The variety of technical mechanisms produced expressive expressions such as video, sculpture, photography, neon, drawing, or the plural world of objects. For Sala they retain their coherent idea of art, while still showing different looks. His images appear like allegories or metonymies that exemplify the loneliness of the individual, the weaknesses that arise in one’s own personality and, while subject to the essence of the history of global discourse, flow in the interstices and questions about identity and remembrance. According to Sala´s view the work of the artist has become so complex that currently it offers endless structures that not only reduce the production of the work, but are also planned as a strategy that goes through different stages from the public relations, the orgaisation, planning and presentation of projects, the implementation of projects, the capacity to find economic resources to implement them. In fact, the artist is a cultural manager, a PR specialist, a producer of his work, a publisher, a designer, a gallery owner and much more. Sala thinks that the artists more and more tend to use an office or a warehouse than a studio. The romantic idea of the ivory tower has vanished with the passing of time. The most important thing for Sala is to have the right time for each activity to enjoy them all and also to get a serious and honest product of his work as the structural basis fails when the work fails. About the artists: PSJM was founded in 2003 and is an artist duo, formed by Pablo San José (*1969 Mieres/ES) and Cynthia Viera (*1973 Las Palmas/ES). They work with media such as lacquered aluminum, laminate on wood, acrylic on linen and gouache or ink on paper. In addition, they have expanded their creative work into sculptures, wall paintings and videos. PSJM has been invited to numerous exhibitions worldwide. Recently, they were included in the publication “Younger than Jesus. The essential handbook on the future of the art” of the New Museum of New York, published by Phaidon. Avelino Sala (* 1972 Gijón/ES) completed his studies in Great Britain. His works have been shown in many group and individual exhibitions at prestigious exhibition halls and galleries in Spain, France, Italy, England, Russia, Eastern Europe, Hongkong, USA and Cuba.
Ort: Whiteconcepts bis: 2017-07-28
Künstler: Ce Jian, Yuzheng Cheng
Thema: Transeuropa | Ce Jian & Yuzheng Cheng Curated by Hannah Beck-Mannagetta & Lena Fließbach Opening: Wednesday, 19 July 2017, 7 pm Exhibition: 18- 28 July 2017 Address: WHITECONCEPTS . Auguststrasse 35 . 10119 Berlin Opening times: Mon - Fri 11:00 – 17:00 and by appointment Europe on trial. The refugee crisis, terrorist attacks, nationalist parties gaining traction in elections, Brexit. And all of a sudden, the European Union project is called into question. Based on a political map of Europe, the Berlin-based artists Ce Jian and Yuzheng Cheng played a game of Chinese Whispers in order to create 60 maps in 60 days using acrylic paint on paper. With the initial intent of creating a mimetic image of the original map, the artists proceeded to alternately use the map last received from the other artist as a model to create the next one. With this a joint diary developed, blurring the lines of individual authorship. Ce Jian grew up in Germany, Yuzheng Cheng in China, together they are familiar with the inside and outside perspective on Europe. The current upheavals in Europe and their media coverage, in which maps of Europe are omnipresent, inspired the artists to realize this project. In “Transeuropa” Ce Jian and Yuzheng Chen rearrange Europe. They react to the unpredictable dynamics of refugee routes, Frontex’s border management programs and continuous displacements of national barriers and within the EU with lapidary, ironic visions of the future. The full view of all 60 paintings is almost overwhelming. The map paintings, meandering through the exhibition space, render the chronological sequence and the gradual shifting of colors, shapes, and with them borders visible. Every political map has an element of subjectivity, it cannot possibly be neutral, and is simultaneously always an ideological instrument that reflects hierarchical structures. This installation metaphorically visualizes historical expansion, current instabilities and potential change within the EU as well as the numerous debates about its identity and form. The further the project advanced, the more monotonous the disciplined transfer of information in the process of painting—performed as faithfully as possible—proved to be. Following rational rules, the daily routine developed its own momentum out of exhaustion. This led to a spontaneous, increasing loss of control, infected with an anarchistic element. The deviations and “mistakes” made by each of the artists progress from map to map. Taking turns painting amounts to a discourse in which one party takes up the other’s prompt, yet also modifies and contradicts it. By and by, the primary information is mutated and distorted—although this process inherently questions “right” and “wrong”—until finally only quasi-abstract color fields remain, and the material takes on a life of its own. The additional pieces that the artists created parallel to the installation oscillate between a summary, essence and progress chart of the project. They take up elements of the working method; in the “Map Cuttings,” they condense these into collages of amorphous patches of color, abstracted from the depictions of individual countries. Their overpaintings on two found romantic landscape paintings, titled “Territorium,” expand the conceptual idea of work in the sense of art history and ideology. This genre of old European painting is closely linked to the idea of a homeland, as well as the passionate glorification thereof. Out of fear of those who were forced to leave their homelands, Europeans now imagine their homelands to be under threat. These artworks bring home the discrepancy between the external perception of Europe and its current cultural self-perception as a union. On the occasion of the exhibition, a limited-edition artist book will be published, featuring all of the paintings in chronological order; a flicker book of the EU map’s transformation. Enclosed between an abstract color palette as the front cover and a coloring book image of the EU as the back one, the maps form a narration without words. TRANSEUROPA, 120 pages, softcover, published by A Book Edition, www.abookedition.de Book launch: Miss Read, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 14 - 16 July 2017 Supporting Program: Wednesday, 26 July 2017, 6:30 - 7:30 pm Transeuropa - Walk the Talk With Dr. Willem Flinterman (Cultural historian, arabist, alumnus of the Eurasian Empires Research Group, University Leiden and Amsterdam, involved as organizer in Pulse of Europe, Berlin) and M. Walid Nakschbandi (Afghan-German journalist, jurist and political expert, AVE Publishing, Berlin/Düsseldorf) Due to current political events, the concept of Europe as a union is being put to the test. Through an artistic investigation of the subject of the map, the installation by Ce Jian & Yuzheng Cheng questions the status of the European Union and its individual member states in relation to domestic and foreign policy. What is the significance of the visual representation of countries, borders, routes of migration in the media from a political, ideological perspective? The two specialists from different fields will draw on their scientific backgrounds to discuss the themes of the exhibition in dialogue, with the artists and the audience. The talk format “Walk the Talk” is moderated by the curators Hannah Beck-Mannagetta & Lena Fließbach. Following the talk we have reserved a restaurant table at 9 pm. Please RSVP to join us for Walk the Talk Dinner to: lenafliessbach@gmail.com and hannahbeckmannagetta@gmail.com Press contact: For further information, to receive a selection of high res images, or to arrange an interview, please contact us by e-mail: presse@whiteconcepts.de or via phone + 49177 7878578. More information can be found on our website: www.whiteconcepts-gallery.com Transeuropa | Ce Jian & Yuzheng Cheng Kuratiert von Hannah Beck-Mannagetta & Lena Fließbach Eröffnung: Mittwoch, 19. Juli 2017, 19 Uhr Ausstellung: 18. - 28. Juli 2017 Adresse: WHITECONCEPTS . Auguststrasse 35 . 10119 Berlin . www.whiteconcepts-gallery.com Öffnungszeiten: Mo – Fr 11 – 17 Uhr und nach Vereinbarung Europa auf dem Prüfstand. Flüchtlingskrise, Terroranschläge, nationalistische Parteien gewinnen an Zuspruch bei den Wahlen, Brexit. Und plötzlich steht das Projekt Europäische Union in Frage. Ausgehend von einer politischen Europakarte haben die in Berlin lebenden Künstler Ce Jian und Yuzheng Cheng im Stille-Post-Verfahren über 60 Tage hinweg 60 Landkarten mit Acrylfarbe auf Papier erarbeitet. Mit dem ursprünglichen Anspruch, ein mimetisches Abbild der Originalkarte zu schaffen, nahmen sich die Künstler in der Folge immer abwechselnd die von dem anderen angefertigte Landkarte als Vorlage. So entstand ein gemeinsames Tagebuch, in dem die individuelle Autorschaft verschwimmt. Ce Jian ist in Deutschland aufgewachsen, Yuzheng Cheng in China, sie kennen die Innen- und Außenperspektive auf Europa. Zu dem Projekt bewogen, haben die beiden Künstler die aktuellen Umwälzungen in Europa und deren mediale Berichterstattung, bei der Landkarten von Europa seither omnipräsent sind. In „Transeuropa“ sortieren Ce Jian und Yuzheng Cheng Europa neu. Mit lapidaren, ironischen Zukunftsentwürfen reagieren sie auf die unberechenbare Dynamik von Flüchtlingsrouten, Frontex-Schutzprogrammen und fortwährende Verschiebungen innerhalb der EU und nationaler Barrieren. Die Gesamtansicht aller 60 Bilder hat etwas Überwältigendes. Die durch den Ausstellungsraum mäandernden Kartenbilder machen den zeitlichen Verlauf und die schleichende Verschiebung von Farben, Formen und damit auch Grenzen sichtbar. Jede politische Landkarte birgt stets ein subjektives Moment, sie kann unmöglich neutral sein und ist immer auch ein ideologisches Instrument, das Machtverhältnisse widerspiegelt. Die Installation visualisiert als Metapher die historische Expansion, die aktuelle Instabilität und den möglichen Wandel der EU sowie die zahlreich geführten Debatten um ihre Identität und Ausgestaltung. Umso weiter das Projekt voranschritt, umso monotoner gestaltete sich die disziplinierte und möglichst getreue Weitergabe von Informationen im Zeichenprozess. Rationalen Spielregeln folgend, entwickelte die tägliche Routine aus der Erschöpfung heraus eine Eigendynamik. Unwillkürlich führte dies zu einem sich steigernden Kontrollverlust, bei dem sich ein anarchistisches Moment einschlich. Die Abweichungen und „Fehler“ des jeweils anderen potenzieren sich von Bild zu Bild. Das Malen im Wechsel kommt einem Diskurs gleich, bei dem der eine die Vorgabe des anderen aufnimmt, diese aber auch abwandelt oder ihr widerspricht. Nach und nach veränderte und verfälschte sich die ursprüngliche Information - wobei ein „Richtig“ und „Falsch“ durch diesen Prozess grundsätzlich in Frage gestellt wird - bis am Ende ein nahezu abstraktes Farbmuster entsteht und sich das Material verselbständigt hat. Die ergänzenden Arbeiten, die die Künstler parallel zu der Installation angefertigt haben, changieren zwischen Resümee, Essenz und Progress. Sie greifen Elemente des Arbeitsprozesses auf verdichten diese in den „Map Cuttings“ in Form von Collagen aus amorphen Farbflecken, die von den einzelnen Länderdarstellungen abstrahiert sind. Ihre Übermalungen von zwei gefundenen romantischen Landschaftsgemälden mit dem Titel „Territorium“ verstärken den konzeptuellen Gedanken der Arbeit im kunsthistorischen und ideologischen Sinne. Diese Art der alten europäischen Malerei ist eng verknüpft mit der Idee von Heimat und deren leidenschaftlicher Überhöhung. Aus Angst vor denjenigen, die ihre Heimat verlassen mussten, sehen die Europäer nun ihre Heimat in Gefahr. Die Arbeiten machen die Diskrepanz zwischen der Außenwahrnehmung und dem aktuellen kulturellen Selbstverständnis von Europa als Einheit deutlich. Zu der Ausstellung erscheint ein limitiertes Künstlerbuch, das alle Bilder chronologisch präsentiert und den Wandlungsprozess der EU-Karte in Form eines Daumenkinos vor Augen führt. Eingeschlossen zwischen dem Vordercover aus einer abstrakten Farbpalette und dem Rückcover mit der EU als Ausmalbild formieren sich die Karten zu einer wortlosen Narration. TRANSEUROPA,120 Seiten, Softcover, limitierte Auflage: 150, bei A Book Edition erschienen, www.abookedition.de Buchpremiere: Miss Read, Haus der Kulturen der Welt, Berlin, 14. - 16. Juli 2017 Begleitprogramm: Transeuropa – Walk the Talk Mittwoch, 26. Juli 2017, 18:30 - 19:30 Uhr Mit Dr. Willem Flinterman (Kulturhistoriker, Arabist, Alumnus der Forschungsgruppe „Eurasian Empires“, Universität Leiden und Amsterdam, Mitorganisator von Pulse of Europe, Berlin) und M. Walid Nakschbandi (afghanisch-deutscher Journalist, Jurist und Politik-Experte, AVE Gesellschaft für Fernsehproduktion GmbH, Berlin/Düsseldorf) Im Zuge der aktuellen politischen Ereignisse steht das Bild von Europa als Einheit auf dem Prüfstand. Über die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Motiv der Landkarte wirft die Rauminstallation von Ce Jian & Yuzheng Cheng Fragen um den Stand der Europäischen Union und ihrer einzelnen Mitgliedsstaaten in Beziehung zur Innen- und Außenpolitik auf. Welche Bedeutung kommt dabei der visuellen Repräsentation von Ländern, Grenzen und Migrationslinien in politisch-ideologischer Hinsicht in den Medien zu? Die beiden Experten aus verschiedenen Fachbereichen werden aus ihrem jeweiligen wissenschaftlichen Hintergrund heraus sowohl im Zwiegespräch miteinander als auch mit den KünstlerInnen und dem Publikum die Themen der Ausstellung diskutieren. Das dialogische Talkformat Walk the Talk wird von den beiden Kuratorinnen Hannah Beck-Mannagetta & Lena Fließbach moderiert. Im Anschluss an den Talk haben wir um 21 Uhr einen Tisch in einem nahegelegenen Restaurant reserviert. RSVP für Walk the Talk Dinner bitte an: lenafliessbach@gmail.com und hannahbeckmannagetta@gmail.com Pressekontakt: Für weitere Informationen, hochauflösende Bilder oder um ein Interview zu vereinbaren, kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail: presse@whiteconcepts.de oder telefonisch unter + 49177 7878578.
Ort: Whiteconcepts bis: 2017-05-24
Künstler: Mike Dargas
Thema: WHITECONCEPTS zeigt im Rahmen des Gallery Weekends in Berlin die erste Einzelausstellung des deutschen Künstlers Mike Dargas. Der junge Maler widmet sich vorrangig der Ölmalerei und schafft mit einer präzisen Darstellung spektakuläre, großformatige Porträts. Inspiriert von Künstlern wie Dalí, Caravaggio und H.R. Giger entwickelte Mike Dargas seit seiner Jugend eine Leidenschaft für den Realismus, die sich auch in seinen neuesten Arbeiten widerspiegelt.
Ort: Whiteconcepts bis: 2015-02-28
Künstler: Raha Rastifard
Thema: Die Galerie WHITECONCEPTS freut sich, die erste Einzelausstellung in Berlin der iranischen Künstlerin Raha Rastifard mit zwei neuen Serien zu präsentieren. Gedichte des bekannten persischen Dichters und Mystikers Hafez inspirierten die Künstlerin, besonders ihre philosophischen Gedanken und Weltanschauungen sowie Fragen über den Sinn des Lebens. Die Arbeiten von Raha Rastifard befassen sich auf eine sehr subtile, bemerkenswerte Weise mit traditionellen und zeitgenössischen Fragen in Bezug zum Iran als auch mit dem kulturellen Hintergrund der Künstlerin. Die Fotoserie mit dem Titel "Buch der Sehnsucht", ist eine visuelle Interpretation von Hafez‘ Poesie. Sie schafft eine poetische Dimension, die die Emotionen der Künstlerin und ihr Verständnis für die alten Verse widerspiegeln. Schon Goethe hatte Hafez‘ Werke kennengelernt und bezeichnete sie als "den himmlischen Duft des Ostens und als belebende Brise der Ewigkeit, die aus den Ebenen des Ödlands von Persien geweht wurden (…) und ich kam zu einem außergewöhnlichen Mann, dessen Persönlichkeit mich vollständig fasziniert." Goethes großes Meisterwerk" West-Östlicher Diwan " hinterließ einen bleibenden Eindruck in ganz Europa. Zudem gründete Goethe seine große "Sozialphilosophie" in einer Zeit, die ihm reif schien für eine humanistische Weltanschauung, unabhängig von Nationalität und Glaubensbekenntnis. Er vermutete, dass der Osten und der Westen nicht wirklich voneinander zu trennen seien und hoffte auf eine Annäherung beider Welten. Zur Förderung seiner Philosophie unterstützte er eine Art Weltliteratur in diesem Sinne und schlug vor, dass die größten Dichter des Ostens wie Sa'adi und Hafez Mitglieder werden sollten. Die Künstlerin Raha Rastifard beseelt diesen Wunsch erneut und fordert diese Anschauung erneut in ihrer Ausstellung. Die fotografische Serie „Wenn es nicht zu dunkel ist“ vertieft den Glauben an Gerechtigkeit und das Vertrauen in eine Welt ohne Gewalt, begründet ist dies mit ihrem Verständnis von Interkulturalität und Intermedialität. So steht sie als Protagonistin mit ihrem Körper als Symbol gegen Gewalt und ihre Fotografien als beständige Erinnerung an die Ursachen und die Auswirkungen von Gewalt. Der Titel der Arbeit ist einer Zeile von Hafez entliehen, da seine Dichtung sich gegen Gewalt ausspricht und Frieden und Liebe rezitiert. Mit Hilfe der Meditation, die er und andere Sufis praktizieren, fand er die Quelle des Wissens in seinem Herzen: Gedichte voll von Licht und Schatten, Linie und Farbe, Poesie voller Gefühle. Dass die Wertschätzung und Liebe zur Schönheit ein glückseliges Gefühl wecken, bestätigt wohl auch der aktuelle Trend der Poesie von Hafez. Raha Rastifard (* 1975) wurde in Teheran, IR geboren. Sie studierte Fotografie, Malerei und Kunstgeschichte an der Nationalen Universität für Kunst Teheran, Iran und an der Freien Universität Berlin, wo sie ihr Masterstudium in Europäischer Kunstgeschichte sowie in Iranischer Kultur und Literatur abschloss. Im Jahr 2011 wurde sie als Finalistin für den "Freedom to Create" Preis, der durch das Victoria & Albert Museum London gestiftet wurde, ausgezeichnet. Ihre Werke wurden in zahlreichender Einzel- und Gruppenausstellungen in Deutschland, Schweden, USA, Japan, Iran, China, Indien und auf verschiedenen Kunstmessen gezeigt. Heute lebt und arbeitet die Künstlerin in Stockholm und Berlin. Die Vernissage findet am 18. Februar 2015 um 19 Uhr in Anwesenheit der Künstlerin statt. www.whiteconcepts.de
Ort: Whiteconcepts bis: 2015-02-15
Künstler: Pietro Celesia
Thema: Wir freuen uns, die erste Einzelausstellung in Berlin des italienischen Künstlers Pietro Celesia zu präsentieren. Die Ausstellung umfasst ca. 20 Arbeiten, die eine Auswahl seines künstlerischen Spektrums in den Bereichen Fotografie, Soundinstallation und Video darstellt. J Line verbindet das Interesse des Künstlers an der Architektur einer Stadt mit einer parallelen Faszination für Musik und Film. Basierend auf einer inspirierenden U-Bahn-Tour vom legendären New Yorker John F. Kennedy Flughafen zur Wall Street, erkundete Pietro Celesia die verschiedenen Vororte. Er hörte dabei die Jazz-Musik von Miles David und beschrieb es als eine Art Zeitreise, die ihm eine intime Sicht auf die vielen Spuren des amerikanischen Traumes gab, der vor langer Zeit durch “Weegee's New York City” oder “Manhattan” (einem der ersten amerikanischen Avantgardefilme) verewigt wurde. Nach dem Studium der Architektur versteht der italienische Fotokünstler, der für seine Fotografien von Menschen und Natur bekannt ist, diese als eine Narration der Gesellschaft. Aufgenommen auf Infrarotfilm und in einer sehr eigenen Atmosphäre, sieht New York City in seinen Fotografien wie ein Schmelzpunkt zwischen verschiedenen Zeiten aus und zeigt seine dynamischen, lebendigen und kraftvollen Energien. Die Reflexion des Künstlers kreist zwischen einer Stadt der Unmittelbarkeit, der Geschäftigkeit aber auch von einem Ort der urbanen Intimität, an dem man sich wohl fühlen kann, frei von Angst und Spannungen. Durch die Verwendung von verschiedenen Medien manifestiert J Line Ideen der Verbindung, Koexistenz und gegenseitigen Abhängigkeit, oder wie Pietro sein Projekt beschreibt: „Das Ganze kann jedoch nur wegen all seiner Bestandteile existieren.“ Die Vernissage findet am 6. Februar 2015 um 19 Uhr in Anwesenheit des Künstlers und mit Live Jazz-Musik statt. www.whiteconcepts.de
Ort: Whiteconcepts bis: 2014-10-30
Künstler: Katrin Korfmann
Thema: Im Fokus von Katrin Korfmanns neuem Werkzyklus stehen kollektive Rituale, die die Identität des Einzelnen verwischen und das Individuelle mit der Gemeinschaft verbinden. Der suggerierte „magische Moment“ offenbart die Gegenwart eines Rituals, bei dem Menschen durch gemeinsame Aktionen einen großen Organismus bilden. Komponiert werden die detailreichen Arbeiten aus einem Archiv von digitalen Lichtbildern, das der sozialrealistischen Dokumentation eines euphorischen Utopismus dient. Für die Aufnahmen reiste die Künstlerin durch Europa: zu den Castells (Menschentürmen) in Katalonien, dem Cascamorras–Fest, bei dem schwarze Farbe auf den Körpern die Hauptrolle spielt, sowie zu den Zeremonien des Els Enfarinats–Festivals in Ibi, wo Mehl und Eier zum Einsatz kommen. Visuell werden monochrome, aber auch patternartige Menschenmassen und gleichermaßen die Gleichstellung jedes einzelnen Protagonisten in der Gruppe festgehalten. Durch die abgebildete Farbigkeit, die Körperlichkeit sowie die Kleidung verweisen sie auf den Kontext der Kunstgeschichte und widerspiegeln die gegenwärtige Zeit. Katrin Korfmann wurde 1971 in Berlin geboren und lebt seit ihrem Studium in Amsterdam. Von 1995 bis 1996 besuchte sie die Kunsthochschule Berlin-Weißensee und war 1996 und 1997 Assistentin von Ulay (Uwe F. Laysiepen). An der Niederländischen Gerrit Rietveld Academie beendete sie (1996–1999) ihre Ausbildung und nahm von 2000–2002 am Residency Program der renommierten Rijksakademie Amsterdam teil. Katrin Korfmann wurde mehrfach für ihr Werk ausgezeichnet, u.a. erhielt sie den Rado Star-Preis Schweiz 2012, den 2.Preis des Prix de Rome im Jahr 2003, den Mama Cash Award in 2000 und den Esther Kroon Award in 1999. Zahlreiche Ausstellungen führten sie durch Europa, Asien und die USA. Viele ihrer Werke sind in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten. Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen: Ensembles assembled, 2014, mit Texten von Gregory Volk and Freek Lomme, Hrsg. Onomatopee Eindhoven, 116 S., englisch. Ausstellungseröffnung und Künstlergespräch: 17.10.2014, 19 Uhr Ort: WHITECONCEPTS by Nicole Loeser, Auguststraße 35, 10119 Berlin www.whiteconcepts.de
Ort: Whiteconcepts bis: 2014-06-30
Künstler: Seet van Hout
Thema: „Das Wunder, wenn man es erlebt, ist nie vollkommen. Erst die Erinnerung macht es dazu.“ Erich Maria Remarque Die Galerie WHITECONCEPTS freut sich, die erste Einzelausstellung in Berlin der niederländischen Künstlerin Seet van Hout zu präsentieren. Die Ausstellung umfasst mehr als 20 Arbeiten, die eine Auswahl ihres künstlerischen Spektrums von Malerei und Zeichnung über Textil bilder hinzu Objektkunst und Keramiken darstellt. Zentrales Thema im Werk der renommierten Künstlerin ist die Erinnerung, die eine geistige Identität, ein denkendes Wesen, formt. Einerseits spannt sich ihr Unter suchungsfeld von Fragmenten aus, die plötzlich vor dem inneren Auge erscheinen, andererseits wandelt sich die komplexe Identität eines Menschen während seines Lebens und seinem Umgang mit den Dingen in der Welt, für die er sich in der Gegenwart entscheidet. Ihr experimenteller Ansatz, der das Lebendige, Interdependente, Serendipi täre in den Mittelpunkt stellt, reicht von abstrakter Kunst über informelle und surreale Elemente hinzu allegorischen Darstellungen. Sie verbindet, differen ziert, ergänzt, ordnet, bildet, fühlt und spürt und bietet oft dem Zufall freien Zugang zu ihrem Werk. Kunst dient ihr dabei als transformatives Medium auf unterschiedlichen Bewusstseinsebenen. Raumgreifende Installationen, zweidimen sionale Arbeiten und auch Keramiken zeigen einen holistischen Ansatz und verbinden Zitate der Philosophie, Wissenschaft und Religion mit den Erfah rungen und Bildnissen der Mystiker, der modernen Forschung und dem Alltäglichem. Der Titel der Ausstellung „Red Green house“ verweist auf Seets Liebe zur Farbe und zur Natur, wobei ihr pflanz liche Motive als Symbol für Wachstum und Vergänglichkeit dienen, einem Prozess, dem alles Lebendige, auch der Mensch in seinen Selbstfindungsprozessen unter worfen ist. Dabei schöpft Seet van Hout einerseits ihre akribische “Nadelarbeit” aus dem kontemplativen Dialog von grafi schen, an der Linie orientierten Impulsen und objekthaften Fadengebilden, die eine Verbindung zum dreidimensio nalen Raum herstellen. Andererseits verwebt sie chemische Farb-Experimente mit neurowissenschaftlichen und spiritu ellen Vorstellungen. Vielleicht ganz im Sinne des höchsten Ziels der Alchemie, das in der “Erlösung” (von der Materie) besteht, in der Vollkommenheit und Läuterung der Seele. Dementsprechend hält sich die Künstlerin an die Parzen, die Schicksalsgöttinnen. Sie halten die Lebensfäden der Menschen in den Händen, wobei die erste den Faden spinnt, die zweite ihn abmisst und die dritte ihn abschneidet. Seet van Hout’s Arbeiten wurden in zahl reichen Ausstellungen in Galerien und Museen weltweit gezeigt u.a. in der Bibliotheca Alexandria/Ägypten, Xi’An Academy Museum/China, Stedelijk Museum Amsterdam/Niederlande. Ihre Werke sind in wichtigen privaten und öffentlichen Sammlungen vertreten wie z.B. ABN AMRO Sammlung, Den Haag, die Gelderland-Kunstsammlung, die Muse umssammlung des Kyoto Institute of Tech nology, die Sanders Sammlung oder die Sammlung des Stedelijk Museums. 2011 erschien der gleichnamige Katalog mit Farbabbildungen und Beiträgen von Prof. Mieke Bal, Dr. Martin Gesing, Suzanna Heman, Martin Rehkopp und Wouter Weijers.
Ort: Whiteconcepts bis: 2014-06-08
Künstler: Finn Lafcadio O`Hanlon
Thema: WHITECONCEPTS präsentiert erstmalig in Europa Arbeiten des jungen australischen Künstlers Finn Lafcadio O’Hanlon. Seine Ausstellung mit dem Titel History Puts A Saint in Every Dream zeigt kunstvoll gearbeitete Tuschezeichnungen auf Papier. Der Titel, der einem Songtext von Tom Waits entstammt, vermittelt wie dieser ein Gefühl eines seltsamen und mittelalterlichen Ortes. In den Zeichnungen O’Hanlons sind Verweise auf Tattoos, triviale Außenseiterkunst oder auf die verwirrende Sci-Fi/Phantasie französischer Comics offensichtlich. Sie sind mit einer visuellen Struktur verbunden, die klar der Gotik und religiösen Kunst der Frührenaissance zugeordnet werden kann, besonders der von Kirchenglasfenstern. Finns Werke, die am besten als „psychogeographische Karten“ gelesen werden können, verfolgen den Übergang von einer individuellen Psyche in eine Reihe von alternativen Realitäten und daraus resultierenden Konflikten. Dicht mit feinen Details gezeichnet, entschlossen monochromatisch und reichhaltig gestaltet, mit obskuren, synkretischen sowie mythologischen Referenzen, die bis in die Pop-Kultur reichen, vermeidet der Künstler mit fast obsessiver Bestimmung Leerstellen, um die Darstellung einer dystopischen Klaustrophobie zu verstärken. In gewisser Weise erinnert Finns Arbeit an die Kartographie von Grayson Perry, insbesondere an dessen Map Of Nowhere (2008) und Map Of An Englishman (2004), in der Ebenen des Symbolismus und eine reichhaltige Erzählstruktur das Surreale (und das Spirituelle) mit dem Tiefpersönlichen, Sozialen und Politischen verwoben werden. Dem Betrachter wird ermöglicht, dieses komplexe Terrain nach seinen eigenen Vorstellungen zu interpretieren (vgl. Alfred Korzybski „the map is not the territory“). Finns Zeichnungen zeigen eindrucksvoll, dass das eigene Territorium durch eine Verbindung von traditionellen Formen und Techniken mit zeitgemäßen Gedanken und einer urbanen Ikonographie entstehen kann. Sein Werk ist zugleich ein einfühlsames Zeugnis unserer Zeit – unsicher und post-technologisch – und dabei wunderbar altertümlich. Es sind sicherlich Kunstwerke, die in ihrer intellektuellen Tiefe und Technik die jungen Jahre des Künstlers widerspiegeln. Als Sohn einer Hawaii-Cherokee-Mutter und eines australischen Vaters wurde Finn O’Hanlon vor 22 Jahren in Brighton, England geboren. Zuerst wuchs er in einer nomadischen Künstlerfamilie in Großbritannien auf, später in Tulsa, Oklahoma und Los Angeles, und übersiedelte als Teenager nach Sydney. Er ist ein Enkel von Australiens bekanntestem Schriftsteller, dem bereits verstorbenen Morris West. Finns formale künstlerische Ausbildung endete am Gymnasium, als seine Lehrerin an verschiedenen Streifzügen in die Konzeptkunst Anstoß nahm. Als er eine Probe seines eigenen Urins unter einer gravierten Plexiglashaube ausstellte, warf sie ihn endgültig aus der Klasse. Daher wandte er sich der Fotografie zu. Seine Beobachtungen von harten Partys, die dem selbst-vernichtenden Lebensstil seiner Altersgenossen, jungen Surfern und Skatern, gewidmet waren, zogen schon bald die Aufmerksamkeit der hochangesehenen französischen Kunstfotografiezeitschrift Plateform auf sich, die mehr als 20 seiner Aufnahmen veröffentlichte. Anlässlich des Head on Fotofestivals in Sydney stellte die Kinokuniya‘s Wedge Galerie seine Fotografien in einer Einzelausstellung vor. Durch den Umzug nach Frankreich im Jahr 2012, war Finn sofort von den mittelalterlichen, illuminierten Handschriften und der Glasmalerei fasziniert, die er in den regionalen Museen und Kirchen vorfand. Dort begann er seine Kindheitserinnerungen an den Día de los Muertos (mexikanischer Feiertag) als detaillierte und komplexe Tuschzeichnungen auf Papier in Verbindung mit der amerikanischen Ikonographie der Ureinwohner sowie mit Zitaten aus französischen Sci-Fi/Phantasie-Comics fest zu halten. Erstmalig waren diese Arbeiten in einer Gruppenausstellung in der Mick Gallery in Sydney zu sehen. Finn Lafcadio O’Hanlon lebt jetzt in Berlin. Eröffnung: 28.05.2014, 18:30 - 21:30 Uhr Ort: Galerie WHITECONCEPTS by Nicole Loeser, Auguststrasse 35, 10119 Berlin
Ort: Whiteconcepts bis: 2014-07-31
Künstler: Wanda Stang
Thema: WHITECONCEPTS in Kooperation mit der nhow Galerie freuen sich, die Ausstellung WANDERLUST von Wanda Stang (*1985) zu präsentieren. Die raumgreifende Installa tion umfasst dreidimensionale Papierob jekte, räumliche Zeichnungen und Gemälde. In der nhow Galerie kreiert die junge Künstlerin einen surrealen Erlebnisraum von unterschiedlichen Zeit-, Material– und Raumebenen. Zeichnungen dienen Künstlern bis heute als das wirksamste Medium, um Ideen zu skizzieren. Im Schaffen von Wanda Stang bildet vor allem die Handzeichnung ein wichtiges Mittel, um Gedanken und Visionen festzuhalten. Der experimentelle Charakter der Zeichnung erlaubt es ihr, zwischen verschiedenen Stufen von Empfindungen, Erkundungen und Erfindungen zu wandeln. Seit 2010 entwickelt Wanda Stang Arbeiten, die durch den Literaturklassiker „In 80 Tagen um die Welt“ von Jules Verne inspiriert sind und den Kern ihres vielschichtigen Werkes aus Zeichnungen, Performances, Objekten und Installationen bilden. Vernes Fortschrittsglaube, seine visionären Vorstellungen und der Inbegriff der Romantik übten einen starken Eindruck auf die Künstlerin aus. Vorrangig basieren ihre Arbeiten auf Illustrationen und der künstlerischen Auseinandersetzung mit ursprünglichen Gestaltungsformen in der Natur. Durch das Stilmittel des Ornaments gelingt Stang eine Verbindung mit fast allen Kulturen der Erde herzustellen. Neben ihren surrealen Gemälden, die durch die Begegnung mit jungen, kosmopolitischen Menschen aus den entlegensten Ecken der Erde entstanden, stellt ihr Gesamtkunstwerk „Wanderlust“ einen neuen Ansatz dar. Die Welten, die bisher auf dem Papier oder der Leinwand entstanden, werden nun durch dreidimensionale Papierarbeiten im Raum fortgeführt. Die Rückbindung von Träumen in die Wirklichkeit und von diesem Möglichkeitsraum auf eine vieldeutige, surreale Ebene ist einzigartig. Während sie anhand von Reisebeschreibungen der ihr persönlich begegneten Menschen eine fantasievolle Bilderwelt entwickelt, nutzt sie die Opulenz handgefertigter Kleidung, um ein neues Denk- und Gestaltmuster anzuregen. Der Besucher der Ausstellung wird so Teil ihres ortspezifischen Experimentierlabors und kann einerseits durch die Gedanken- und Erfahrungswelt der Künstlerin und ihrer Protagonisten wandern oder andererseits z.B. mit ihrem aerodynamischen Objekt „Skyward Balloon“ seinen Assoziationen einen realen Kontext geben. Wanda Stang absolvierte zuerst ein Studium der Kunstmalerei und Pädagogik für Waldorfschulen sowie der Bildenden Kunst in Baden Württemberg. Danach folgte ein Studium in den Fachgebieten Malerei und Textil- und Flächendesign an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Derzeit ist sie dort Meisterschülerin von Prof. Tristan Pranyko. Bereits von 2006 bis 2007 war sie an den Restaurationsarbeiten anlässlich der Neueröffnung des Neuen Museums in Berlin beteiligt. 2011 führte sie ihr Weg nach London, wo sie Alexander McQueen für seine Pariser Fashionshow beteiligte. Zurück in Berlin nahm sie an Einzel- und Gruppenausstellungen teil und widmet sich nun in ihrer ersten großen Einzelausstellung einer surrealen Inszenierung. Eröffnung: 21.05.2014, 19 Uhr Ausstellung: 22.05.2014 – 31.07.2014 Ort: nhow Gallery, Stralauer Allee 3, 10245 Berlin Öffnungszeiten: täglich 24h geöffnet (Eingang über die Lobby)
Ort: Whiteconcepts bis: 2014-05-25
Künstler: Mark Nelson
Thema: Ausstellungseröffnung: 09.05.2014, 19 Uhr In seiner ersten Einzelausstellung in Deutschland reflektieren die Arbeiten des britischen Fotokünstlers Mark Nelson magische Momente der Klarheit und Ganzheit. „Diese Bilder entstammen einem verborgenen Ort im Inneren...“, beschreibt er seinen Zustand beim Fotografieren. Nelsons Bildsprache basiert auf scheinbaren Standbildern eines imaginären Films und vermittelt ein Gefühl eines Ereignisses, das entweder noch einzutreten vermag oder bereits vor der Aufnahme vorüberging. Dabei gleichen seine Werke Fotografien eines Wanderers durch die beliebtesten Städte der Welt und zeigen Landschaften verschiedener Orte u.a. Paris, Berlin, Venedig, New York, New Jersey und seine Heimatstadt Brighton. Nelson, der als Buddhist lebt, verbindet Perspektiven des Raums mit der Idee des wahren Selbst, die ihm als Quelle natürlicher Kreativität und Lebendigkeit dient. Vor allem die Ähnlichkeit seiner Bilder, die während eines Zeitraums von über 30 Jahren entstanden sind, weist in der aktuellen Ausstellung „This Being: That Becomes“ auf diesen gemeinsamen Ursprung hin. Als weitere Dimension der Ausstellung werden Klangtexturen als Soundtrack vorgestellt. Der offensichtliche Katalysator für die Wahrnehmung von bewussten und unbewussten Vorgängen evoziert eine traumähnliche Landschaft des inneren Selbst. Beeindruckt von der Bewegung des Abstrakten Expressionismus in der Kunst, die sich in den späten 1940er Jahren in New York entwickelte, fühlt sich Mark Nelson vor allem zu Formen und Zeichen hingezogen. Als Reaktion auf die Schrecken des Zweiten Weltkrieges, war den Künstlern der Prozess des Erarbeitens und Entwickelns von Kunst wichtiger als das vollendete Werk. In Nelsons Fotografien findet man oft Dreiecke und Pfeile, die auf andere Bereiche des Bildes zeigen und weitere Bezugspunkte zu anderen Orten herstellen. Oft weisen seine schwarz- weißen als auch farbigen Aufnahmen malerische Qualitäten auf und zeigen einmalige Momente, die im Sinne des ewigen Wandels wahrgenommen wurden. Seine fotografische Karriere begann Mark Nelson im Jahr 1980 in London, als er als Fotolaborant für einige der britischen Top-Fotografen arbeitete. Seine Dunkelkammer wurde eines seiner „First Light Studios“, wovon eines noch bis heute in Brighton/Großbritannien in Betrieb ist. Als er 1985 das Potential des fotografischen Mediums für sich als Kunstform entdeckte, begann er Arbeiten in eigenem Stil zu schaffen, die mittlerweile weltweit ausgestellt wurden. Viele seiner Werke sind in privaten Sammlungen in Großbritannien, Frankreich und in den USA vertreten. Nelson arbeitete neben National Geographic für ECM Records und American Express. Ein besonderer Auftrag wurde ihm zutiel, als er als erster Fotograf von British Airways eingeladen wurde, Ausstellungen in über 300 Flugzeugen gleichzeitig zu präsentieren. Mit freundlicher Unterstützung der Nielson Bainbridge Group. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog (2014, 60 Seiten).
Ort: Whiteconcepts bis: 2014-04-15
Künstler: Deenesh Ghyczy und Greg Murr
Thema: Ausstellungeröffnung: 04.04.2014, 19 Uhr spectral |spektrəl| adjective 1 of or like a ghost. [early 19th cent.: from specter + -al.] 2 of or concerning spectra or the spectrum. [mid 19th cent.: from spectrum + -al.] —Oxford English Dictionary WHITECONCEPTS zeigt eine Ausstellung von Gemälden, die über die Abhängigkeit vom Sehvermögen - als Quelle uns selbst und unsere Umwelt zu verstehen - reflektiert. Die Doppelausstellung Spectral zeigt Werke von Deenesh Ghyczy (HU-D) und Greg Murr (USA). Beide Künstler beschäftigen sich mit visuellen Aberrationen, die sowohl die Grenzen unserer Wahrnehmungskapazitäten ansprechen als auch Verbindungen von Alltagsphänomenen und unmerklichen Strukturen, die unsere Realität prägen, aufzeigen. Für die meisten Menschen ist Sehen die dominante Fähigkeit unserer fünf Sinne. Ohne das Sehvermögen würde das Navigieren im alltäglichen Leben einen deutlich veränderten Umgang benötigen. Doch so sehr wir dem Sehen vertrauen, sind unsere Augen dennoch ein begrenztes Sinnesorgan, das eine spezielle Erfahrung der Wirklichkeit über ein Spektrum von Lichtwellen herstellt. Doch was passiert, wenn wir die Grenzen des Sehens, die Verzerrungen und die Grenzen dieses Wahrnehmungsinstrument erkunden? Und wie können wir unser Bewusstsein von optischer Mechanik bemühen, um immaterielle Kontexte, wie die inneren Mysterien der menschlichen Psyche, oder die äußerlichen physikalischen Gesetze der Natur zu erkunden? Deenesh Ghyczy verwendet das traditionelle Medium der Malerei. Seine Arbeiten scheinen auf den ersten Blick der gegenwärtigen Technologie, angesichts ihrer facettenreichen und manchmal surrealer Darstellung, zu entstammen. Figurative Motive, konzentriert in Öl bzw. Acryl auf Leinwand gemalt, werden in Fragmente gegliedert, um ein Gefühl einer Doppel- oder Dreifach-Sicht zu induzieren. Manche werden ein digitalbasiertes Werkzeug vermuten, doch sind die Brechungen seiner Motive durch ein Prisma entstanden. Gleichzeitig vertraut wie verwirrend und manchmal phantomartig sind Ghyczys eher konventionelle Porträts, so dass wir die verschiedenen Komponenten - die ein Gesicht komplettieren - sehen, ohne jemals die eigentlich prägnante Identität der Figur festzustellen vermögen. Wie bei einer Fremdsprache können wir nur hoffen, sie durch die phonetischen Eigenschaften zu verstehen. Wir sind aufgefordert Ghyczys Bilder durch die Augen eines Kindes zu betrachten und die Elemente der Linie, der Form, des Auftrags und der Farbe wie zum ersten Mal zu erforschen, und uns nicht gleich einen Sinn aus dem Ganzen zu machen. Die Abwesenheit von Ganzheit kann anfänglich als die offensichtlichste Brücke zwischen diesen beiden Künstlern gelten. Durch absichtliches Vermeiden einer vertiefenden Studie einer einzelnen Pfingstrose, forscht Greg Murr ähnlich an den Vorstellungen von Unvollständigkeit gegenüber ihrer Materialisation und zeigt uns die Blume aus verschiedenen Perspektiven. Teile der prächtig gefüllten Blüte sind durch Fehlstellen auf der Leinwand ausgewechselt. Weiße Flächen dienen als Markierungen für etwas, das einmal vorhanden war – und jetzt nur ein Spektrum, ein Geist dessen kennzeichnet, was für den Maler existent gewesen war. Mit der einzelnen Blüte sowie ihren vier- oder fünf angrenzenden Variationen verweist Greg Murr auf das kosmologische Phänomen des Gravitationslinseneffekts (der Einstein und seiner allgemeinen Relativitätstheorie zugeschrieben ist), Dabei wird das Licht einer fernen Galaxie abgelenkt, und von der „Gravitationslinse“ durch die intensiven Gravitationskräfte multipliziert dargestellt, und dem Betrachter ein verzerrtes Mehrfachbild vermittelt. Ob im Hinblick auf die Geometrie des Universums oder der mehr irdischen Vorstellung des biologischen Lebenszyklus, faszinieren diese sorgfältig gemalten Pfingstrosen durch ihre innere Struktur, ihren Rhythmus und ihren Animus. Beide Künstler ermutigen uns, den Akt des Sehens zu reflektieren. Zugleich verwöhnen sie uns mit visueller Harmonie und einem Geschmack des Vertrauten, ohne unsere Erwartungen zu erfüllen und ihnen volle Auflösung zu bieten.
Ort: Whiteconcepts bis: 2012-07-05
Künstler: André Wagner
Thema: Metaphysische Visionen von Zeit und Raum André Wagner (geb. 1980 in Burgstädt, lebt und arbeitet in Berlin) hat in den letzten 10 Jahren ein bemerkenswertes Werk geschaffen. Der junge Fotograf greift real vorhandene (Licht-)Situationen auf und formuliert in malerisch poetischen Bildern durch Langzeitbelichtung einen erweiterten Kontext. Seine Fotografien implizieren den künstlerischen Auseinandersetzungsprozess in der Widersprüchlichkeit des menschlichen Daseins: Die tiefe Verbundenheit zur Natur im Gegensatz zur Kultur des industriellen Fortschritts. Das zeigt sich sowohl in seinen frühen Feuerzeichnungen, die er als Selbstbildnis in die nächtliche Landschaft schreibt, als auch in seinen Landschaftsporträts, die den Menschen und die Natur als Erscheinungsform reflektieren. Anlässlich seiner Teilnahme an der 55. Biennale di Venezia erscheint zeitgleich seine erste Monografie im Distanz Verlag (Hrsg. WHITECONCEPTS, 176 Seiten, mit Texten von Dr. Wibke von Bonin, Thomas Bauer-Friedrich, Mindaugas Kavaliauskas, Shri Sarvabhavana)
Ort: Whiteconcepts bis: 2013-04-28
Künstler: Eberstaller
Thema: Künstlergespräch: 27.04.2013, 14 Uhr Eberstaller und Matthias Planitzer (Autor, Castor&Pollux, Kunstmagazin) Eröffnung: 12.04.2013, 19 Uhr Im Gespräch: Eberstaller, Dr. Stefan Haupt (Sammler, Sammlung Haupt) und Nicole Loeser Im Jahr 2010 schuf der österreichische Multimedia-Künstler Nikolaus Eberstaller (*1968) die großformatige Skulptur Battlefield (s. Abb). Nun wird er erstmalig sein neues Projekt BATTLEFIELD LOVE MEMORIAL Berlin präsentieren. „Es wird schwierig. Gut so. Ich bin zu alt, um bedingungslos ja zu sagen. Und zu jung, um es nicht trotzdem mit Hingabe zu versuchen. Das Signal, das Berlin mit BATTLEFIELD LOVE MEMORIAL in die Außenwelt senden könnte, wäre dieser Stadt und ihrer Geschichte würdig. Die einzige Bedingung, die ich stelle: Keine öffentlichen Gelder.“ Nikolaus Eberstaller „Die Aussagen der Kunstwerke Eberstallers sind bipolar, sie leben aus dem Spannungsfeld der Gegensätze, die nicht unvereinbar sind, sondern deutlich machen, dass jeder Aspekt eine positive und eine negative Seite umfasst ... Das Kunstwerk bringt auf subtile Weise zum Ausdruck, dass scheinbar unauflösbare Gegensätze sich verändern, auseinander hervorgehen können, dass sich aus Liebe ein Schlachtfeld und aus einem Schlachtfeld Liebe entwickeln kann.“ Univ.-Doz. Dr. Achim Gnann, Kunsthistoriker und Kurator der Wiener ALBERTINA über Battlefield. Parallel dazu ist MARIE COCHON, Performanceschwein (ein Werk von Nikolaus Eberstaller und Barbara Eberstaller-Wendelin) dabei. Die mit Geld ausgestopfte Sau wanderte 2012 durch Wien. Medien aus 13 Ländern berichteten, darunter das Wall Street Journal, Die Zeit und Paris Match. 2013 gewannen Nikolaus Eberstaller und Barbara Eberstaller-Wendelin für Marie Cochon einen LICC-Award in London für die beste Performance. Marie Cochon protestiert mit ihrer Performancekunst gegen das sozial unverträgliche Übermaß – die Gier auf Kosten anderer. Marie will den Menschen, denen gegenüber sie sich mit ihrer Kritik loyal erweist, auf der Straße begegnen. Deswegen bereist sie die Welt. Während ihrer Stadtwanderungen tauscht sie sich aus, teilt ihr nährstoffloses Futter mit Bedürftigen und erweitert ihr Weltbild. Vor Ort reflektiert sie über Luxus, Exklusivität, Reichtum. Und ob all das zwingend nur mit Geld zu erreichen ist. www.marie-cochon.com
Ort: Whiteconcepts bis: 2013-04-07
Künstler: Thorsten Goldberg
Thema: The exhibition presents works of the artist from the last two years that refer to popular idyllic visions or the nostalgia for paradise, and introduces some of his latest public art works in Germany, Norway and Poland. TThe exhibition was presented in Berlin in WHITECONCEPTS Gallery (curated by Nicole Loeser) and developed for three stations: Started with 54°4min at the Gerisch-Foundation in Neumünster, curated by Dr. Martin Henatsch, now on display 54°24min at the New Łaznia Centre for Contemporary Art, Gdansk, curated by Eulalia Domanowska and will be followed by 51°15min at Städtische Galerie im Park Viersen, hosted by Jutta Pitzen. An extensive catalog sums up twenty years of the artistic career of Thorsten Goldberg, containing drawings, installations, video works and his numerous public works as well as unrealized projects for public space: The book 54°4min. - Thorsten Goldberg was published by Distanz Verlag Berlin The visual artist Thorsten Goldberg lives in Berlin and is realizing projects in public space throughout Europe. He taught at art academies in Münster, Munich, Linz, and most recently as Professor of Art and Media in Kiel. As a member of various committees for public art, he is involved in selection and organization of competitions and of documentation and archiving of art projects in public space. Thorsten Goldberg is a member of the Advisory Committee on Art in Berlin, spokesman for the Bureau of art in public space of the cultural work of the BBK Berlin and is the founder and co-editor of "Public Art Wiki, an imagined library", the Internet lexicon of art in public space. Venue: Łaznia 2 Centre for Contemporary Art ul. Strajku Dokerów 5 80-544 Gdansk, Poland
Ort: Whiteconcepts bis: 2012-05-19
Künstler: Barton Lidicé Beneš, Joseph Beuys, Marie Cochon, Bewegung NURR, Nikolaus und Barbara Eberstaller, Thomas Eller, Ruth Erdt, Maria Fisahn, Esther Shalev Gerz, Thorsten Goldberg, Jan Henderikse, Elmar Hess, Bruno Jamaica, Christin Lahr, Marcel Mieth, Michael Najjar, PSJM, Philipp Ruch, Tom Schmelzer, Stephanie Senge, Gil Shachar, Justine Smith, Société Réaliste, Daniel Spoerri, Klaus Staeck, Michael Timpson, Timm Ulrichs, Eva Vuillemin, Petrus Wandrey, George O. Dewitte
Thema: Wie managt man eine Krise nach der anderen? Trotz nachhaltiger Finanzkrise und deren Auswirkung auf Privatwirtschaft und ganze Staatshaushalte und -systeme produziert die globalisierte Finanzindustrie in unkontrollierbarem Ausmaß Geld, kreiert sie waghalsige Transaktionen und verspielt dabei keine virtuellen Ergebnisse, sondern verursacht weltweit realen „Werteverfall“. Das Projekt DER GOLDENE KÄFIG / THE GOLDEN CAGE stellt Positionen der Kunst den Perspektiven der Philosophie, der Finanzwelt sowie der Kultur- und Medienwissenschaft gegenüber und hinterfragt deren Reflektion auf politische Entscheidungen, gesellschaftliche Visionen und Utopien. Im Fokus der Ausstellung stehen Darstellungen des Geldes – von Wunschkraft über Tauschmittel bis hin zur virtuellen Zahl am Monitor und die daraus entstehenden Fragen nach Lebensmodellen und angemessenen Wertesystemen im 21. Jahrhundert. Die Rolle der Kunst und der Kreativität in diesem Kontext wird anhand von Arbeiten international renommierter KünstlerInnen gezeigt. Einerseits veranschaulichen sie unsere Jahrtausende währende Beziehung zum Geld, andererseits spiegeln sie die Fragen unserer Zeit. Jahrtausende war Geld geprägtes Gold und Silber und schien von einen magischem Zauber, doch in der Gegenwart gewinnt vor allem seine virtuelle Form an Bedeutung und lässt sich Kredit aus kaum mehr einem Lebensbereich wegdenken. Mit „Geld“ wird vor allem Handel in Form von „Kauf und Verkauf“ assoziiert, doch vermittelt sich der wertneutrale Begriff Geld durch die Dimensionen ‚viel‘ oder ‚kein‘ inhaltlich in ‚Reichtum‘ oder ‚Armut‘ und entfacht damit Reaktionen wie ‚Neid‘, ‚Mitleid‘ oder ‚Hass‘. Will man folglich das Verhältnis der Menschen zu ihrem Geld beschreiben, öffnet sich ein Universum von moralischen Qualitäten, das nicht nur die Beziehung des Einzelnen darstellt, sondern einem Zeitgeist entspricht. Für das frühe 21. Jahrhundert stellt sich der globalisierte verselbstständigte Geldhandel als repressiv dar und als Urheber der meisten Missstände. Die in den Medien täglich zur Schau gestellte Ohnmacht staatlicher Kontrollinstanzen, vormals Garanten wirtschaftlicher Stabilität und Seriosität, schafft dabei zusätzlich politische Verunsicherung. Die Glaubhaftigkeit von Kapitalmarkt, Banken und Kreditinstituten schwindet, die Tätigkeit ihrer Manager und die der Börsianer und Spekulanten wird als kontraproduktiv oder gar nihilistisch wahrgenommen. Doch wie greift die Kunst die Fragen nach einem sozialen, ökologischen und ethischen Systemwandel auf? (Text: Nicole Loeser) Ausstellung: 31.03.2012 – 19.05.2012 Adresse: KunstBüroBerlin, Uhlandstr. 162, 10719 Berlin, Mi-Fr 12-19h / Sa 13-16h u.n.V. Eröffnung: 30.03.2012, 19 Uhr 30.03.2012,18:30 Uhr Performanceschwein Marie Cochon wandert mit ihren Assistenten Nikolaus und Barbara Eberstaller über den Ku‘damm und verteilt ihr nährstoffloses Futter an Bedürftige. (Weitere Infos: www.marie.cochon.com) Ein Projekt von WHITECONCEPTS, KunstBüroBerlin und art&culture e.V. mit freundlicher Unterstützung der Sammlung Haupt (www.sammlung-haupt.de) Kuratiert von Nicole Loeser, Ruth Martius, Katharina Buncke Abb. Thomas Eller, THE bounty (Euro), 2012 FujiFlex auf Dibond, Metallhalterungen, ca. 220 x 220 x 50 cm
Ort: Whiteconcepts bis: 2011-03-20
Künstler: Eberhard Bosslet, Florian Freier, Philipp Geist, Thorsten Goldberg, Daniel Belasco Rogers and Sophia New - plan b
Thema: Die Ausstellung erforscht künstlerische Ideen hinsichtlich der Selbst- und Fremdbeobachtung, die sich durch die verfügbaren digitalen Medien enorm verändert hat. Fragen nach dem Wesen der Realität werden aufgeworfen und Untersuchungen zu subjektiver und objektiver Realität vertieft. Sind Wahrnehmung und Wirklichkeit tatsächlich deckungsgleich? Informationen lassen sich kaum noch bündeln. Illusion, Wirklichkeit und Fiktion vermengen sich. Wie verarbeiten wir heute die Wirklichkeit? Zielgerichtete Beobachtung wie die Observierung durch Kameras werden mit gemischten Gefühlen aufgenommen, wozu dienen sie wirklich, wer wertet sie aus? Realisiert sich hier Orwell’s Idee aus 1984 „big brother is watching you"? Einerseits soll Privates privat bleiben, wenn es darum geht nicht auf Google Street View zu landen. Andererseits lässt sich das Unternehmen Urheberrechte sichern. Wo legen wir Widerspruch ein und wessen Daten löschen wir einfach? Gerade in Bezug zur Internetplattform Wikileaks stellt sich die Frage, welche Aufklärung wir heutzutage benötigen, und wie sich kollektives Bewusstsein formieren kann. Wie lassen sich Gedanken kontrollieren oder der tatsächliche Verlauf der Dinge festhalten, wenn man nicht der permanenten Täuschung unterliegen möchte? Überwachung als Selbstschutz oder zum Schutz der anderen? Der Grat ist hier sehr schmal. Mit elektronischen Medien ist es heute möglich, Daten verfügbar zu machen und damit Fragen aufzuwerfen, für die die Weltgemeinschaft eine Antwort finden muss. Denn auch heute werden mit allen verfügbaren technischen Errungenschaften Meinungen manipuliert und Zusammenhänge vertuscht, im kleinen wie im großen Maßstab. Die Ausstellung hinterfragt unser Verhältnis dazu.
Ort: Whiteconcepts bis: 2010-12-23
Künstler: Katrin Korfmann
Thema: COUNT FOR NOTHING – KATRIN KORFMANN / Einzelausstellung in der Galerie Kai Hilgemann/ Zimmerstrasse 90-91/ D-10117 Berlin/ Di – Sa 11 – 18 Uhr/ www.kaihilgemann.com/ // Kuratorin: Nicole Loeser / / Ausstellungsdauer: 20.11. - 23.12.2010/ Ausstellungseröffnung: Freitag, 19.11.2010, 18 - 21 Uhr / Special: 28.11.2010, Bustour mit Sonderführung/ THEMA 4 – NEUE BILDWELTEN, NEUE TECHNIKEN/ Anmeldung über www.mdf-berlin.de / / Katrin Korfmanns Augenmerk gilt dem scheinbar Gewöhnlichen. Ihr betont neutraler Blick suggeriert ein hohes Maß an Objektivität und führt zugleich in eine fiktive Welt. In einem material- und medienübergreifenden Transferverfahren werden alltägliche Situationen mit der Foto- oder Videokamera dokumentiert. / Neben der Komposition einzelner Aufnahmen zu einem Gesamtwerk variiert sie die Größe des abgebildeten Ortes, die wegen ihrer Überdimensionalität irritiert. Dabei steuert Korfmann durch eine wohl durchdachte Choreografie die Wahrnehmung ihrer Bilder. Das Flüchtige eines Ereignisses wird in den Mittelpunkt ihrer Betrachtung gestellt./ Durch ihre konsistente Darstellungsweise, die verschiedene Zeitpunkte zu einem Augenblick zusammenführt, erreicht sie den Eindruck eines „magischen Moments“. Der Rezipient unterliegt dabei der Wirkung der Täuschung. Je sicherer er sich dabei wähnt, desto nachhaltiger gelingt ihre Manipulation. Die Faszination ihrer Bilder liegt in ihrer Komposition der illusorischen Gleichzeitigkeit, die sich zu einem Kosmos an Details entfaltet. / Die Künstlerin wurde mehrfach für ihr Werk ausgezeichnet und ist in wichtigen internationalen Sammlungen vertreten. Ihre Ausstellungen führten sie bisher durch Europa, Asien und die USA. / Der Ausstellungskatalog „Count for Nothing“ ist im Verlag d’jonge hond, Amsterdam erschienen und für 29,90 EUR erhältlich./ Mit freundlicher Unterstützung des fonds bkvb und der Botschaft des Königreichs der Niederlande.