
Ort: Zink bis: 2012-06-02
Künstler: Marcel van Eeden
Thema: Die Amöben (griechisch amoibos = wechselnd) oder Wechseltierchen sind eine große, vielgestaltige Gruppe von Einzellern, die ihre Gestalt laufend ändern und zählen deshalb wohl auch zu den spannendsten kleinen Tierchen, die wir unter einem Mikroskop beobachten können. Einer der am längsten bekannten Gattungen von Amöben trägt den Namen Chaos. Die Vermehrung der Amöben erfolgt asexuell durch simple Zellteilung, daraus folgert die theoretische Unsterblichkeit des Einzellers. Marcel van Eeden fand den Titel für die aktuelle Ausstellung und seine neueste Zeichnungsserien auf dem Titelblatt einer wissenschaftlichen Zeitung aus dem Jahr 1959, wie immer bevor 1965, dem Jahr seiner Geburt. Aus dem Phänomen die eigene Erscheinungsform fortwährend ändern zu können und dabei doch immer selbst zu sein, lässt sich schon fast das künstlerisches Prinzip von Marcel van Eeden ableiten. Seine Bilderwelt ist ebenso einem permanenten und fortwährenden Wandel unterworfen. Zu Beginn hat van Eeden das „Bilderchaos“ der Zeit vor seiner Geburt in Einzelzeichnungen gebannt. Danach hat er dann begonnen, die Zeichnungen zu Serien zu verknüpfen, in denen dann auch die verschiedensten Protagonisten in bisweilen absurden Erzählungen erscheinen. Dabei teilen sich seine Bildergeschichten immer wieder auf, neue Charaktere treten auf den Plan, treffen sich und entfernen sich wieder voneinander. Die Faszination für den nicht stillstehenden Wandel und die Idee von Chaos begleitet Marcel van Eeden auch in seinen neuesten Arbeiten. Statt wie bisher aus vielen kleinformatigen Zeichnungen eine große Geschichte zu komponieren, sind die jüngsten Zeichnungen Chaos pur. Texte, Zeichen, Bilder finden collageartig auf einem großen Blatt zueinander. Eine Leserichtung, eine Narration ist nicht mehr vorgegeben, der Betrachter muss sich in das Chaos begeben und entdeckt die Tiefe der Zeichnung erst auf den zweiten und dritten Blick. In der Ausstellung “Cell Physiological Work with the Amoeba Chaos Chaos” wird Marcel van Eeden nun erstmals vier dieser großformatige Zeichnungen zeigen, bei denen sich diese Aufsplitterungen zu collageartigen Bildwelten verdichten. Seit Marcel van Eeden im Jahr 1993 begonnen hat ausschließlich Bildmaterialien für seine Zeichnungen zu verwenden, die vor dem 22. November 1965 datieren, hat sein künstlerisches Verfahren, trotz aller konzeptionellen Strenge immer wieder Neuerungen erfahren. Die großformatigen Arbeiten dokumentieren nun eine weitere, wichtige Entwicklung in seinem Werk.
Ort: Zink bis: 2012-04-14
Künstler: Veron Urdarianu
Thema: Es ist ein Raum der Leere, Stille und einer durchdringenden Melancholie, in welchem sich die Arbeiten des in Amsterdam lebenden Künstlers Veron Urdarianu (1951, Rumänien) bewegen. Dabei finden Reminiszenzen aus Zeit- und insbesondere Kunstgeschichte Eingang in seine Gemälde und Skulpturen, die unter dem Titel „Fallen out of Time“ bis zum 14. April 2012 in der Galerie Zink präsentiert werden. Aus der Zeit gefallen erscheint auch das intime Kleinformat, welches ein halbfiguriges Frauenportrait zeigt. Urdarianu lässt mit „Rogier van der Weyden’s Lady“ das berühmte Gemälde des niederländischen Meisters des 15. Jahrhunderts wiederkehren. Auch bei der Arbeit „About Las Floreras“ greift Urdarianu auf das gleichnamige Gemälde Francisco de Goyas zurück und interpretiert es in einer für ihn charakteristischen Bildsprache. Eine gedämpfte und zurückgenommene Farbwelt ist dabei ebenso kennzeichnend für diese Bildsprache, wie die Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten plastischer Qualität in der Malerei. Eine opake und reliefartige Oberfläche weist über die klassische Zweidimensionalität des Mediums hinaus, das Sichtbarmachen von Hilfslinien und dem bewussten Einsatz des Fragmentarischen und Unfertigen thematisiert den Malakt als künstlerischen Prozess an sich. Malerei und Skulptur stehen bei Urdarianu in dichter Verbindung, was in der Installation „Ambulant Studio“ besonders eindrücklich nachvollziehbar wird. Das Atelier des Künstlers als Hort kreativer Ideen, aber auch als Raum kritischer Zwiesprache wird hierbei thematisiert und vereint Maquetten, Zeichnungen sowie kleinere Gemälde und Skulpturen. Reflektionen über das Künstlerdasein sind ebenfalls in der jüngsten Skulptur Urdarianus „The Dream“ das Thema und ein konstant wiederkehrendes Moment in seiner Arbeit. Werke des Künstlers Veron Urdarianu lassen sich in namhaften Sammlungen wie unter anderem der Staatlichen Graphischen Sammlung München, in der Pamplona City Council Contemporary Art Collection, Pamplona, Spanien, im Gemeentemuseum Den Haag, The Hague sowie in der Collectie Stedelijk Museum, Amsterdam, Niederlande finden. Linienstraße 23 10178 berlin berlin@galeriezink.de t +49 (0) 30 6981 4320 f +49 (0) 30 6981 4340 Zink+Zink
Ort: Zink bis: 2012-02-14
Künstler: German Stegmaier
Thema: Vom 3. März bis 14. April 2012 zeigt die Galerie Zink neue Arbeiten von German Stegmaier (*1959/ Mühldorf Inn, lebt und arbeitet in München). Michael Zink arbeitet seit der Gründung seiner Galerie 1994 mit German Stegmaier zusammen und freut sich nun sehr seine Gemälde und Zeichnungen dem Berliner Publikum vorzustellen. German Stegmaier schafft in seinen Zeichnungen mit seinem vorantastenden, das Material erkundenden Strich scheinbare Objekte, die mit ihrer fragilen und zarten Anmutung den Raum erkunden. Die ausradierten Linien sind dabei wichtige Spuren, um Dagewesenes zu rekonstruieren. Analog zu diesem Prozess zeigen die Farbflächen in German Stegmaiers Gemälden sich als Schichten, die sich gegenseitig verdrängen, überlagern und kontrastieren. Dabei ist für Stegmaier die Nichtfarbe Grau äußerst bedeutsam. Sie ist für ihn ein sensibles Gemenge, das bereits durch kleinste Eingriffe Farbnuancen widerspiegelt. Die Berliner Ausstellung empfindet die Studiosituation des Künstlers nach. Auf einem langen Tisch sind German Stegmaiers Zeichnungen in einem 5 m langen Passepartout gefasst. Die Papierarbeiten korrespondieren so mit den gehängten Leinwänden und geben dem Betrachter die Möglichkeit den Entstehungsprozess der Zeichnungen und Gemälde nachzuempfinden. Eine Arbeit begleitet German Stegmaier bis zur Fertigstellung oft mehrere Jahre. Das Bild oder die Zeichnung an sich sind für den Künstler eine Schnittstelle zwischen der materiellen Praxis und dem dadurch eröffneten Assoziationsraum. Jeder Schritt, jede Etappe ist hierbei von Bedeutung, um der Visualisierung seiner Idee näher zu kommen. Dieser Dialog dauert so lange, bis er in ein autonomes Ganzes mündet. Im fertigen Werk bedingen sich Farbe, Fläche und Raum gegenseitig und überzeugen durch eine spannungsreiche, dabei in sich ruhende Komposition. Innerhalb einer Arbeit, aber auch gleichzeitig zwischen den einzelnen Bildern kann der Betrachter diese Verbindungen nachvollziehen. Die Ausstellung soll dem Betrachter einen Perspektivwechsel ermöglichen und zum aktiven Sehen anregen. Im Idealfall denkt er die Arbeiten nach dem Verlassen des Ausstellungsraumes gedanklich weiter. German Stegmaiers Arbeiten befinden sich u.a. im Kupferstichkabinett in Berlin, in der Graphische Sammlung Albertina, Wien, den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, München, dem Stedelijk Museum, Amsterdam oder dem Busch Reisinger Museum, Harvard University-Cambridge, USA. Seine Arbeiten sind derzeit in der Ausstellung „Linie Line Linea“ zu sehen, die organisiert durch das ifa-Institut in Kooperation mit dem Goethe Institut, einen Überblick über die zeitgenössische Zeichnung gibt und bis 2013 durch verschiedene Länder reist. Anlässlich dieser Einzelausstellung wird von der Galerie Zink 2012 ein umfangreicher Katalog zum Werk German Stegmaiers publiziert.
Ort: Zink bis: 2012-02-25
Künstler: Rosilene Luduvico mit Mitja Ficko Takeshi Makishima Hiroshi Sugito
Thema:
Ort: Zink bis: 2012-01-14
Künstler: Reynold Reynolds
Thema: Reynold Reynolds (* 1966 in Alaska, USA, lebt und arbeitet in Berlin), der im vergangenen Jahr international für seine Videoarbeiten gefeiert wurde, zeigt in seiner Soloschau in Berlin Fragmente seines aktuellen Filmprojekts "THE LOST". Dieses dreht sich um einen jungen Schriftsteller in Berlin, der als Barbesitzer in den frühen 30er Jahren, die Künstlerförderung, während des Erstarkens des NS-Regimes, als seine Lebensaufgabe betrachtet. Die Galerie wird an 6 Tagen zum Filmset für weitere Teile des Projekts von Reynold Reynolds. Der Filmdreh ist öffentlich. Termine der Filmperformances: 25.11. (Eröffnung) / 2.12. / 9.12. / 15.12. / 6.1. / 12.1. jeweils von 18-21h
Ort: Zink bis: 2011-11-19
Künstler: Marcel Van Eeden, Nedko Solakov, Ante Timmermans, Rinus Van de Velde
Thema:
Ort: Zink bis: 2011-10-08
Künstler: Gregory Forstner
Thema: Gregory Forstner ist ein leidenschaftlicher, fast manischer Maler. Mit beeindruckender Kraft und einem virtuosen Strich malt der in Brooklyn lebende Franzose Bilder, die den Betrachter in vielerlei Hinsicht herausfordern. Die Ausstellung mit dem Titel “Rain Dogs” zeigt eine Auswahl von zwölf großformatigen Leinwänden. Ähnlich wie in früheren Serien schafft Gregory Forstner auch in seinen neuesten Arbeiten stereotypische Figuren, die zugleich als Allegorien für das menschliche Zusammenleben und dessen Abgründe funktionieren. Gregory Forstner hat schelmische Freude daran die Rollen zu vertauschen. Er steckt schwarze Amerikaner in die Gehröcke weißer Plantagenbesitzer und zeigt sie im Liebesspiel mit weißen Frauen, er lässt den Tod wie einst Fred Astaire mit einem Schirm durch den Regen tanzen oder zeigt wie im Schlüsselbild der Ausstellung, “The Collector II”, einen dunkelhäutigen Cowboy, der stolz einen frisch ausgebuddelten Totenschädel präsentiert. Ebenso eigenartig wie seine widersprüchlichen Protagonisten selbst, ist auch die Bühne auf der Gregory Forstner seine überlebensgroßen Figuren auftreten lässt. Sie stehen alle in einem Ruderboot, alleine und isoliert von der restlichen Welt. Wie Schauspieler in einem absurden Theaterstück über die menschlichen Untiefen. Wie in seinen früheren Serien “Birthday-Partys” oder auch “Waiting Rooms”, geht Gregory Forstner auch hier immer auf aktuelle gesellschaftliche Fragen und Probleme ein. Gregory Forstner lebt mit seiner Familie seit 4 Jahren in den USA. Als einer der wenigen Weißen ist er in einem fast ausschließlich von Schwarzen bewohnten Viertel in Brooklyn ansässig. Als Außenstehender hat sich sein Blick auf die amerikanische Gesellschaft dadurch nochmals geschärft. Wie immer bleiben die Figuren von Gregory Forstner ambivalent, pendeln zwischen Gut und Böse, zwischen Leidenschaft und Verachtung, Brutalität und Hingabe, gleiten ins Absurde und Groteske. Letztlich steht einem ein lachendes, tanzendes Gerippe mit einem nassen Hund im Regen gegenüber.