BERLINARTPROJECTS
10785 Berlin
Potsdamer Str.61
Fon: +49 (0) 30 240 87 606 0
Stadtplan
Ausstellung: 31.01.2009 - 11.03.2009
Künstler: Sebastian Schrader
Die „Meisterwerke“ Sebastian Schraders sind eine Liebeserklärung an die klassische Malerei. Er beherrscht diese Technik als hätte er bei den Alten Meistern gelernt. Themen und Motive mit kunstgeschichtlicher Tradition verschmelzen in detailliert komponierten und ausgeführten Leinwandarbeiten mit individuellen und zeitgeschichtlichen Fragestellungen.

Der Künstler arbeitet ausschließlich mit Ölfarbe. Seine Werke, überwiegend in Brauntönen gehalten, und mit einer genau durchdachten Bildkomposition bestechen durch ihre beinahe altmeisterliche Malweise. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass sich die Szenen aus vielen einzelnen und eigenständigen Fragmenten zusammensetzen, dass eine einheitliche, allumfassende Übersicht auf das Geschehen verwehrt bleibt. Seine Motive entnimmt er Hauptwerken der Kunstgeschichte, der christlichen Ikonographie ebenso wie seinem täglichen Umfeld.

Das zentrale Thema seiner Malerei, so Sebastian Schrader, sind der Mensch und seine Fragen nach Sinn und nach Werten, die Ambivalenz zwischen Alt und Neu, zwischen Tradition und dem Leben in der Gegenwart. Der Mythos von Narziss, in dem die Isolation des Einzelnen zum Ausdruck kommt, ist für ihn ein wichtiges Leitmotiv. Folgerichtig erscheint der Maler selbst, häufig sogar mehrfach, auf vielen seiner Bilder und greift damit die kunsthistorische Tradition des Selbstporträts auf. Mit einem Augenzwinkern stellt er sich in die Reihe berühmter Vorbilder, wie beispielsweise Rembrandt, dessen Habitus er in seiner eigentümlichen Kopfbedeckung zitiert. Dabei geht es Schrader weniger um seine eigenen Stimmungen, vielmehr sieht er sich als Stellvertreter seiner Generation und ihrer Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben.

Ein herausragendes Beispiel dafür ist die Arbeit „Die Nacht III“. Hier bildet Schrader sich selbst in unterschiedlichen Posen ab: malend vor der Staffelei, schreibend, in Gedanken versunken, fragend und zweifelnd. Einflüsse stürzen bildlich gesprochen auf ihn ein: Rechts im Hintergrund spielt sich eine Szene aus dem Martyrium des Heiligen Bartholomäus ab, links fliegt ein Spielzeughubschrauber durch das Bild, über dem Ganzen liegt ein leichter melancholischer Schleier. Diese Eindrücke prägen, regen zur Auseinandersetzung an. Sind wir wirklich der Kindheit schon vollkommen entwachsen? Wohin wird uns das Leben führen, inwieweit können wir es selbst steuern? Für welche Werte leben wir, lohnt es sich überhaupt für Werte einzustehen? Letztendlich sind wir angesichts solch elementarer Fragestellungen auf uns allein gestellt.

Sebastian Schrader, geboren 1978 in Berlin, studierte an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und war Meisterschüler bei Werner Liebmann. Er lebt und arbeitet in Berlin.
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