Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Katrin Heesch zaubert. Wer sich für ihre Bilder ein wenig Zeit nimmt, verfällt ihnen. Eigentlich besteht Heeschs Malerei nur aus horizontalen Streifen. Hunderte Künstler malen Streifenbilder, und das Prinzip ist simpel. Der menschliche Blick benötigt eine Vertikale, um sich zu fixieren. Fehlt sie, finden die Pupillen keinen Halt und es entsteht ein kleiner hypnotischer Effekt. An dieser Stelle ist gewöhnlich Schluß. Nicht so bei Katrin Heeschs Bildern.
##
Sie verwickeln ihre Betrachter in Assoziationsketten, aktivieren erlebte Situationen und Visionen. Sie funktionieren als optische Rutschbahn aus der Gegenwart in die eigene Phantasie.
##
Ihre Farbspektren sind hochsensibel aufgebaut und virtuos komponiert. Die Künstlerin hat eine Farbwirkungslehre entwickelt, die sie seit zehn Jahren perfektioniert. Konzentriert und behutsam schichtet sie horizontale Streifen aus Latex in die Bildebene. Hunderte plastischer halbtransparenter Streifen, verschieden in Breite und Farbton, zeichnen ein feines Relief. Katrin Heesch benutzt mehr als fünfhundert Töne, die sie nach einem eigenen System ordnet und selbst aus Pigmenten anmischt. Es entsteht eine Malerei, die sich durch ein hohes Maß an Dichte und Poesie auszeichnet, aber ihre Zeit erfordert. Pro Jahr entstehen nicht mahr als sechs bis sieben Bilder.