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Ausstellung

Akt(uell) – Ausstellung in Berlin

Akt(uell)
Vor einiger Zeit wurde im Bundesamt für zentrale Dienste in Berlin-Weißensee in einer Nacht-und-Nebel-Aktion eine Statue aus dem Foyer entfernt: ein Bronzeabguss der Venus Medici, einer 2000 Jahre alten Nackten, die als eine der bedeutendsten Figuren der Kunstgeschichte gilt. Die Begründung für ihre Entfernung lautete, sie werde als sexistisch empfunden. Die Statue wurde daraufhin als Leihgabe an das Leipziger Grassi-Museum abgegeben.

Der „Pudica“-Typus, den die Venus Medici verkörpert, beeinflusste Künstler wie Botticelli, Cranach und viele andere. Botticelli schuf aus ihr seine schaumgeborene Venus, Cranach übernahm die Geste der Selbstverhüllung für seine Eva-Darstellungen. Die Figur war stets Projektionsfläche für wechselnde Schönheitsideale – und für ihre gesellschaftliche Rezeption.

Es ist nicht das erste Mal, dass Nacktheit in der Kunst auf Widerstand stößt. 2023 wurde an der Universität Flensburg die Bronzeskulptur „Primavera“ von Fritz During wegen eines angeblich „überholten“ Frauenbildes entfernt und durch ein Regenbogen-Fragezeichen ersetzt. Nach Protesten wurde sie kommentarlos wieder aufgestellt.

Laut Kunsthistoriker Horst Bredekamp liegt der Zweck eines Kunstwerks darin, unterschiedliche Erwartungen zu erfüllen und Interpretationen zuzulassen. Kunst genieße deshalb in der Verfassung besonderen Schutz. Die Entfernung einer historischen Figur wie der Venus Medici sei ein Angriff auf die Freiheit der Kunst und der Beginn eines neuen Bildersturms, so Bredekamp in der FAZ.

In diesem Kontext zeigt die C&B Reichert Galerie drei zeitgenössische Künstler, die sich malerisch mit dem nackten menschlichen Körper auseinandersetzen. Ihre Werke greifen das ikonographische Erbe der Venus auf, hinterfragen jedoch das klassische Schönheitsideal und entwickeln es weiter.

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