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#In Kooperation mit der University of the Arts London entwickelte das Künstlerhaus Schloß Balmoral das prozessuale Projekt "TrAIN to Bad Ems", das zunächst im Künstlerhaus in Bad Ems vorgestellt wurde und nun im Kunstverein Tiergarten | Galerie Nord präsentiert wird. Gezeigt werden Installationen, Skulpturen, Zeichnungen, Foto- und Videoarbeiten von fünf Künstlern mit internationalem Hintergrund. Die Durchlässigkeit von Grenzen, das Transnationale sowie Aspekte kultureller Identitäten stehen im Mittelpunkt des vom Kultursommer Rheinland-Pfalz geförderten Projekts. Ausstellungseröffnung ist am Freitag, 25. September, um 19 Uhr.#
Der Titel der Ausstellung spielt einerseits mit dem Gedanken des Reisens, der Entdeckung eines Ortes, des Weiterziehens und stellt somit eine Verbindung her zur Glanzzeit von Bad Ems. TrAIN steht andererseits aber auch für das Programm des Research Centre for +Tr*ansnational +A*rt, +I*dentity and +N*ation, an dem sich viele Akademien im Verbund der University of the Arts London beteiligen.#
Die international agierenden Künstler setzen sich aus einer „Emser Perspektive“ am Beispiel Londons mit Fragen postindustrieller und postkolonialer Metropolen auseinander und verhandeln dabei insbesondere Aspekte kultureller Identitäten. In Hinblick auf die immensen Veränderungsprozesse, die auch Berlin seit der Jahrtausendwende bewegen, ermöglichen die Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung mit ihrem Blick auf die Metropole London nicht nur faszinierende Einblicke und Parallelsichten, sondern eröffnen ebenso andere Denkrichtungen.#
Die Wahrnehmung der Identität Londons als Metropole des ehemaligen British Empire hat sich in den letzten Jahrzehnten verschoben. In früheren Zeiten sah man vorrangig den kulturellen Einfluss Großbritanniens und seiner Hauptstadt auf seine über die Kontinente gestreuten Herrschaftsgebiete. Mit dem schwindenden Kolonialismus öffnete sich der Blick für all das, was Großbritannien, insbesondere London, den anderen Völkern des Commonwealth of Nations zu verdanken hat.#
Sutapa Biswas, Dozentin des TrAIN-Programms und Betreuerin des vorliegenden Projekts, ist Inderin, gilt aber als angesehene britische Künstlerin. Ebenso Gladstone Thompson, Studienleiter am Chelsea College, der ursprünglich aus Westindien kommt und in London lebt und arbeitet. Die jungen Künstlerinnen und Künstler, die Sutapa Biswas für eine Reise nach Bad Ems ausgesucht hat, gehören dem TrAIN-Programm an. Auch sie haben einen internationalen Hintergrund: Maria Laet kommt aus Brasilien, Young Mi Kim aus Korea und Karl Omarsson aus Island. Dennoch vertreten sie diese neue britische Gesellschaft und sorgen mit den verschiedenen Denkanstößen, die sie aus ihrer Heimat mitgenommen haben, für die Vielfältigkeit des modernen Großbritanniens.#
Während Sutapa Biswas versucht, die Aufmerksamkeit des Beobachters auf Verschiebungen in der zeitlichen Wahrnehmung und Kommunikationsvermittlung zu lenken, verfolgt Maria Laet die Spuren der Zeit. Young Mi Kim sieht Parallelen zwischen der hiesigen Landschaft und alten Trachten zur eigenen koreanischen Tradition. Karl Omarsson findet in historischen Gegebenheiten, wie z. B. der Emser Depesche, Anregungen für die Dualität von Kraftfeldern, was er in seiner Arbeit in rein abstrakten Formen umsetzt. Für Gladstone Thompson ist der Ort bestimmend, an dem ein Kunstwerk entsteht, und so kann es sehr unterschiedliche Formen annehmen - Fotografien oder Bilder-, die sich den Ort erobern und zum Zeugen seiner inneren Wahrnehmung werden.