Gegen jede Vernunft. Surrealismus Paris – Prag im Kunstverein Ludwigshafen Ausstellung Ludwigshafen
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Ausstellung: 14.11.2009 - 14.02.2010

Künstler: Eugène Atget, Herbert Bayer, Hans Bellmer, Erwin Blumenfeld, Jacques-André Boiffard, Brassaï, André Breton, Claude Cahun, Jaromir Funke, Miroslav Hák, Jindřich Heisler, Georges Hugnet, Herbert List, Eli Lotar, Dora Maar, René Magritte, Man Ray, Emila Medková, Lee Miller, Jean Painlevé, Roger Parry, Vilém Reichmann, Hugo Táborský, Karel Teige, Raoul Ubac

Veranstalter & Ort:
Galerie Goldmann PR
80538 Muenchen
Bruderstr. 5

Die Ausstellung im Kunstverein Ludwigshafen
widmet sich ausschließlich der surrealistischen
Fotografie in Paris und Prag. Das Medium nahm
innerhalb der surrealistischen Bewegung in
beiden Städten einen wichtigen Stellenwert ein
und war von Anfang an in den Ausstellungen,
Publikationen und den wichtigen Zeitschriften
der Surrealisten vertreten. # Diente die
Fotografie bis zu diesem Zeitpunkt im
Wesentlichen dazu, die Wirklichkeit abzubilden,
so waren die Surrealisten die ersten, die sich
das Medium zur Erkundung des Geheimnisvollen
in der Welt, des magisch Rätselhaften im
Alltäglichen zu eigen machten. Die Ausstellung
zeigt, wie sich die Künstler als Pioniere auf
einem neuen, unbekannten Terrain bewegten
und eine unüberschaubare Fülle
unterschiedlichster Werke voller
geheimnisvoller, überraschend irritierender
Momente schufen. Die präsentierten Fotografien
zeugen von großer Experimentierfreude und
dokumentieren die Entwicklung innovativer
fotografischer Verfahren. Diese neuen Techniken
hatten das Ziel, das Alltägliche rätselhaft und
magisch und Vertrautes fremd darzustellen, um
Verborgenes zu entdecken und mehrdeutig
lesbar zu machen. # Eine herausragende
Stellung in Paris nahm Man Ray ein. Er hat mit
den von ihm entwickelten Mitteln der
inszenierten Fotografie, der Rayografie, und der
Solarisation Aufsehen erregende Bilder
geschaffen und für die Entwicklung und
Anerkennung der surrealistischen Fotografie
einen entscheidenden Beitrag geleistet. Große
Beachtung fanden seine Rayografien, die bereits
1923 in Prag ausgestellt wurden. Die
tschechischen Künstler wie Toyen
und Karel Teige hielten sich schon in den 1920er
Jahren mehrfach in Paris auf und standen in
regen Kontakt mit André Breton. Ohne Zweifel
entwickelte sich in Prag eine der originellsten
Facetten surrealistischer Fotografie. Einen
besonderen Stellenwert nehmen dabei die
Fotocollage und die Fotomontage ein. Besonders
Karel Teige und František
Vobecký beherrschten diese Techniken
meisterhaft und haben Unvergleichliches
geschaffen.# In der Ausstellung im Kunstverein
Ludwigshafen werden über 180 Fotografien
sowie zahlreiche Zeitschriften und Bücher
präsentiert. Die erstmalige Gegenüberstellung
beider Strömungen sowohl in Paris wie in Prag,
zeigt überraschende Querverbindungen sowie
spezifische Unterschiede und macht die Vitalität
und Innovation beider surrealistischer
Bewegungen noch einmal besonders deutlich.
Darüber hinaus zeigt die Ausstellung den Einfluss
der surrealistischen Fotografie auf das
künstlerische Werk von Erwin Blumenfeld, der
als Modefotograf in den 1940er und 1950er
Jahren in den USA mit seinen ungewöhnlichen
Aufnahmen sehr erfolgreich war.

Primäre Gesten Ausstellung Alexander Tutsek-Stiftung, München

22.03.2019 - 30.08.2019
Primäre Gesten