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Cocktail am Premierenabend der Kölner Galerien anlässlich der Art Cologne: Mittwoch, 21. April 2010, 18.00-22.00 Uhr.#
Die Galerie Karsten Greve zeigt Grafiken der international renommierten Künstlerin Louise Bourgeois. Die Ausstellung steht in der Tradition der bereits seit über 20 Jahren andauernden Zusammenarbeit mit der Künstlerin und bietet einen Einblick in ihr bis dato umfangreiches, druckgrafisches Werk der vergangenen zwei Jahrzehnte./Neben Zeichnungen und Skulpturen spielt die Druckgrafik als eigenständiger Bestandteil seit Ende der 1930er Jahre eine zentrale Rolle in Bourgeois Oeuvre. Mittels dieses Mediums erprobt Bourgeois immer wieder die Eigenschaften verschiedener Materialien. Als Bildträger dienen ihr unterschiedliche Papiersorten oder Notenpapier sowie Leinwände oder Bett- und Tischtücher, wodurch sie die an ihnen haftenden Erinnerungen transportiert und somit eine Verbindung zu Erlebtem, Orten und Zeiten herstellt. Bourgeois sucht in ihren Arbeiten gegensätzliche Assoziationen, indem sie geometrische und organische, figurative und abstrakte Formen verbindet. Feinen Linienführungen setzt sie grobe Schraffuren gegenüber, spontane anmutende Striche neben konstruiertem Kalkül einer Komposition, zarten, per Hand kolorierte Partien neben stark farbig gedruckte Flächen./Ein weiteres formelles Mittel der Künstlerin sind Arbeiten, die in direkte Sequenzen unterteilt sind. Diese Unterteilungen sind nicht als narrativer Verlauf zu sehen, sondern bieten Bourgeois die Möglichkeit der Ordnung sowie Themen aus unterschiedlichen Blickwinkeln wiederzugeben. So besteht beispielsweise die Papierarbeit Triptych for the Red Rooms (1994) aus drei Sequenzen, die einen weiblichen und einen männlichen Körper in unterschiedlichen Konstellationen miteinander darstellen. Die Spannung, die sich durch die stark gebogenen Körper, ihrem Ausdruck und Interagieren ergibt, scheint sich wellenförmig auf die Ausführung der blau hinterlegten Aquatintaflächen auszudehnen./In ihren jüngsten Arbeiten verwendet Bourgeois vermehrt Sprache, so wie bei den Arbeiten C`est si bon!! (2006) und Paris toujours Paris (2006). Die Texte erinnern an spontan niedergeschriebene Gedanken und Erinnerungen. Durch den assoziativen, tagebuchähnlichen Charakter des Niedergeschriebenen wird Unbewusstes scheinbar bewusst gemacht und dem Leser Intimes offenbart./Themen, die Bourgeois bis heute kontinuierlich beschäftigen sind Geburt und Tod, der – zer- oder gebrochene – menschliche Körper und dessen Sexualität, die alle oftmals biografisch ausgedeutet werden. Von besonderer Bedeutung für Bourgeois ist die Beziehung zwischen zwei oder mehreren Menschen. Auch beschäftigte sie sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten verstärkt mit der Beziehung zu ihrer Mutter. Aus all diesen zwischenmenschlichen Beziehungen, die die Künstlerin selber als „toi et moi“ bezeichnet, resultieren weiterhin Themen, wie Angst, Leid und Liebe. Diese konstanten, inhaltlichen Aspekte in Bourgeois` Kunst finden als Variationen in den Grafiken Topiary (The Art of Improving Nature) (1998) oder auch La Reparation (2003) Ausdruck. Als stete Abwandlungen und Wiederholungen bilden sie charakteristische Merkmale für Bourgeois` Kunst.#Louise Bourgeois wurde 1911 in Paris geboren. 1938 siedelte sie nach New York über, wo sie bis heute lebt und arbeitet.