Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
kuratiert von Ágnes Sebestyén, Stipendiatin der Robert Bosch Stiftung
Unter dem Titel, der die ersten Worte der ehemaligen Nationalhymne Rumäniens zitiert, sind die drei Farben der Staatsflagge zu verstehen. Drei Farben, in Anlehnung an die französische Trikolore, wurden ursprünglich von vielen jungen Mittel- und Osteuropäischen Ländern als Symbol für den jeweiligen Nationalstaat bewusst eingesetzt. Heute gehören diese Trikoloren zu den am stärksten belasteten politischen Symbolen in den Ländern, da sie im Laufe der Geschichte häufig als Mittel der aggressiven staatlichen oder institutionellen Identitätsbildung und -vermittlung benutzt wurden. Als Ergebnis des wiederholten Missbrauchs haben sie sich letztendlich zum Symbol des extremen Nationalismus sowie der Ausgrenzung entwickelt. Eine Unbeschwertheit im Umgang mit der Flagge, etwa ihre Zweckentfremdung für den Designbereich oder die Popkultur, ist in diesem Kontext unvorstellbar, da immer ein radikaler Unterton mitschwingt.
Die in der Ausstellung im NKV vertretenen Künstlerinnen und Künstler rumänischer und ungarischer Herkunft bieten repräsentative Erklärungsansätze und Analysen dieser Entwicklung vor dem Hintergrund des jeweiligen gesellschaftlichen Kontexts. Dabei bildet vor allem die bis heute bestehende Verbundenheit Rumäniens und Ungarns und ihre repressive Vergangenheit einen Schwerpunkt der Ausstellung.
© István László