Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Brot für die Augen
Fotokünstler Jonas Braukmann hat über mehrere
Jahre sein täglich‘ Brot in einem täglich‘ Bild
dokumentiert. Nahezu 3000 Fotos zeigen knackige
Würstchen, angefressene Schrippen, schlüpfrige
Shakes und: immer wieder Nudeln.
Eine üppige Bilderportion, die fundamentale Fragen
berührt wie: "Ist die deutsche Küche tatsächlich so
kontrastarm? und "Wer hätte gedacht, dass unsere
Nahrung so ocker ist? Die im Teller-Stil geblitzte
Schnappschusskulinarik macht hin und wieder froh,
dass Zähne nicht sehen können.
Und doch: Anders als hochgeföhnte Spaghetti
Bolognese auf den bebilderten Speisekarten der
Touristenrestaurants lockt Braukmanns Bilderbuffet
den kulinarischen Voyeur mit Geschichten aus dem
Hauptgang des Lebens. Dem frugalen Esstrieb hier
folgt das gediegene Katerfrühstück dort, mit der
opulenten Orgie als Sahnehäubchen. Das weckt
mehr Emotionen, als das professionellste
Hochglanz Food Styling. Indem sie vom Auge direkt
in den Bauch fährt, macht uns die Ausstellung zu
lustvollen Zeugen einer profanen Eucharistie, in der
sich jenseits des Einzelbildes jemand zeigt, wie er
is(s)t.
Tipp: Herzhaft anschauen!
Zur Vernissage kredenzt Wurstsack
(www.wurstsack.de) eine kulinarische slow-food
Performance.
Ausstellungstext: Robert Rausch,
http://www.robertrausch.de