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Auktion

November-Kunstauktion 2011 – Auktion in Hamburg

November-Kunstauktion 2011
Das Rauschen im Blätterwald über den sechsstelligen Zuschlag eines Wilhelm Kuhnert in der September-Auktion ist kaum verklungen, da dürfen sich die Sammler bereits auf ein attraktives neues Angebot beim Auktionshaus Stahl freuen. Darunter befinden sich zahlreiche hochrangige Werke der klassischen Moderne aus dem Nachlaß der Hilde von Lang, die als Lebensgefährtin von Gerd Bucerius lange Jahre Geschäftsführerin und Verlegerin der 'Zeit' war.
Zu den Höhepunkten im Angebot der Klassischen Moderne gehören drei Pastelle von Lesser Ury. Eine Ansicht des Boulevards Unter den Linden mit Blick auf das Brandenburger Tor dürfte ihr Limit von 25.000 € noch deutlich steigern. Zu den typischen Werken des Berliner Impressionisten gehören auch zwei Darstellungen der Siegesallee mit Siegessäule im Frühling und im Herbst (je 20.000 €). Erich Heckel schuf während seiner Dienstzeit als Sanitäter in Flandern 1915 das Aquarell mit Blick über einen Kanal, das jetzt bei Stahl für 12.000 € im Angebot ist. Kaum später, nämlich 1920, datierte Ivo Hauptmann ein großformatiges Gemälde, das in der bei Sammlern besonders gesuchten pointillistischen Manier aus der Frühzeit des Künstlers Badende am Strand von Hiddensee zeigt (18.000 €). Ebenso interessant sind drei Werke des Spätimpressionisten Walter Becker, darunter ein 'Stadtbild' mit flanierenden jungen Frauen in glühenden Farben (8.000 €). Große internationale Resonanz erwartet Stahl für einen weiblichen Akt von der Hand Gustav Klimts, die dieser 1917 als Vorzeichnung für sein Gemälde 'Die Freundinnen' schuf. Der künstlerische, aber auch der erotische Reiz dieses Blattes rechtfertigen den Startpreis von 18.000 €. Ein Aquarell mit expressiven Figuren von Christian Rohlfs dürfte mit moderaten 3.500 € ebenso problemlos abgesetzt werden. Für die Sammler moderner Kunst wird die Skulptur 'Nana de Berlin' von Niki de Saint Phalle (18.000 €), ebenso wie der 'Exodus' von Henrik Nicolaas Werkman (16.000 €) und eine der typischen Lithographien mit Farbfeldern von Serge Poliakoff (1.800 €) auf gesteigertes Interesse stossen.
Von den wichtigsten Vertretern des Informel in Deutschland offeriert Stahl das 1955 auf Ibiza geschaffene Gemälde 'Aralus' (6.000 €) von Heinz Trökes, desweiteren zwei großformatige Werke von K.R.H. Sonderborg, jenen typischen dynamischen Arbeiten, die der Künstler - häufig nach langer, sorgfältiger Vorbereitung der Malutensilien im Atelier - in einem geradezu eruptiven Ausbruch von Kreativität auf die Leinwand brachte (12.000 €).
Unter den Neueren Meistern ist auch Wilhelm Kuhnert ist wieder am Start: 'Schmale Kost' zeigt einen imposanten sibirischen Tiger mit den tiefgefrorenen Resten seiner letzten Mahlzeit, die 'Springböcke im Mondlicht' dagegen genießen den abendlichen Frieden in der Savanne (je 12.000 €). Eine verschneite Vorfrühlingslandschaft von Peder Mönsted (3.500 €) und ein sonniger Hühnerhof von Paul Madeline (5.000,-) überzeugen durch ihre hohe malerische Qualität. Franz Skarbina ist mit drei Werken vertreten, u.a. das impressionistische Pastell aus seiner reifen Zeit ‚Abendlicher Einkauf in Berlin’ (2.900 €).
Auch die Norddeutsche Malerei glänzt mit Höhepunkten: zu nennen sind hier besonders die 'Theaterspielenden Kinder' von Dorothea Maetzel-Johannsen (15.000 €) und das 'Haus am See' von Gretchen Wohlwill (6.500 €). Die in schwerer See unter Vollzeug segelnde 'Herzogin Cecilie' von Johannes Holst startet ab 5.500 €, die 'Boote am Ufer' des beliebten Hamburger Impressionisten Thomas Herbst werden mit 4.900 € aufgerufen. Für eine 1867 datierte und reich staffierte Mondscheinlandschaft von Louis Douzette werden Gebote ab 3.500 € entgegengenommen.

Ein erstklassiges Angebot erwartet die Sammler auch beim Asiatika-Sortiment. Als Raritäten gelten eine außergewöhnliche chinesische Bronze-Vase in Form archaischer Hu-Gefäße aus dem 17./18. Jahrhundert (3.800 €) und ein ritueller Gu-Weinbehälter aus der frühen Ming-Dynastie (8.000 €) . Ein seltener bronzener Weihrauchbrenner mit Goldfleckendekor aus dem 18. Jahrhundert (3.500 €) darf ebenfalls auf gesteigertes Interesse hoffen. Eine Narzissenschale mit zartblauer Yunyao-Glasur (3.800 €) und eine Famille-Rose Deckelvase mit leuchtendem Hühnermotiv (3.500 €) bezeugen das reiche Spektrum der asiatischen Kunst. Liebhaber außergewöhnlicher Preziosen kommen bei einer kunstvollen Elfenbein-Schnitzerei in Form eines Tempelbeckens (900 €) oder bei einem Paar prächtiger Wandverkleidungen eines Mondtores (1.200 €) auf ihre Kosten. Auch das japanische Kunsthandwerk lockt mit besonderen Schätzen, wie einer seltenen Bronze-Figur der 'Kannon Bosatsu' auf Elefanten mit Champlevé-Dekor aus der Edo-Zeit (2.000 €).
Auf dem Gebiet des europäischen Porzellans brillieren eine Deckelterrine aus dem 18. Jahrhundert mit Kauffahrteiszenen (1.300 €) und verschiedene Künstler-Figurengruppen. Dem Porzellan als Sinnbild einer fragilen und gleichzeitig dauerhaften Verbindung wird durch eine große Hochzeitsvase von Königlich Kopenhagen aus dem 19. Jahrhundert gehuldigt (1.900 €). Das überaus interessante Objekt wurde anlässlich einer Vermählung im Umfeld des dänischen Königshauses gefertigt. Ebenfalls wird eine außergewöhnlich große Anzahl an hochwertigen Servicen führender europäischer Manufakturen aufgerufen. Die Moderne ist im Porzellan mit einer exklusiven Künstleredition der 'Fünf Meissener Musikanten' aus der Hand des Meissener Meisters Peter Strang (2.000 €) vertreten.
In der Abteilung Jugendstil wird eine bedeutende Privatsammlung mit erstklassiger Provenienz angeboten. Angeführt wird diese Gruppe von herausragenden Glasobjekten Louis Comfort Tiffanys: Die Tischlampen 'Lily-Pond' (25.000 €) und 'Blue Daffodil' (15.000 €) zählen zu den Meisterwerken des internationalen Art Nouveau. Weitere Höhepunkte sind erlesene Vasen von Lalique, Gallé und Daum. Bei den Möbeln und Dekorationen begeistert ein seltenes Paar ebonisierter Biedermeier-Kommoden (4.500 €) ebenso wie eine flämische Millefleurs-Tapisserie aus dem 17. Jahrhundert (5.800 €). Die Silber-Abteilung glänzt mit drei gewichtigen Paaren barocker Leuchter, u.a. aus Frankfurt (3.500 €), und einer Augsburger Wöchnerinnen-Terrine (1.500 €). Ein ganz besonderes Kleinod stellt eine umfangreiche Sammlung von Dosen und Tabatièren aus dem 18. Jahrhundert dar. Hieraus bezaubern u.a. eine seltene Vernis-Martin-Dose mit Miniaturmalerei (1.800 €) und eine Wiener Porzellan-Tabatière mit außergewöhnlichem Purpurschuppen-Fond (700 €).
Eine hochkarätige Offerte von Skulpturen des gefragten Art-Déco-Künstlers Demetre Chiparus schlägt den Betrachter mit ihren schlanken und eleganten Linien in den Bann. Die Figuren 'Footsteps' und 'Palmyra' werden mit 9.000 € bzw. 8.000 € aufgerufen.
Das Schmuck-Angebot lässt ebenfalls die Herzen von Liebhabern anmutiger Eleganz höher schlagen: Die hochwertige Blütenbrosche mit Brillant- und Indigolith-Besatz (9.800 €) entwarf der bekannte Hamburger Juwelier Wilm. Ein außergewöhnliches Smaragd-Brillant-Collier (22.000 €) und ein Saphir-Diamant-Collier (24.000 €) belegen die wiederentdeckte Lust an auffälligen Stücken.

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