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In der Werkgruppe kreisarbeiten I und II
steht der Kreis im Mittelpunkt: der
Kreis mit seinen geometrischen
Eigenschaften und der Kreis als
wiederkehrende Form im Universum, aber
auch der Kreis als Metapher. In der
Arbeit Marcia Raquel Székelys treffen
Literalität und formalistische
Auseinandersetzung auf einen
kontemplativen und persönlichen Ansatz.
Darüber hinaus tragen die Werke Székelys
das Element der Zeitlichkeit in sich,
betonen sowohl die Zeit des
Schaffensprozesses als auch die Zeit der
Wahrnehmung durch den Betrachter. Die
geometrischen Elemente Punkt, Gerade und
Kreis dienen häufig als Ausgangspunkt
für die Arbeiten Székelys. In ihren
oftmals in Reihen angelegten Arbeiten
geht die Künstlerin den Eigenschaften
dieser Elemente nach, erkundet sie durch
eine beständige Auseinandersetzung.
Wiederholung zieht sich als Prinzip
durch viele Arbeiten Székelys hindurch.
Wiederholung der Linie in einem
einzelnen Werk, aber auch Wiederholung
einer speziellen Untersuchung innerhalb
einer Werkreihe. Wie in den Arbeiten Eva
Hesses und Agnes Martins aus den 1960er
Jahren ist auch bei Székely das jeweils
durch Wiederholung gekennzeichnete Werk
nicht im Zusammenhang mit der Kritik an
die Aura des Einzelnen zu verstehen,
sondern in Bezug auf andere Versionen
seiner Selbst.[1]
Serialität steht in den Arbeiten nicht
in Bezug zu den Bildern oder Materialien
der Massenkultur (so wie etwa in
minimalistischen Ansätzen), sondern ist
viel mehr als Ausdruck individueller
Erkundung zu verstehen.
Trotz der Abstraktion tritt im Werk
Székelys ein persönliches Element
hervor, im Sinne des nachvollziehbaren
Kontakts zwischen Künstlerin und Werk
und in der Auseinandersetzung mit Fragen
des Menschseins.
Auszug aus dem Katalogtext von Chiara
Marchini Camia
[1] Vgl. Briony Fer, The infinite line.
Re-making art after modernism, Yale
University Press, New Haven und London,
2004, S. 3.