Auktion Auktionshaus Ostdeutsche Kunstauktionen
Datum: 04.05.2013 - 04.05.2013
Künstler: Altenbourg, Cremer, Claus, Glöckner, Manfred Böttcher, Hegenbarth, Jüchser, Schwimmer, Mattheuer, Sitte, Tübke, Metzkes, Morgner, Wolff, Stötzer
Veranstalter & Ort:
Auktionshaus Ostdeutsche Kunstauktionen
10243 Berlin
Karl-Marx-Allee 123
Die 40. Versteigerung des Auktionshauses bietet wieder ein besonderes Angebot an bildender Kunst. Damit wird ein Jubiläum begangen, das eine breit angelegte Auswahl von Kunstwerken aus dem ostdeutschen Raum präsentiert.
Ein Spitzenwerk, dieses Mal aus dem Bereich der Bildhauerei, stellt die fast lebensgroße Bronze „Trauernde“ von Fritz Cremer dar, die eine Taxe von 13.000 Euro einspielen soll. Der Meister hatte sich 1988 entschlossen, orientiert an seinen Großplastiken auf dem Hauptfriedhof in Wien, das Leid des Krieges zum wiederholten Male anzuprangern. Ein Vermächtnis des Künstlers, der wohl fast jedem durch die Denkmale von Buchenwald und Mauthausen bekannt geworden ist. Selten ist auch die Plastik „Bauarbeiter“, eine Bronze des Bildhauers Walter Arnold, die nach dem Krieg 1947 entstanden ist und die Aufbauzeit charakterisiert. Sie war bereits auf der 2. Deutschen Kunstausstellung in Dresden zu sehen und ist mit 1700 Euro geschätzt. Die „Liegende“ (Bronze) des 2010 verstorbenen Meisters Werner Stötzer kann bei glücklicher Hand für 4000 Euro erworben werden. Theo Baldens „Aufgestützte“, eine Kleinplastik aus Zinn, soll 1200 Euro erbringen.
Ein besonderes Angebot stellen die Arbeiten von Elisabeth Ahnert, „Blick in den Garten“ (Taxe: 580 Euro), Lou Albert-Lasard mit ihren Aquarellen „Maskenball“ und „Kaffeehausszene“ (Taxe: jeweils 1900 Euro) und Boote (Taxe: 1500 Euro) dar, sowie zwei Farbholzschnitte und zwei Lithographien von Gerhard Altenbourg, die jeweils 550 bis 950 Euro einspielen sollen.
Die Dresdner Kunstszene wird durch die wichtigen Künstler der älteren inzwischen schon verstorbenen Generation vertreten. So fehlen Arbeiten von Hermann Glöckner, Willy Wolff, Hans Jüchser, Ernst Hassebrauk, Josef Hegenbarth und Albert Wigand ebenso wenig wie Werke von Ed Kesting, Hans Kinder und Helmut Schmidt Kirstein. Herauszuheben ist die Ölmalerei von Ed Kesting „Sonnenlicht im Darßwald“ (Taxe: 4200 Euro), die Mischtechnik „Fremde Gestade“ (Taxe: 2000 Euro) sowie das frühe Aquarell aus dem Jahr 1920 „Blumenstilleben mit Spinne“ (Taxe: 2400 Euro). Die mit Ölfarben vom Künstler selbst gedruckte Monotypie „Am Strand“ (Unikat) von Hans Jüchser soll 1300 Euro erbringen und wäre für diesen Preis ein besonderes Bonbon.
Ein besonderes Angebot stellen die Leimfarben-Malereien und Zeichnungen sowie einige Druckgraphiken von Josef Hegenbarth dar. Zwei dieser Malereien aus dem Jahr 1921 auf einem Blatt Bütten-Karton (Vorder-und Rückseite), „Im Spiegel“ und „Bettlergestalten“ (Taxe: 4000 Euro) sowie eine farbige Pinselzeichnung „Spielende Kinder“( Taxe: 1800 Euro) sind neben einigen Tuschzeichnungen und Lithographien im unteren Preissegment eine gute Mischung, wartend auf einen breiten Erwerberkreis.
Nicht zu vergessen ist das Angebot von Dresdner Künstlern der alten Generation: Herta Günther, Gerda Lepke und Max Uhlig, die Schüler des großen Zeichners und Lehrers Hans Theo Richter. Von Herta Günther stehen elf Arbeiten zur Auswahl. Besonderes Interesse dürfte das Ölbild „Straßenszene“ (Taxe: 4500 Euro) aus dem Jahr 1979 erregen. Aber auch die Pastelle aus den 1970er bis 1990er Jahren, wie das Bildnis „Zigeunerin“ (Taxe: 1500 Euro) sind zu günstigen Preisen, teilweise für etwa 400 Euro zu erwerben. Für das „kleine Geld“ werden druckgraphische Arbeiten angeboten. Eine besondere Attraktion ist das großformatige Ölbild „Putto“ von Gerda Lepke (Taxe: 2200 Euro) sowie das umfangreiche Angebot an frühen von Max Uhlig selbst gedruckten Lithographien und einer Tuschzeichnung mit Preisen im unteren Preissegment.
Die Leipziger Szene ist mit graphischen Arbeiten von Bernhard Heisig (Taxen zwischen 200 – 450 Euro) und Wolfgang Mattheuer (Taxen zwischen 550 – 800 Euro) sowie Werner Tübke (Taxen zwischen 350 – 500 Euro) vertreten. Herausragend ist hier der Farbsiebdruck „Sonne“ von Wolfgang Mattheuer, der mit etwas Glück für 800 Euro erworben werden könnte.
Das Gemälde des norddeutschen Malerfürsten Otto Niemeyer-Holstein „Kahnschiffer“ aus dem Jahr 1937, ein Entwurf für ein Wandbild (Taxe: 1900 Euro), ist neben erstklassigen Druckgraphiken ein Hauptstück im Angebot.
Der Raum Chemnitz ist durch die ehemaligen Mitglieder der legendären Künstlergruppe „Clara Mosch“ vertreten. Druckgraphische Arbeiten (z. T. farbig) von Carlfriedrich Claus, Dagmar Ranft Schinke, Thomas Ranft, aber auch Zeichnungen von Gregor-Torsten Kozik und Michael Morgner können erworben werden. Eine großformatige Tuschlavage von Michael Morgner (Taxe: 1500 Euro) ist dabei besonders hervorzuheben.
Die Berliner Malschule, mit ihren Hauptvertretern Manfred Böttcher, Wolfgang Leber, Harald Metzkes und Hans Vent zählt nach wie vor zu den Hauptsäulen der Auktion. Besonders zu erwähnen sind die Malereien Böttchers „Bei der Toilette“ von 1957 (Taxe: 2700 Euro) und Rummelplatz von 1982 (Taxe: 2600 Euro) sowie das Ölbild „In der Manege“ von Harald Metzkes aus dem Jahr 1981 (Taxe: 3500 Euro). Zwei kleinformatige Ölbilder von Wolfgang Leber „Akt im Sessel“ und „Interieur“ sollen jeweil 750 Euro einspielen. Das Ölbild von Klaus Roenspieß „Am Fluß“ (Taxe 1200 Euro) ist ein besonders niedrig angesetztes Schnäppchen. Hans Vents Tempera „Porträt mit gelben Haaren“ (Taxe: 500 Euro) mit einigen teils kolorierten Druckgraphiken runden das Angebot ab.
Auf dem Kunstmarkt selten sind frühe Arbeiten von Paul Kuhfuss und die wenigen Acrylmalereien der 1990er Jahre von Arno Mohr. „Die Brücken von Venedig“, eine Tempera des Malers Paul Kuhfuss von 1928, die teilweise noch dem Expressionismus verpflichtet ist, wird mit einer Taxe von 1700 Euro angeboten. Die Malereien von Arno Mohr „Die Bänschstraße mit Samariter Kirche“ und „Kaffeeklatsch“ sind mit jeweils 1500 Euro taxiert. Der Berliner Maler Paul Schultz-Liebisch ist mit der naiven Malerei feinster Coleur „Vorstadtidyll“ (Taxe: 600 Euro) vertreten. Horst Strempels Pastell „An der See“ von 1952 (Taxe: 1400 Euro) und drei druckgraphische Arbeiten stehen ebenfalls zum Verkauf.
Alfred T. Mörstedt, ein außerhalb der Zentren in Thüringen ehemals arbeitender Künstler, ist mit neun Arbeiten vertreten, darunter die Mischtechnik „Hermann Glöckner zu Ehren“ (Taxe: 1000 Euro).
Die Berliner Graphik wird selbstverständlich umfangreich angeboten. Hier sind unter anderem zu nennen: Manfred Butzmann, Arno Mohr, Charlotte E. Pauly, Herbert Tucholski. Moderate Preise lassen ein reges Interesse an diese Arbeiten erwarten.
Die angebotenen Kunstwerke können vom 16. April bis 2. Mai 2013 in den Geschäftsräumen des Auktionshauses „Ostdeutsche Kunstauktionen“, Bänschstraße 35 im Berliner Stadtteil Friedrichshain besichtigt werden. Der Auktionskatalog ist online unter ostdeutsche-kunstauktionen.net oder unter www.ostdeutsche-kunstauktionen.de verfügbar. Auf Wunsch wird dieser auch in gedruckter Form verschickt.
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