Diese Veranstaltung ist bereits beendet.
Vernissage: Donnerstag, 15. Mai 2014, 19
- 21 Uhr
In unserem Photoshop-Zeitalter können
wir nicht mehr sicher sein, ob diese
oder jene Photographie einen wahren
Moment unseres wirklichen Lebens
eingefangen hat, eine Realität sichtbar
macht. Die neuen Techniken ermöglichen
weit mehr als nur ausgefeilte Retuschen.
Unser Ausstellung Wahre Lügen
präsentiert Arbeiten von zwei Künstlern,
die sich – jeder auf seine ganz
besondere Weise – ihre eigene
Wirklichkeit schaffen: Zu Claus
Feldmanns Werken bemerkt die
Schriftstellerin Monika Zeiner: "Wenn
David Lynch, Edward Hopper und Caspar
David Friedrich gemeinsam einen Film
ausstatteten, würde ich mir diesen Film
vorstellen wie eine Bilderreihe
Feldmanns. Man möchte ewig davor stehen
und schauen, hineingehen kann man ja
nicht."
Feldmanns Bilder, die wie Filmstills
wirken, zeigen zwar von Menschenhand
geprägte Szenerien, doch nie ist ein
Mensch zu sehen. Das Gegenteil ist bei
den Schwarz-Weiss-Arbeiten von Joachim
Seinfeld der Fall: Der Künstler
schmuggelt sich selbst, teils mehrfach
in Dokumentaraufnahmen zur deutschen
Geschichte des 20. Jahrhunderts und
verbindet so die augenzwinkernde
Selbstdarstellung mit einem historischen
Kontext – Irritationen ob dieser
Dokufiction sind ausdrücklich erwünscht.