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Ausstellung

EIN NATURALISTISCHES WELTBILD – Ausstellung in Hamburg

EIN NATURALISTISCHES WELTBILD
Die dritte Gruppenausstellung der Reihe UND WORAN GLAUBST DU? findet in Kooperation mit nachtspeicher23 e. V. in St. Georg statt und setzt sich mit unserem Glauben an die Naturwissenschaften auseinander. Eröffnung: 17.07.2014 um 19h.


Wir glauben an die Naturwissenschaften, an ihre Strategien und ihre Forschungsergebnisse. Wir glauben an Zahlen, Statistiken und ‚Fakten’ und daran, dass sie unsere Wirklichkeit repräsentieren. Der Welt wird ein Raster auferlegt, sie wird in 0 und 1, in Schwarz und Weiß eingeteilt. Doch wann hinterfragen wir diese Klassifikationen? Wo liegen ihre Grenzen? Zu der Ausstellung EIN NATURALISTISCHES WELTBILD wurden Künstler_innen aus Hamburg und Berlin eingeladen, die sich dem Thema auf unterschiedliche Weise nähern.

Nick Koppenhagen bedient sich in seinem Video The Bowerbird (Laubenvogel) Strategien des Dokumentarfilms. Doch die Verwendung von Bildern und Text, die teilweise unmöglich der Realität entsprechen können, löst Irritationen im Betrachter aus. Was ist wirklichkeitsgetreu, was Fiktion? Die Arbeit reflektiert darüber hinaus Strategien, die uns besonders glaubwürdig erscheinen. Wann werden sie genutzt? Und von wem?

Von dem jungen, an der HFBK studierenden Künstler wird eine zweite Arbeit, Witterungsreport, gezeigt. Diese im Prozess befindliche Zeichnung ähnelt einem Tagebuch: Jahreskreise, akribisch in 365 gleichgroße Flächen unterteilt, werden Tag für Tag gefüllt – mit Informationen zum Wetter und zur persönlichen Stimmung. Der strenge wissenschaftliche Rahmen wird durch die Umsetzung mit freier künstlerischer Methodik kontrastiert und befragt.

Der wissenschaftliche Blick spielt auch in den Arbeiten der HFBK-Absolventin Ulrike Paul eine Rolle. In der zeichnerischen Serie Die Eichelhäher meiner Mutter sind vier dekontextualisierte, auf dem Kopf hängende Eichelhäher zu sehen. Ihre leicht deformierten Körper und die Watte in ihren Augenhöhlen lassen darauf schließen, dass sie zu reinen Forschungszwecken ausgestopft wurden. Der Drang des Menschen, die Welt zu klassifizieren, um sie für sich erklärbar zu machen, wird thematisch.

Achim Riethmann setzt sich mit Forschung an sich auseinander. In seinen feinen Aquarellen untersucht er die Untersuchenden. Dabei bleibt dem Betrachter verborgen, worauf sich ihre Arbeit richtet. Wohin führt uns die naturwissenschaftliche Forschung? Wohin die zunehmende Technisierung der Welt und wohin der Fortschrittsglaube?

Die Ausstellung wird kuratiert von Isabelle Meiffert.

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