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Unter Stichworten wie Sonische Kunst (Sonic Art) oder Transmission Art entwickeln seit
einigen Jahren bildende Künstlerinnen und Künstler ein erneuerten Verständnis des
Akustischen in der bildenden Kunst.
Einige nehmen dabei bewusst Bezug auf frühe Überlegungen des amerikanisch-australischen
Kunsttheoretikers Douglas Kahn („Anmaßung der Musik“). Andere erspüren ein Fehl-Lesen
und Miss-Sehen ihres Schaffens auf Grund einer musikalischen Umklammerung und suchen
deshalb nach Möglichkeiten der ästhetischen Befreiung.
Dies ist unser Ausgangspunkt zur Ausrichtung der ersten Einzelausstellung in München des
Frankfurter Künstlers Bernhard Schreiner (*1971 in Mödling bei Wien). Schreiner ist einem
breiteren Kunstpublikum vor allem durch seine gemeinsame Arbeit mit Thomas Bayrle
bekannt, zum Beispiel zur documenta13 in Kassel, oder zuletzt durch seine Sound-Installation
„The Encryption Garden“ im Frankfurter Städel Museum in Zusammenarbeit mit Alan B.
Richmond. Die Ausstellung im Münchner Kunstraum will nicht den kollaborativen Aspekt
seines Werkes, sondern Bernhard Schreiners Überlegungen zum Akustischen in den
Vordergrund stellen. An Hand Schreiners sonischer, raumfüllender Arbeitsweise soll die
grundsätzlichere Frage diskutiert werden: Was macht die bildende Kunst mit dem Hören, und
warum verträgt sich das nicht mit der Musik?
Neben einer Auswahl an Papierarbeiten und Plastiken im Parterre der Ausstellung zeigt
Bernhard Schreiner im Obergeschoss eine eigens für den Kunstraum realisierte neue Arbeit:
„Power Supply“ (Netzanschluss).
Unterschiedliche Volt und Ampere-Stärken handelsüblicher Netzteile in Kombination mit
unterschiedlichen Typen von Lautsprechern erzeugen immer andere Ergebnisse. Flächige,
knisternde, rhythmisch klickende Tonstrukturen erinnern an das Klangvokabular
zeitgenössischer elektro-akustischer Musik, ohne jedoch deren konservative Logik von
Komposition oder Instrument zu übernehmen.