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"Imago" – unter diesem Ausstellungstitel zeigt von Haefen aktuelle Arbeiten in der Grunewalder Galerie Villa Köppe.
"Imago" [Plural: Imagines]: Dieser lateinische Begriff bezeichnet
1.) [Psychologisch] ein im Unterbewusstsein existierendes [Ideal]bild einer anderen Person der sozialen Umwelt.
2.) [Biologisch] ein fertig ausgebildetes geschlechtsreifes Insekt.
3.) [Im antiken Rom] eine wächserne Totenmaske von Vorfahren, die im Atrium des Hauses aufgestellt wurde.
"Imago": Mit diesen drei dem Titel inhärenten Bedeutungsebenen wird die inhaltliche Ausrichtung der aktuellen Werke von Haefens vortrefflich pointiert. So präsentieren die Bilder – u. a. großformatig in Acryl oder kleinformatig in
Gouache – allesamt Personen: größtenteils inspiriert durch die Idole unseres medialen Maskenballs. Sie zeigen dabei das brand-aktuelle Thema der sich allmählich abzeichnenden Auflösung von bislang rigide definierten Geschlechterrollen.
Und – sie spielen mit der idolisierenden Verklärung. Sie werden selbst zu Ikonen.
Von Haefens Bilder fesseln durch ihre ambivalenzen. Das Glänzende, Glamouröse, Glatte der medialen Vorbilder kippt und schlägt um: ins Melancholische,Bedrohliche, Aggressive. Aus dem Schein wird Sein. Auch die Leinwandoberfläche
wird durch das Spiel der Gegensätze zu einem aufregenden Ort des Geschehens: Volumina versus Flächigkeit, Hohlraum versus Stofflichkeit, Linie
versus Farbfläche, Vereinfachung versus Detailliertheit.
Von Haefen arbeitet kontrolliert und konservativ – mit einem großen und überzeugenden Gespür für die aktuellen Themen dieser Zeit.
Dr. Heike Welzel-Philipp – Kunsthistorikerin, 2014