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Die Skulpturen von Joel Shapiro sind oft vektorielle Vorstöße in alle Richtungen, lineare Gefüge mit denen der Künstler die drei Dimensionen erschließt, die gemeinhin zur Beschreibung von plastischem Volumen angewendet werden. Aus einzelnen Komponenten, meist längliche, rechteckige Balken aus Holz oder Bronze, ergeben sich durch unbestimmbare Ausrichtungen mit variierenden Schwerpunkten und ständigen Gewichtsverlagerungen dynamische Verhältnisse zwischen den Konfigurationen und der Position des Betrachters. Damit befasst sich Shapiro nicht nur mit grundlegenden geometrischen Parametern, sondern betont die Bewegung, die räumliche Anpassung des eigenen Körpers an die vorgefundenen physischen Proportionen der Kunstwerke als entscheidende Bedingung zur Wahrnehmung dieser: wechselnde Standorte ergeben verschiedene Perspektiven. Bisweilen erscheinen die Formen menschlich, wie Gliedmaßen ragen die geraden Elemente in den Raum hinein, in tänzerische Posen oder akrobatische Verrenkungen gebannt. Shapiros skulpturale Interventionen, deren Einzelteile sich jederzeit neu zu formieren scheinen, lassen die Koordinaten zur Bestimmung von Länge, Breite und Tiefe hinfällig werden, Halt- und Orientierung gebende Konstanten geraten ins Ungleichgewicht.