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Die Bilder des in Braunschweig und Italien
lebenden Künstlers Hermann Albert (geb. 1937)
stehen in der Tradition von Giotto, Masaccio,
Piero della Francesca und der <Pittura
metafisica>. Zu seiner Reflexion der Meister des
Trecento und dem daraus gewonnenen Wissen
fügt er zunehmend seine Kenntnis der nördlich
der Alpen nur spärlich bekannten italienischen
Kunst der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Albert stellt in Frage, ob Kunst immer Ausdruck
des Gegenwärtigen sein muß und die
Orientierung an künstlerischen Prinzipien sich
nicht vielmehr aus dem Traditionellen ableiten
solle, ohne sich den zeitgenössischen
Strömungen zu verschließen. Die beinahe
sämtliche Bilder dominierenden,
voluminös-üppigen Frauengestalten bewegen
sich ungezwungen, selbstbewußt in südlichen
Phantasielandschaften, individuelle Züge lassen
sich nur selten ausmachen. Diese Personen
verkörpern nicht nur ihr Geschlecht, sondern
vielmehr ein klassisch-archaisches
Schönheitsideal.
Hermann Albert, Ohne Titel, 1998, Tempera auf
Leinwand, 50 x 40 cm