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Die Ausstellung SEXY MYTHOS verhandelt die Aktualität und Attraktivität von KünstlerInnenmythen und stellt diese der gesellschaftlichen Stellung von zeitgenössischen KünstlerInnen gegenüber. Die Vielfalt der künstlerischen Medien - Fotografie, Plakatkunst, Videofilm, Objektkunst, Installation – führt zu einer sehr abwechslungsreichen und teilweise humorvoll-ironischen Gesamtschau.
Wie stellt sich die Gesellschaft „den Künstler“ vor und wie sind die Reaktionen von Künstlern und Künstlerinnen selbst auf die Zerr- und Idealbilder, die über sie existieren? Die Vorstellung vom Wesen des Künstlers oder der Künstlerin beruht im wesentlichen auf Mythenbildung, deren Grundvorstellungen sich bis in die Anfänge der Geschichtsschreibung zurückverfolgen lassen. Der Inhalt der Mythen hat sich bis heute nicht grundlegend verändert. Für deren Verbreitung und Nachhaltigkeit sorgen in der Gegenwart vor allem die populären Massenmedien, in denen meist noch immer ein Geniekult zelebriert wird. Vor allem Fernseh- und Kinofilme und die Populärliteratur bereiten die Lebensgeschichten berühmter Maler, etwa von Goya, Picasso, van Gogh, Klimt oder auch Frida Kahlo publikumswirksam auf. Rollenklischees von „dem Künstler“ als Außenseiter der Gesellschaft, der erst durch extreme Entbehrungen, Krankheit oder Armut zu höchster Kreativität gelangt, werden tradiert.
Selbst in Kinderbüchern werden KünstlerInnen auf bestimmte Wesensmerkmale bereits in den Köpfen von Kindern festgeschrieben, doch auch die Kunstgeschichte wirkte an der Mythenbildung mit durch eine stereotype Darstellung von Künstlerviten.
Die für die Ausstellung ausgewählten Arbeiten zeigen zum einen kursierende Vorstellungen und Erzählungen über KünstlerInnen auf, andererseits werden darin reale Bedingungen des KünstlerInnendaseins reflektiert. Neben den künstlerischen Arbeiten werden auch Recherchen der KuratorInnen der Ausstellung von (Doris Berger, Franziska Lesák, Julia Schäfer, Antje Schiffers und Moira Zoitl) zu den Themen „Künstlerbilder im Sozialismus“, „Aktuelle Mythen von Meisterschaft“ sowie „Anerkennungsprozesse von KünstlerInnen“ präsentiert.
Im Rahmen der Ausstellung ist der umfangreiche zweisprachige Katalog (dt. und engl.) in Form eines Lesebuchs, der die Ausstellung inhaltlich ergänzt, erschienen.
Sexy Mythos ist eine Ausstellung der Neuen Gesellschaft für Bildende Kunst, Berlin und wurde als Übernahme im Forum Stadtpark Graz und in der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig gezeigt.
Öffnungszeiten Di-So 10-17h