Kunst-Start-up: Online-Auktionshaus Auctionata erhält weitere 21,5 Millionen Euro
Auctionata sammelt in einer erneuten Finanzierungsrunde (Series-B) weitere 21,5 Millionen Euro ein. Das Geld stammt von den bereits in Auctionata investierten Holtzbrinck-Ventures, e.ventures, Earlybird, REN Invest u. a.. Das Online-Auktionshaus für Kunst & Antiquitäten will vor allem die internationale Expansion vorantreiben.

erneute Millionen Finanzierung für Auktionshaus

Innerhalb der letzten zwei Jahre konnte Auctionata inklusive Eigenkapital und Finanzierung rund 37 Millionen Euro einsammeln. Das Auktionshaus ist spezialisiert auf Online-Auktionen von Kunst, Antiquitäten und Sammlerstücken (Uhren, Teppiche etc.), die Live im Internet stattfinden. Zudem bietet man über einen Shop rund 10.000 Werke in identischen Kategorien an. Nach Angaben des Unternehmens trägt der Onlineshop zu rund 30 Prozent des Umsatzes bei. Dieser lag 2013 bei insgesamt rund 12 Millionen Euro. Mit den 17 Online-live-Auktionen, die man 2014 bereits durchgeführt hatte, konnte ein Nettoumsatz von EUR 4,6 Mio. erzielt werden.

Auctionata wird mit den neuen Investorenmillionen vor allem das Wachstum und die internationale und Expansion vorantreiben. Seit Oktober letzten Jahres kooperiert man bereits mit Ruby Lane, einem US-Antiquitätenmarktplatz. Die Ziele für das internationale Wachstum heißen USA und Asien. Ab November plant das Online-Auktionshaus Live-Auktionen aus New York. Dazu wird in ein weiteres TV-Studio und Logistik-Zentrum investiert. Neben London und Zürich will man zeitnah auch in Hongkong mit einem weiteren Büro vertreten sein.

Wie verdient Auctionata Geld

Auctionata arbeitet mit einem sogenannten Expertennetzwerk von Gutachtern zusammen. Von diesen kann man seine Kunst-, Antiquitäten- oder Sammlerstücke teils kostenlos schätzen lassen. Sollte man sich für einen Verkauf entscheiden, kann man zwischen einer Auktion und dem Onlineshop wählen. Auctionata erhebt bei Verkauf eine Kommissionsgebühr und eine Lagerungsgebühr. Über die Details hatten wir in unserem Artikel "Startup Auctionata - den Kunstmarkt mit online Live Auktionen erobern" bereits ausführlich berichtet.

Kunst online kaufen wird immer beliebter

Die Schätzungen zum Marktvolumen online vermittelter Kunstverkäufe gehen ein wenig auseinander. Während der "Art Trade Report 2013" von Hiscox & ArtTactic den Onlineanteil vom Kunstverkauf für 2012 auf rund 1,6 Prozent schätzte (rund 870 Millionen Dollar), kam der "TEFAF Art Market Report 2014" Onlineanteil am globalen Kunstmarkt von rund 5 Prozent (2,5 Milliarden Euro). Der Der Tefaf-Report geht zudem von einem 25-prozentigen Anstieg der Online-Umsätze pro Jahr aus.

Art Trade Report Infografik zum Online Art Trade Report. Grafik: "Art Trade Report 2013" Hiscox & ArtTactic

Auctionata Konkurrenz

Während Auctionata so etwas wie ein Gemischtwarenladen ist, und neben Kunst auch Antiquitäten, Porzellan, Silber, Design, Schmuck, Uhren, Wein, islamische Kunst, Asiatika, Teppiche, Textilien sowie Bücher und Manuskripte verkauft, haben sich eine Reihe von Konkurrenten auf die Kunst spezialisiert. Erst letzte Woche wurde eine weitere 18,5 Millionen Dollar Finanzierung von Artsy bekannt. Zu weiteren Konkurrenten zählen Plattformen wie Artspace, Artnet, Artprice, 1stdibs.com sowie die großen internatonalen Auktionshäuser Christie's und Sotheby's. Und im August letzten Jahres startete sogar Amazon mit seiner Plattform "Amazon-Art" mit dem Onlineverkauf von Kunstwerken. Dazu gesellen sich zahlreiche kleine Anbieter, die aber über ihr Nischendasein bisher nicht hinauskamen.

Es bleibt also weiterhin spannend zu sehen, wohin sich der Online-Kunstmarkt entwickelt. Seit 2007/2008 legt der Markt ein Rekordjahr nach dem anderen hin. Irgendwann wird es aber auch hier wieder einen kräftigen Dämpfer geben. Und wenn dann der Hype bzw. die nächste Kunstblase platzt, dürfte es interessant sein, was mit den ganzen fremdfinanzierten und auf schnelles Wachstum getrimmten Kunst-Start-ups passiert. Für den Kunstsammler und Liebhaber mag die Auswahl an Möglichkeiten gestiegen sein, die Unübersichtlichkeit allerdings auch.

Foto: obs/ISA Auctionata Auktionen AG/Auctionata

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