Ausstellung Galerie Galerie Peter Zimmermann
Datum: 19.09.2026 - 31.10.2026
Künstler: Ben Willikens, Johannes Geccelli, Kuno Gonschior
Veranstalter & Ort:
Galerie Galerie Peter Zimmermann
68165 Mannheim
Leibnizstraße 20
Aus der Sommerpause zurück, läutet die Galerie Peter Zimmermann mit einer neuen Accrochage die zweite Hälfte des Jahres ein. Vom 19. September bis 31. Oktober werden Arbeiten von Johannes Geccelli, Ben Willikens und Kuno Gonschior sowie weiteren Künstlern der Galerie präsentiert.
Johannes Geccelli (1925–2011) widmete sein künstlerisches Schaffen der Auseinandersetzung mit Farbe und ihrer Wahrnehmung und zählt zu den bedeutenden Vertretern der deutschen Farbfeldmalerei. In seinen sogenannten Kippbildern führt Geccelli diese Beschäftigung auf besondere Weise weiter: Fein gesetzte, kontinuierlich abgestufte Farblagen scheinen sich aus der gewohnten Ordnung der Bildfläche zu lösen und in eine diagonale Bewegung zu geraten. Die beiden Arbeiten „Neigekipp rot“ und „Neigekipp grün“ (beide 2001, Öl auf Leinwand, jeweils 65 × 65 cm) verdeutlichen dieses Prinzip eindrucksvoll. Durch die Schrägstellung der Strukturen wird an den Rändern der Bildgrund sichtbar – die rechteckige Bildfläche scheint gleichsam aus ihrem Gleichgewicht zu geraten. Farbe, Licht und Bewegung verbinden sich zu einem subtilen visuellen Wechselspiel, in dem sich die Wirkung der Bilder je nach Dauer und Intensität der Betrachtung verändert. So entsteht eine stille, zugleich vibrierende Malerei, die den Blick unmittelbar auf den Akt des Sehens selbst lenkt.
Ben Willikens (*1939 in Leipzig) setzt sich in seiner Malerei immer wieder mit Raum, Licht und menschlicher Abwesenheit auseinander. Die 1975 entstandene Arbeit „Waschbecken“ (Airbrush und Bleistift auf Karton, 120 × 160 cm) steht im Zusammenhang mit seiner frühen Beschäftigung mit den Räumen und dem Inventar psychiatrischer Anstalten, die in den 1970er-Jahren zu einem zentralen Motiv seines Schaffens wurde. Der alltägliche, beinahe unscheinbare Gegenstand erscheint in der präzisen Darstellung und den fein abgestuften Grau- und Weißtönen zugleich vertraut und entrückt. Die Arbeit entwickelt aus der nüchternen Wiedergabe des Waschbeckens eine eigentümlich stille Atmosphäre. Die menschliche Präsenz bleibt dabei unsichtbar und wird allein über die Vorstellung des Betrachters erfahrbar. Das scheinbar Alltägliche wird so zum Ausgangspunkt einer stillen Reflexion über Raum und die Spuren menschlicher Anwesenheit.
Kuno Gonschior (1933–2010) zählt zu den bedeutenden deutschen Künstlern der Nachkriegszeit, die sich konsequent mit den Möglichkeiten und der Wirkung von Farbe auseinandersetzten. In seinem Werk wird Farbe zum eigentlichen Gegenstand der Malerei: Gonschior löst sie aus ihrer beschreibenden Funktion und untersucht ihr Zusammenspiel in fein abgestimmten Farbtönen, Kontrasten und Rhythmen. Charakteristisch sind die dicht gesetzten Punkte und Farbflecken, aus deren Zusammenspiel ein lebendiges, flimmerndes Farbgefüge entsteht. In der Arbeit „o. T.“ von 1961 (Öl auf starkem Papier, 68,5 × 48,5 cm) entwickelt sich aus der Vielzahl einzelner Farbsetzungen eine optische Einheit, die sich je nach Betrachtungsabstand und Dauer des Sehens verändert. Farbe wird bei Gonschior zu einem unmittelbaren Erlebnis – sie scheint sich auf der Bildfläche zu bewegen, zu verdichten und wieder aufzulösen und eröffnet einen eigenen, allein aus der Wahrnehmung heraus entstehenden Bildraum.
Die Accrochage gibt Einblick in das vielfältige Programm der Galerie und führt unterschiedliche künstlerische Positionen in einer gemeinsamen Präsentation zusammen.
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