RAFFAELE CIOFFI | SEQUENZE
Mit einer Klanginstallation von Nadir Vassena
Malerei und Klang begegnen sich in der Ausstellung SEQUENZE, die am Freitag, dem 6.
November in der Frankfurter Westend Galerie eröffnet wird. Der Maler Raffaele Cioffi und
der Komponist Nadir Vassena stellen sich der Herausforderung, unterschiedliche
Sinnesphänomene durch gemeinsame Prinzipien miteinander zu verbinden. Die Vorstellung, Farbe mit Klang und Form mit Rhythmus in Beziehung zu setzen, hat zahlreiche Vorläufer in der Geschichte der Kunst und der Musik.
Raffaele Cioffi (*1971, Desio bei Monza) erforscht in seinen Werken, die in thematische
Zyklen gegliedert sind, das Verhältnis von Farbe und Licht. Mit seinen Bildern öffnet er
kontemplative Räume und lädt zu einem sinnlichen und emotionalen Erlebnis ein. Nach «Lux Lucis» (2015), «Gemaltes Licht» (2018) und «Costellazioni» (2022) ist dies seine vierte Schau in Frankfurt. Die Gemälde des neuen Zyklus «Sequenze» entwickeln sich wie ein Fluss visueller Akkorde: Vertikale Lichter, die aufleuchten und abbrechen – chromatische Variationen, die hervortreten und sich wieder auflösen. Die malerische Oberfläche erschließt sich wie beim Lesen einer Partitur von links nach rechts. Sie wird zu einem Ort, an dem sich das Licht in Rhythmus zu verwandeln scheint.
Nadir Vassena (*1970, Lugano) ist Komponist und unterrichtet Komposition am
Conservatorio della Svizzera Italiana in Lugano und ist Dozent an der Hochschule Luzern –
Musik (HSLU). Für die Ausstellung SEQUENZE schafft er eine ortsspezifische
Klanginstallation, bei der die ‹Grundfarben› der im Raum präsentierten Gemälde jeweils die Grundfrequenz bestimmen, aus der die nachfolgenden spektralen Klangbearbeitungen hervorgehen. Er beschreibt den Prozess als «Sonifikation», bei der «Daten oder visuelle Strukturen in Klänge übersetzt werden, indem Parameter wie Farbe, Form, Position oder visueller Rhythmus musikalischen Elementen wie Tonhöhe, Dauer, Klangfarbe oder Intensität zugeordnet werden».
Malerei und Klang: Die Gemälde von Cioffi laden dazu ein, ihnen nicht nur mit den Augen,
sondern auch mit dem inneren Ohr zu begegnen. Der musikalische Beitrag von Vassena
lässt sich optisch an den Leinwänden ablesen. In der Ausstellung erlebt man, wie zwei
unterschiedliche Ausdrucksformen mit ihren jeweils eigenen Codes eine gemeinsame
emotionale Wirkung entfalten können.