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Mit Ouyang Chun – PAINTING THE KING wird der 1974 in Peking geborene
Künstler erstmals außerhalb Chinas in einer institutionellen Einzelausstellung
präsentiert und sein zwischen 2006 und 2009 entstandener Zyklus „King“
(„Wang“) öffentlich zu sehen sein. Die dreißig, zum Teil über fünf Meter langen
Gemälde erzählen in erstaunlicher malerischer Vielfalt Episoden aus dem Leben
eines Königs, von seinen Siegen und Niederlagen, von Liebe und Tod. Geschichte
und Fiktion, die Suche nach Schönheit und die Darstellung moralischen Scheiterns
mischen sich in den teils figurenreichen und minuziös gestalteten, teils expressiv
pastosen Gemälden. Die Spannung, die durch die Unterschiede im malerischen
Duktus entstehen und die den hybriden Charakter dieser Kunst kennzeichnen,
verstärkt der Künstler zusätzlich durch die Verwendung von Blattgold und
Goldfarbe in seiner Malerei. Knüpft Ouyang Chun damit an eine lang
zurückliegende Tradition der chinesischen Kunst an, so sind die Bilder alles andere
als traditionell. Ihr Reiz liegt vielmehr darin, dass sie sich jeder Kategorisierung
entziehen – eine Tatsache, die dem westlichen Betrachter umso mehr auffällt als
ein Großteil der zeitgenössischen Kunst aus China, die in den vergangenen Jahren
in Europa gezeigt wurde, dem „Political Pop“ oder dem „Zynischen Realismus“
verpflichtet war und dadurch eine gewisse Vorhersehbarkeit aufwies.
Ouyang Chuns Kunst ist anders. Ihre Qualität liegt in ihrer Vitalität und
Authentizität, was in diesem Fall allerdings bedeutet, dass der Künstler allen
äußeren Einflüssen und Anregungen genauso selbstverständlich einen Platz in
seinem malerischen Kosmos zugesteht wie seinen eigenen Ideen, Träumen und
Konzepten. Verbindende Kraft ist die Malerei, die Ouyang Chun mit einer großen
Unbedingtheit und Ernsthaftigkeit verfolgt.
Mit der Ausstellung Ouyang Chun – PAINTING THE KING stellt der me Collectors Room Berlin eine eigenständige künstlerische Position vor, die
verdeutlicht, dass die junge chinesische Kunstszene weit mehr und ganz anderes zu bieten hat als Mao und Mahjong.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des me Collectors Room Berlin mit dem Museum Belvedere in Wien, wo die Ausstellung von 2. März bis
11. Juni 2011 zu sehen sein wird.
Zur Ausstellung erscheint ein aufwändig gestaltetes Buch mit einem Text von Dr. Margrit Brehm in deutscher, englischer und chinesischer Sprache.