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Ausstellung

Christl Mudrak und Michaela Tröscher im Haus der Kunststiftung – Ausstellung in Stuttgart

Christl Mudrak und Michaela Tröscher im Haus der Kunststiftung
Christl Mudrak - Malerei
Michaela Tröscher - Bildhauerei

Eröffnung: 24. November 2010, 19.30 Uhr
Unter dem isländischen Titel „hol hús og bæn“ (dt.: Höhle, Haus und Gebet) haben Christl Mudrak und Michaela Tröscher, Stipendiatinnen der Kunststiftung 2010, ihre Doppelausstellung in den Räumen der Kunststiftung konzipiert.
Die Künstlerinnen haben gemeinsam ein Ausstellungskonzept entwickelt, das im Titel reflektiert wird: Ähnlich eine...m Traumerlebnis bewegt man sich durch die von ihnen gestalteten Räume. In die mystische Welt Islands versetzt fühlt man sich in den von Christl Mudrak gänzlich mit bemaltem Papier verkleideten, höhlenartigen Räumen und bei der Betrachtung von Michaela Tröschers Collagen und Objekten, aus denen tentakelartige Stränge hervorkommen und den Raum einnehmen.

Christl Mudraks ortsspezifische, raumgreifende malerische Installationen spielen mit der Wahrnehmung des Betrachters. Mit Papierbahnen bedeckt sie ganze Räume monochrom, mit einer schwarz-weißen Spirale oder einer
Schicht fluoreszierender Farbe. Der Raum als eine konkrete, fassbare Einheit verschwindet. Er wird durch diese Intervention stark verändert und ist kaum mehr erkennbar. Es entsteht ein fiktiver Ort, ein amorphes, höhlenartiges
Gebilde, in dem das Gefüge von Raum und Zeit ausgehebelt werden soll.
Die mit Pinsel und schwarzer Farbe aufgetragenen Spiralen irritieren das Raum- und Gleichgewichtsgefühl des Betrachters. Ihm wird das Gefühl gegeben sich in einem Objekt zu befinden. Das Verhältnis zwischen Beobachtung und Partizipation des Betrachters wird dadurch neu austariert.
Die Künstlerin strebt an, Räume zu gestalten, die Energie abgeben. Sie möchte erreichen, dass sich mit Hilfe der Unmittelbarkeit der Erfahrung des Kunstwerks ein Erlebnis von Ganzheit einstellt.

Michaela Tröscher bewegt sich in ihrer Arbeit zwischen Island, dem Schwarzwald und der Schweiz. Ausgangspunkt ihrer bildhauerischen Tätigkeit ist der jeweilige Landschaftskörper und die dort vorhandene Volkskultur und Sprache. In ihrem Werk verdichten und spiegeln sich sinnliche Erfahrungen wieder, die sie in diesen Landschaften macht. Als Bildhauerin sucht sie innerhalb dieser Kulturen und Sprachen, die im Germanischen verwurzelt sind, Formen und Räume, Klänge und Strukturen. Dialekte, Jodel, Volksmusik, Architektur und Religion nutzt sie in ihren Werken als
Vermittler dieser Kulturen.
In ihrer skulpturalen Arbeit schafft sie Verbindungen von verschiedenen Materialien wie Styropor, Wolle, Papier, Holz oder Stein und nutzt die unterschiedlichen Ausdrucksmöglichkeiten von Collage, Zeichnung, Film, Sprache und Schrift.
Sie verortet den Besucher nicht nur physisch in der Landschaft, indem sie als Rohstoffe die Dinge benutzt, die unmittelbar mit dem Körper zu tun haben, wie Kleidung oder Stimme, sondern möchte in ihren Arbeiten auch
Grundsätzlichkeiten der menschlichen Existenz ausdrücken.

Einführung von Susanne Jakob, Künstlerische Leitung des Kunstvereins Neuhausen

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