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Am 20. November lädt das Auktionshaus „Ostdeutsche Kunstauktionen“ bereits zum 35. Mal zur Versteigerung von bildender Kunst. Im Jahr des 20. Firmenjubiläums wird, wie bereits gewohnt, ein umfassender Überblick über das Kunstschaffen seit den 20er Jahren bis heute, bezogen auf den ostdeutschen Raum, gegeben.
Eine reiche Auswahl graphischer Arbeiten der „großen Vier“ der DDR-Kunstszene; Wolfgang Mattheuer, Bernhard Heisig, Willi Sitte und Werner Tübke befinden sich ebenso im Angebot, wie Arbeiten der künstlerische Avantgarde um Gerhard Altenbourg, Hermann Glöckner, Edmund Kesting, Hans Kinder und der Chemnitzer Künstlergruppe CLARA MOSCH.
Zwei Höhepunkte der diesjährigen Herbstauktion dürften Fritz Cremers Bronzeplastik „Liegendes Liebespaar“ (Taxe 4.000 Euro) sowie der „Hahn“ (Taxe 6.500 Euro) des großen Illustrators Josef Hegenbarth sein (siehe Abbildung).
Besondere Erwähnung verdient das großformatige Ölbild „Clownerie“ von Katharina Heise (Taxe: 4.000 Euro) aus den 1930er Jahren. Die Künstlerin, die der sogenannten „Vergessenen Generation“ zugerechnet wird, war mit Käthe Kollwitz eng befreundet und übernahm zeitweise sogar deren Berliner Atelier. Ihr Schaffen wurde in der Öffentlichkeit stark beachtet, doch mit der Machtergreifung der Nazis wurden ihre Arbeiten als entartet diffamiert. Nach Ende des Krieges fiel ihr Werk der Formalismusdebatte in der DDR zum Opfer. Damit steht Katharina Heise beispielhaft für das Kunstschaffen einer ganzen Generation, von deren Werk aufgrund politischer Ignoranz bis heute kaum Notiz genommen wird.
Die auf Auktionen heiß begehrten Arbeiten der Dresdnerin Herta Günther werden wieder in einer reichen Auswahl präsentiert. Das Ölbild „Ein Abend mit Harry“ (Taxe 4.000 Euro) schildert, in der für die Künstlerin typischen sarkastischen Art und Weise, die Mühsal des Alleinseins und gewinnt der gezeigten Einsamkeit doch gleichzeitig etwas Komisches ab. Zahlreiche Pastelle lassen den Betrachter weiter in die mondäne Bilderwelt der Künstlerin eintauchen.
Der sogenannten „Berliner Malschule“ fühlt sich das Team um Auktionator Raik Hellwich besonders verbunden. So ist man besonders stolz, daß neben Manfred Böttchers „Gasometer“ aus dem Jahr 1984 (Taxe: 4.000 Euro) noch fünf weitere Ölbilder des Berliner Malers angeboten werden können. Die wichtigste Berliner Malerpersönlichkeit, Harald Metzkes, ist mit drei Ölbildern vertreten, unter anderem mit einem für den Künstler typischen Zirkusbild „In der Manege“ aus dem Jahr 1981 (Taxe: 3.500 Euro).
Herauszuheben sind auch drei Gemälde des norddeutschen Malerfürsten Otto Niemeyer-Holstein. Die kraftvollen Malereien runden das Angebot dieser Herbstversteigerung ab.
Die angebotenen Arbeiten können seit 2. November in den Geschäftsräumen des Auktionshauses in der Bänschstraße 35 im Berliner Stadtteil Friedrichshain begutachtet werden. Der Auktionskatalog ist online unter www.ostdeutsche-kunstauktionen.de verfügbar. Auf Wunsch wird dieser auch in gedruckter Form verschickt.