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Der unwiderstehliche visuelle Reiz des Covers einer Vinyl-Platte, der mitunter stärker als der musikalische Inhalt war, ist vielen noch präsent. Etwas zu bedecken steht wiederum in begrifflicher Nähe zum „Verdecken" oder gar Verschleiern der Herkunft einer Inspiration oder des tatsächlichen Inhaltes einer Verpackung.
Sechs zeitgenössische Künstler aus Hamburg, Deutschland und England haben sich dem weitgefassten Thema „Cover“ gewidmet und ihre zum Thema eingereichten Arbeiten sind das ausgewählte Ergebnis der zweiten Ausschreibung der Galerie nachtspeicher23. Die Künstler untersuchen in ihren Arbeiten die emotionalen und strukturellen Oberflächen urbaner Gegenden, die Hüllen des menschlichen Ichs, hinterfragen die eigene Kunstform und spielen mit den Grenzen des Zitierens.
Inspiriert von klassischen Marmorskulpturen beschäftigt sich Tomoko Goto in ihrer Schokoladenskulptur mit der komplexen Beziehung der weiblichen Fettschicht im Bauchbereich, die zum einen Schutz des ungeborenen Kindes ist und zum anderen als Problemzone im Schlankheitswahn gilt. Der Frage nach der eigenen Identität und den Hüllen, die wir über uns stülpen, geht Helene Meier in ihrer Arbeit „Kto ja“ nach und gibt dem Betrachter nur die sichere Antwort der latenten Ungewissheit über das äußerlich Sichtbare.
Die emotionale Ebene aufgreifend hat Patrick Timm Passanten gebeten Karten mit der Farbwahrnehmung ihrer Stadt zu füllen. Übereinander gelegt ergeben diese komplexen Wärmebilder eine Art farbiges Psychogramm der Städte. Frederik Vidals Interesse gilt hingegen Oberflächen, die sich im Schatten urbaner Realität, ausgeblendet von ihren Bewohnern, ansammeln und von ihm in einer fast malerischen Fotografie zurück in unser Bewusstsein finden.
Die vermeintlichen malerischen Hauptmotive können in Sarah-Christina Benthiens Objekten nur erahnt werden, denn hier wird unter anderem die als verhüllend bekannte Dunkelheit der Sichtbarkeit entzogen und zu einem sich selbst abschaffenden Werkzeug. Laura Kuchs Soundarbeit spielt ironisch mit einem schwarzen Plattencover auf die Tradition der modernen Malerei an. Die geloopte Songpassage „Modern Art wants to make me rock out”, eigentlich eine Persiflage auf die Kunst wird zu einem Teil dieser.
Eine musikalische Performance mit Ausflügen in die 90er Jahre präsentiert 1limited am Vernissageabend.