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Henrik Hold, der sein Studium 2001 an der HfbK in Hamburg abschloss, malt seine Sujets in Serie. Der Reiz liegt darin, sich demselben konzentriert wieder und wieder anzunähern und vermeintliche Grenzen künstlerisch auszuloten. Als wiederkehrende Besonderheit versteht es Hold, den Blick des Betrachters zu lenken: Lichtführung und Bildraumgestaltung, die in einem differenzierten Spiel von Hell- und Dunkelvaleurs und raffiniertem Farbauftrag entstehen, bestimmen die Aufmerksamkeit.
Dabei gestaltet der Künstler in seinen Interieurs Übergänge von beleuchteten hin zu im Dunkel entschwindenden Gegenständen; deren ungleiche Materialität und eine divergente Malweise steigern den Kontrast.
Ein Tisch steht in einem einfachen Raum, auf ihm eine Porzellanschale leuchtend weiß, daneben ein Stuhl leicht abgerückt, fast wie eine Einladung an den Betrachter, für einen Moment Platz zu nehmen. Obwohl menschenleer und ohne Hinweise auf wirklich Privates, wie Bücher, Kleidung, oder Familienfotos, haben Holds Ansichten seiner Wohnung einen äußerst intimen Charakter. In der Serie Clemens-Schultz-Str. 43./3.OG. fällt der Blick auf reduziert ausgestattete Zimmer, in denen Tisch, Stuhl, Schrank und Gefäße variierend angeordnet wie selbstverständlich den Raum definieren. Wir sehen geheimnisvolle Raumporträts in unterschiedlichen Formaten, die aus der Beobachtung entstehen, und deren in Malerei transponierter und verdichteter Charakter der Betrachter zu kennen meint. In diese von der Zeit unberührt wirkenden Räume fällt von außen meist Licht durch ein Fenster, das ein Spannungsfeld zwischen Außen und Innen entstehen lässt; die Körperlichkeit der Gefäße wiederum deutet auf einen nicht sichtbaren Raum im Raum. In starken Licht- und Schattenkontrasten werden die Bildgegenstände malerisch und farblich mal homogener, mal strukturierter ausgearbeitet und charakterisieren so in Verbindung mit perspektivischen Abweichungen den Bildraum und dessen Atmosphäre.
Angenehm fern schnelllebiger Trends malt der Hamburger Künstler Henrik Hold die stillen Ansichten seiner Wohnung und verweist in der Wiederholung des alltäglich Vertrauten auf das nicht Sichtbare, das unter der Oberfläche Verborgene.
//// Sandra Kramer und Jordis Lau, September 2011