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Ausstellung

Lux Aeterna – Ausstellung in Berlin

Lux Aeterna
«...Ich, Ebenbild der Gottheit, das sich schon

Ganz nah gedünkt dem Spiegel ew'ger Wahrheit; (…)
wie muß ich's büßen!...»
[J. W. Goethe, Faust]

Die Ausstellung "Lux Aeterna" mit Arbeiten von Hubert Czerepok ist eine Auseinandersetzung mit dem menschlichen Traum von Allwissenheit. Czerepok interessiert die Grenze zwischen Aufklärung und Besessenheit, zwischen Gut und Böse.
"Lux Aeterna" ist bereits die zweite Ausstellung des Künstlers in der Galerie ZAK | BRANICKA. Seine erste, mit dem Titel "Haunebu", griff die Thematik der Verschwörungstheorien in der Geschichte auf, seine aktuellsten Arbeiten sind eine Analyse des utopischen Wunsches nach Macht und dem Streben nach Allwissenheit.
"Lux Aeterna" ist gleichzeitig der Titel des jüngsten Videos von Czerepok, das in Norwegen realisiert wurde. Der Filmheld begibt sich hier auf eine Reise in sein Inneres und beginnt einen komplizierten Monolog, bestehend sowohl aus Textfetzen sowohl der Poesie der Romantik als auch aus Schriften von Staatsmännern, Wahnsinnigen und Tyrannen (Juliusz Slowacki, Thomas Jefferson, Anders Breivik, Adolf Hitler). Den Hintergrund bildet die atemberaubende Naturkulisse des Landes: wuchtige nordische Wälder, Felsen und Seen. Neben der Romantik beruft sich der Künstler in seiner visuellen Sprache auch auf totalitäre Ideologien (wie z.B. die Nazi-Symbolik der Walhalla). In Stil und Aussage des Videos finden sich weiterhin Bezüge zur Kinematographie unter der Nazi-Herrschaft (wie z.B. Leni Riefenstahl) in der die Natur eine Projektion der Sehnsucht nach der Weltherrschaft darstellte. Diese Videoarbeit ist demnach ein Traktat über politische Utopien, die aus dem Dürsten nach der Weltherrschaft geboren werden.
Unerwartet für den Künstler fielen die Arbeiten an dem Film mit den Geschehnissen auf der norwegischen Insel Utøya zusammen, wo im Juli 2011 der Rechtsextreme Anders Behring Breivik fest davon überzeugt war, er tue der Zukunft der Welt etwas Gutes indem er siebenundsiebzig Menschen umgebrachte. Wie sich später herausstellte, hörte Breivik während seiner Tat Clint Mansells Musikstück "Lux Aeterna" im Loop.
Die Medien sind zentraler Ausgangspunkt für die meisten von Czerepoks Arbeiten. Der Künstler sucht sorgfältig Tagesnachrichten und wissenschaftliche Mitteilungen ab, um die Welt bei einem Widerspruch, einem Bluff oder einer Ratlosigkeit zu ertappen. Auch er selbst blufft oft. Sein Interesse bezieht sich vor allem auf die Unvollkommenheit der Welt, wobei nichts verschont bleibt, weder Geschichte, noch Religion oder Wissenschaft. Er zeigt wie schwach der menschliche Verstand ist und untersucht die Grenzen des Wissens, der Vorstellungskraft, der Logik – mit Vorliebe erforscht er irrationale Bereiche. Ein Motiv des Misserfolges der Aufklärung thematisiert er beispielsweise in der Skulptur "The Norm of Lost 50 Mikrogramms", die an die wissenschaftlichen Untersuchungen des Internationalen Büros für Maß und Gewicht in Sèvres anknüpft, die bekannt gaben, dass in den letzten hundert Jahren aus dem Referenznormal für die Maßeinheit Kilogramm auf unerklärliche Art und Weise 50 Mikrogramm verschwanden.
"Lux Aeterna" handelt vom Traum der Beherrschung der Materie und des Lebens – wo der Hochmut der Aufklärung gleichzeitig den darin enthaltenen Wahnsinn darstellt. Wahnsinn ist, nach Czerepok, wie ein Schwindel, er verführt unbemerkt und definitiv, es gibt keinen Weg zurück. Deswegen zitiert der Künstler in seiner Arbeit die Worte des Joker aus dem Film "The Dark Knight": «Madness is like gravity. All it takes is a little push.»

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