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Mit der Ausstellung Transitions stellt ftc. die Arbeiten des amerikanisch-mexikanischen Künstlers
Adrian Esparza vor.
Die Werke wirken durch ihre Farbigkeit sehr dekorativ, basieren jedoch auf streng konzeptuellen Ideen,
deren Ausgangspunkt die Auseinandersetzung mit Form, Transformation, Kultur und Geschichte ist.
So stehen die handgefertigten Sarapes, ursprünglich traditionelle mexikanische Decken bzw. Umhänge,
wie auch die Stoffe auf denen seine Zeichnungen entstehen für Esparzas kulturelle Wurzeln und
gleichzeitig für die Geschichte des Landes seiner Kindheit. Man kann ihn auch als „bikulturellen“ und
multilingualen Künstler bezeichnen, da er traditionelle mexikanische Handwerkskunst mit
zeitgenössischen künstlerischen Fragestellungen und Auseinandersetzungen vereinbart und in eine
künstlerische „Sprache“ übersetzt.
Esparzas visuelle Sprache findet ihren Ausdruck sowohl in Gemälden, wie auch in Wandinstallationen, deren
Grundlage der Sarape bildet, dessen farbenprächtiges Gewebe in seine Bestandteile zerlegt und an der
Wand zu einer Bildinstallation zusammengefügt wird.
Diese Transformation vom alltäglichen, handgefertigten Gegenstand in ein Kunstwerk ist auch im
übertragenen Sinne zu sehen: Esparza transformiert Medien von einem in’s andere, sogenannte „niedere“ in
„hohe“ Kunst und nicht zuletzt Orte und Landschaften.
Der Ursprung der in der Galerie gezeigten Installationen sind Postkarten von Orten in Berlin – Orte, meist um
die Wende des 19./20. Jahrhunderts, die sich bis heute im Stadtbild fortentwickelt haben oder gar
verschwunden sind. Esparza formt aus dem Sarape ein abstraktes Bild dieser Orte nach und spannt es an
die Wand der Galerie. So verweisen die bunten Fäden auf Farbgebung/Schattierung in der Abbildung selbst
und grundlegende geometrische Formen in den Abbildungen tauchen so auch wieder in der Nachbildung
auf. Die eigene Geschichte und kulturelle Verankerung in Form des Sarapes bildet den Ausgangspunkt für
eine neue ästhetische Form: Das Alltags-Objekt, bekannt auch als „Mitbringsel“ von Mexiko-Reisenden,
erhält einen ästhetischen und konzeptuellen Anspruch als Kunstwerk. Der Künstler selbst bezeichnet die
Arbeiten auch als „translations of travel“: der gewebte Faden wird weitergesponnen, nicht nur
zu einem neuen Objekt, sondern auch an einem anderen Ort zu einem abstrakten, geometrischen Muster.
Adrian Esparza geboren 1970 in El Paso, Texas, USA. Er lebt und arbeitet, nach Studium am California
Institute of the Arts bis 1998, wieder in El Paso.