Nicola Samorì. Fegefeuer Ausstellung Tuebingen
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Ausstellung: 22.09.2012 - 02.12.2012

Künstler: u.a. Nicola Samorì, Filippo Vitale, Francesco Fracanzano, Gerrit Lundens, Otto Marseus van Schrieck

Veranstalter & Ort:
Institution Kunsthalle Tübingen
72076 Tuebingen
Philosophenweg 76

Die Gemälde von Nicola Samorì sind voll sinnlicher Kraft. Wie ein alter Meister des Barock baut der 35-jährige Künstler sie auf, bevor er sie durch Interven-tionen mit dem Pinsel, dem Spachtel oder dem Skalpell teilweise wieder zerstört. Die Kunsthalle Tübingen lädt dazu ein, die Bilder des international aufstrebenden Italieners in seiner ersten musealen Einzelausstellung zu entdecken.


Nicola Samorì hat mehr von Holbein, Michelangelo oder Caravaggio gelernt als von seinen Professoren an der Accademia di Bologna. Die technischen Fähigkeiten des jungen Italieners lassen sich an denen der alten Meister der Renaissance oder des Barock messen. Doch steht der Maler aus der Romagna auch der italienischen Nach-kriegsmoderne und der Arte Povera nahe. Lucio Fontana mit seinen Schlitzungen und Perforationen ist ihm ebenso ein Vorbild wie Gino de Dominicis oder Michelangelo
Pistoletto. Mit ihnen teilt er den Gedanken, aus Vorhandenem mittels künstlerischer Transformation Neues schaffen zu wollen. Seine Sujets schöpft Samorì aus der Kunstgeschichte: Porträts, Kreuzigungen, Heiligendarstellungen, Stillleben, Landschaften. In seinen Kompositionen hält er sich meist an das Chiaroscuro des Barock. Seine Figuren treten in dramatischer Lebensechtheit aus dem Dunkel des Bildraums hervor ins Licht. Mit höchster Präzision vollendet er seine Bilder in altmeisterlicher Manier. Umso schmerzhafter sind die Eingriffe, denen er sie unterzieht: Er verzerrt sie, verschmiert sie mit der Hand, malträtiert sie mit dem Spachtel, übermalt sie, bekleckert sie oder löst, einem Folterknecht gleich, mit dem Skalpell die halbtrockene Haut der obersten Malschicht ab. Bei aller zerstörerischen Gewalt, die diesen virtuosen Manipulationen innewohnt, handelt es sich bei seinen Gemälden um dekonstruktive Kompositionen, die das historische Bilderbe mit höchster sinnlicher Kraft dem heutigen Betrachter verfügbar machen. Samorì hat in den letzten Jahren auf dem Kunstmarkt für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Galerien in Bologna, Trient, Turin, Mailand, Berlin, Kopenhagen, Kapstadt, London oder New York zeigen seine Arbeiten. Die Kunsthalle Tübingen gibt nun mit der ersten musealen Einzelausstellung einem breiteren Publikum die Möglichkeit, die Werke des höchst begabten Ausnahmekünstlers kennenzulernen. Neben etwa 60 Bildern und 5 skulpturalen Arbeiten Samorìs wird auch eine exquisite kleine Auswahl an Barockwerken präsentiert, die den Künstler inspirierten, darunter ein großes Ölgemälde, das erst jüngst Jusepe de Ribera zugeschrieben
wurde.


Katalog zur Ausstellung:
Nicola Samorì. Fegefeuer, herausgegeben und verfasst von Daniel J. Schreiber,
mit Werktexten von Davide Pairone und Alberto Zanchetta, 144 Seiten, 117 Farb-abbildungen, Hardcover



Veranstaltungen:
Sonntag, 23. September 2012, 16.00 Uhr
Artist Talk mit Nicola Samorì
in italienischer und deutscher Sprache
Teilnahme 9,50 € / 7,50 € inkl. Eintritt

Samstag, 24. November 2012, 19.00 Uhr
Aberrationen
musikalische Arrangements in den Ausstellungsräumen von Joseph Hasten mit
dem Tübinger Celloensemble ±12Vc
Teilnahme 9,50 € / 7,50 € inkl. Eintritt

Sonntag, 2. Dezember 2012, 15.00 Uhr
Samorì-Quiz
Zur Finissage führt Daniel J. Schreiber ein letztes Mal durch die Ausstellung.
Im Anschluss daran können bei einem Quiz Preise gewonnen werden.
Teilnahme kostenlos, regulärer Eintritt

Führungen:
Öffentliche Führungen: samstags 15.00 Uhr, dienstags 17.30 Uhr
Teilnahmegebühr pro Person: 2,50 €

Audioführung:
Mit einer exemplarischen Auswahl an ca. 20 Werken
Kosten für die Ausleihe des Audiogeräts: 4 €


Bilduntertitel:
Nicola Samorì, Monk, 2011, Öl auf Holz, 40 x 30 cm, AmC Coppola Collection, © Nicola Samorì, 2012

KAPITALSTRÖMUNG

11.03.2017 - 11.06.2017
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Nicola Samorì. Fegefeuer Ausstellung Tuebingen

22.09.2012 - 02.12.2012
Nicola Samorì. Fegefeuer