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Ausstellung

Spickel – Ausstellung in Berlin

Spickel
PRESSEMITTEILUNG

Beat Zoderer ¬– Spickel
3. Mai – 26. Juli 2014

taubert contemporary freut sich zum Berlin Gallery Weekend 2014 in der Ausstellung "Spickel" neue Arbeiten Beat Zoderers zu präsentieren.

Bereits der Titel der Ausstellung verweist auf die Schweizer Herkunft Zoderers, ist "Spickel" doch nur im Schweizerdeutschen ein Begriff - als keilförmiger Einsatz. Das deutsche Synonym "Zwickel" weist noch ein Vielfaches von Bedeutungen auf: Von der Bezeichnung für ein 2-Euro-Stück, über eine bestimmte Speise und das Dreieck als Bild in einem Wappen bis hin zum keilförmigen Teil des Großhirns in dem das Sehzentrum liegt reicht die Bedeutungsvielfalt des Begriffs.

Die Beat Zoderers neuen Arbeiten am nächsten kommende Bedeutung ist an sich ein Oxymoron -der Zwickel als "Kugelzweieck". Doch diese scheinbar widersprüchlichen Begriffe beschreiben genau das Hauptmotiv von Zoderers Arbeiten - quasi als künstlerische Deutung der sphärischen Geometrie. Sind es dort Punkte die von zwei Großkreisen begrenzt werden (plastisches Beispiel ist die Weltkugel auf der die Meridiane mit ihren Endpunkten Nord- und Südpol eine gebogene Fläche einschließen) so spielt Zoderer mit der Zweidimensionalität des Kreises und der Dreidimensionalität der Kugel und schafft in den verschiedenen Überlagerungen völlig neue Farb- und Formgestaltungen.

Zoderer gewinnt diesen hinlänglich bekannten geometrischen Formen in seinen titelgebenden Papierarbeiten neue Aspekte ab, indem er sich der Methode der Segmentierung bedient. Durch Setzung verschiedener, dreieckiger und farbiger "Spickel" geht er diesen geometrischen Körpern auf den Grund - und schafft neue Formen der Segmentierung.

Die Wiederholung eines Motivs in unterschiedlicher Ausprägung und gestalterischer Auseinandersetzung findet sich schon früh in Zoderers Oeuvre und erhält hier eine neue Qualität. Auch die Heftklammern, die sichtbar die einzelnen Segmente in Form bringen, werden bewusst vom Künstler als gestaltendes Element eingesetzt.

Erstmals werden in unserer Ausstellung unter dem Titel „¾ Kreisexzenter" Glasarbeiten
von Zoderer gezeigt, die aus mehreren, sich überlagernden Kreissegmenten aus emaillierten Gläsern bestehen. Die durch die Überlagerung der unterschiedlich eingefärbten Gläser entstehende substraktive Farbmischung gewährt Einblicke in den Kreis und seine Unterteilungen. Das Objekt selbst schwebt vor der Wand und verführt durch seine vollständig unbekannte Haptik dazu berührt zu werden. Man könnte von einer „opaken Transparenz“ sprechen, die den Betrachter im gleichen Moment sowohl anzieht als auch auf Distanz hält. Hier setzt Zoderer also den Bedeutungen des Spickels noch eine mehr hinzu - und bleibt im Bild der scheinbaren Widersprüchlichkeiten.

Neben weiteren mehrteiligen Wandarbeiten werden auch eine 5-teilige Skulpturengruppe sowie eine einzelne größere Skulptur gezeigt, die jeweils aus Beton gegossen wurden. Hier ist der Aufbau der Arbeiten nur schwer zu entschlüsseln, da das Thema Kugel so vielgestaltig von innen heraus aufgelöst und immer wieder neu zusammen gefügt wird. So ist es nicht verwunderlich, dass der Betrachter den Eindruck gewinnt, als sei die jeweilige Kugel aus vielen weiteren, kleineren Kugeln und deren Teilen zusammengesetzt. Einmal mehr eine künstlerische Darstellung einer in Form gegossenen Segmentierung, die an Zellstrukturen erinnert .

Zoderer instrumentalisiert die Dekonstruktion für die Konstruktion neuer Bildideen - auch hieran kann man seine Werke immer wieder identifizieren.

Beat Zoderer, geboren 1955 in Zürich, Schweiz.
Er lebt und arbeitet in Wettingen, Schweiz und Genua, Italien.

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