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Ausstellung

Mid-Century Cultural Content – Ausstellung in Berlin

Mid-Century Cultural Content
taubert contemporary zeigt mit der Austellung Mid-Century Cultural Content neue Arbeiten des amerikanischen Künstlers Adrian Esparza.

Esparza bedient sich bei der Gestaltung seiner Arbeiten, für die er die Fäden von aufgetrennten mexikanischen Decken bzw. Sarapes benutzt, einer Vielzahl kultureller und kunsthistorischer Referenzen. So wurde er unter anderem von den Künstlern des Minimalismus um 1960 inspiriert, die in ihren Werken den visuellen Ausdruck auf seine wesentlichen Elemente reduziert haben. Sie schufen vielfach Arbeiten, die auf gitterartigen Konstruktionen basierten und einfache, geometrische Formen nutzten. Oft wurden diese Bilder mit ihren hellen Farben und den zerklüfteten Formen vor einem imaginären Horizont mit minimalistischen Versionen von westlichen Landschaftsgemälden verglichen.
Esparza jedoch führt in seinen Arbeiten den Vorgang der Dekonstruktion von essentiellen Elementen der Malerei einige Schritte weiter. Hierzu verbindet Esparza seine eigene mexikanisch-amerikanische Herkunft und die minimalistische Praxis auf neue Art und Weise.
Mit dem Sarape als Ausgangspunkt der stereotypen Darstellung der mexikanischen Kultur gelingt ihm die Transformation in ein Werk, das die kunsthistorische und kulturelle Tradition sowohl herausfordert als auch spiegelt.

Mit Mid-Century Cultural Content erweitert der Künstler seine Inspirationsquellen um direkte Bezüge auf die Architektur um die Mitte des 20. Jahrhunderts. Die flachen Ebenen und Zwischenetagen dieser Bauten sowie deren Auseinandersetzung mit der Umgebung beeinflussen Esparza, obgleich sein Werk immer schon architektonische Elemente beinhaltete. Die von den Fäden gebildeten Linien in seinen Wandarbeiten umreißen sowohl Volumen als auch Form. Überhöhte Ein- und Zweipunkt Perspektiven schaffen Strukturen, die einen illusionistischen Raum suggerieren, während isometrische Methoden des Gestaltens die konzeptuellen Strukturen in seinen Arbeiten prägen.

Mit dieser Faszination für den geometrischem Idealismus sowie dem Verweisen auf klare, leere und futuristische Räume dringt Esparza in die Welt der modernen Architektur um die Mitte des vergangenen Jahrhunderts ein. Seine Arbeiten lassen jedoch keine dezidierte Struktur oder einen spezifischen Architekten jener Zeit erkennen. In den letzten Jahren haben Esparzas Werke durch die Verwendung von hölzernen Grundelementen und einer wachsenden Räumlichkeit eine offensichtlichere architektonische Qualität angenommen.
Die Arbeiten beginnen weniger an westliche Landschaften zu erinnern und mehr wie futuristische, urbane Panoramen auszusehen, die häufig frei nach Postkarten von Städten entstanden sind, die Esparza auf seinen Reisen gesammelt hat. Diese Bilder ergänzt er durch die Google-Suche nach modernen architektonischen Strukturen aus aller Welt. Der Künstler
vergleicht diese Methoden mit Formen der Migration im 21. Jhd., bei der sowohl der Erfolg als auch das Versagen der Moderne zunehmend von einer globalen Öffentlichkeit in der realen wie auch virtuellen Welt erlebt wird.


Verfasst von Kerry Doyle, Oktober 2014.

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