An Energy Figure Created in Photoshop Ausstellung Leipzig
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Ausstellung: 14.01.2017 - 25.02.2017

Künstler: Jakub Matuška aka Masker

Veranstalter & Ort:
Galerie Dukan Leipzig
04179 Leipzig
Spinnereistraße 7, Halle 18. l.

JAKUB MATUŠKA AKA MASKER (*1981)
An Energy Figure Created in Photoshop
kuratiert von Michal Nanoru
Galerie Dukan, Leipzig
14. Januar - 25. Februar 2017
Vernissage : 14. Januar 2017 - Winter Spinnerei Rundgang

Mit Freuden präsentiert die Galerie Dukan Leipzig die neue Ausstellung von Jakub Matuška aka Masker „An Energy Figure Created in Photoshop“, kuratiert von Michal Nanoru.
Jakub Matuška aka Masker (*1981) ist einer der führenden tschechischen Künstler der jüngeren Generation, der mit Graffitikunst und Street Art seinen Werdegang begann und sich heute vor allem auf Gemälde und Zeichnungen konzentriert. Darüber hinaus fertigt er gelegentlich Skulpturen an und arbeitet mit Videoinstallationen und Aktionen im öffentlichen Raum. Während seines Studiums unter Vladimír Skrepl und Jiří Kovanda an der Akademie der Bildenden Künste in Prag hielt er sich auch an der Cooper Union in New York und der Middlesex University in London auf. Im Jahr 2010 war er unter den Finalisten des hochangesehenen tschechischen Jindřich Chalupecký Preises für junge Künstler. 2011 gewann er den 333 Award der Nationalgalerie in Prag. Seit 2013 verbindet er seine jungen- haften, komischen, ironischen und poetischen Reflexionen über das städtische Leben mit dem Erkunden seiner Erfahrung einer spirituellen Krise. Gleichzeitig ist er sich der jüngs- ten radikalen Veränderung der westlichen Gesellschaften bewusst. „Wie Eulenspiegel, ein Komiker und Gauner, von der Straße erzogen und mit einem Kauz, einem Spiegel und einer Spraydose ausgestattet, dreht Masker Situationen, Sätze und Zustände gegen sie“, schrieb 2008 Mladá Fronta Dnes, die tschechische Tageszeitung. Matuška lebt und arbeitet in Prag und wird vertreten durch Galerien in Prag, Paris und London.

„Ideal wäre es, wenn man zeichnen könnte, wie alles in dieser Sphäre des Universums geschaffen wird... Wenn man malen könnte, wie die Energie fließt und wie verschieden Dinge aus einem anderen Blickwinkel gesehen werden können. In der Physik sagen sie, dass Kleinstteilchen nur in dem Moment auftauchen, oder ihr Gewicht, ihre Position und Ladung erreichen, wenn man anfängt, sie zu beobachten. Im Mikrokosmos definiert die Gegenwart, oder die Zukunft, die Vergangenheit,“, sagt Matuška und bezieht sich dabei auf seine neueste Serie von Gemälden zu genau solchen Teilchen. In diesen Arbeiten, alle von ihnen wurden 2016 fertiggestellt, erkundet der Künstler die Verbindung des fast uni- versalen visuellen Symbolismus der Spiritualität mit dem Dialog zwischen den neuesten Technologien und den eher traditionellen Methoden des Malens. In dem Bestreben, „die Welt der feinen Materie“ darzustellen, nutzt die Ausstellung eine Reihe von akademischen Disziplinen, unter anderem die Theologie, vergleichende Religionswissenschaften und Psychoanalyse, um verschiedene religiöse Ikonographien und die rituellen, symbolischen und philosophischen Wurzeln der Kunst frei zu interpretieren. Matuška zieht viel aus der Geschichte der Bildproduktion, aus gemäßigten und utilitaristisch andächtigen Bildern und graphischen Darstellungen. Diese helfen, die Ideen intellektueller Führer von Verrocchios und Leonardos „Die Taufe Christi”, bis zu De Chiricos metaphysischer Kunst an verschiedene Straßen- und Animationskünstler heranzutragen. Seine cartoonhaften Figuren nehmen die Visualisierungen des tantrischen Flusses der Lebenskraft, die goldenen Glorienscheine der Heiligen und die physischen Körper, die aus drei oder vier nicht-physischen Körpern beste- hen, mit dem Ziel auf, die widersprüchlichen Zustände von gelebter Realität und moderner Spiritualität zu überwinden. Matuška behandelt so die scharfsinnig beobachtete Thematik mit seinem gewohnten Witz, visuellen und verbalen Wortspielen und genereller Leichtig- keit. Ein Gemälde, das mehr als alle anderen einem Geist des Todes mit erhobenen Händen ähnelt, heißt „Nordic Walking“.

„Beim Meditieren stellen sich Buddhisten einen Ball vor, der die Farben des Regenbogens und einen Buchstaben enthält. Ein geistig verwirklichtes Wesen, Padmasambhava, der zweite Buddha, sitzt in diesem Regenbogenball, der Thigle genannt wird, mit dem tibetis- chen Buchstaben ‚A’ darin. Es ist ein weißes Licht, das sich zunächst in ein Farbspektrum aufteilte und danach die Welt hervorgebracht hat. ‚A’, der erste Buchstabe des tibetischen Alphabets, steht mehr oder weniger für das, was auch der Satz ‚Und im Anfang war das Wort’ im Christentum aussagt. Jede dieser Erscheinungen zeigt, dass es am Anfang eine Idee oder ein Wort gab, das Licht hervorbrachte, das sich dann brach und Farben schuf, dann Energien, dann die Elemente und alles andere bis zu den Teilchen und Molekülen. Solch ein System ist in den meisten Lehren gänzlich und unmissverständlich festgelegt und wenn man sich christliche Kunst ansieht, wird man ähnliche ästhetische Prinzipien finden. Aber ich war daran interessiert, es ein bisschen naiv anzugehen, oder es mit einem Hinein- greifen in das heutige alltägliche Leben, wo eine alte Frau mit einer Tasche eine Kreuzung überquert, zu verbinden. Wenn man auf die Straßen schaut, können diese Dinge aus unse- rem Leben in den westlichen, technologisch fortschrittlichen und weltlichen Städten ent- fernt scheinen. Und ich bin daran interessiert, das alles irgendwie miteinander zu vereinen, ohne es allzu offensichtlich zu machen“ erklärt Matuška.

Für den Künstler bedeutet das eine entspanntere Phase nach einer lebensverändernden, spirituellen Erfahrung, gefolgt von rauschartiger Arbeit an hochambitionierten, komplexen Projekten, die verschiedene Medien mit idiosynkratischen Denksystemen verbanden („Let Me Tell You Why My Head Is Swelling”, 2013; „The Red Gentleman Leaves on the Water and the Devil Wears Paddles“, 2015). Im Fall von „An Energy Figure Created in Photoshop“ führte dies zu einer formalen Klärung und einem verhalteneren Ausdruck einfacheren Aus- maßes, manches Mal bis hin zu einem Punkt der Abstraktion, etwas Neuem in Matuškas Werken. Während sich in den letzten Jahren die Nachforschungen auf die inneren Kämpfe des Künstlers und auf die Fragen nach der menschlichen Verfassung fokussierten, werden die Probleme jetzt, auch mit dem Ziel vor Augen, die göttliche Einheit darzustellen, viel- mehr zu einer formalen Frage des Künstlers, realisiert in fragmentarischen, isolierten Mo- menten. So ist die Ausstellung auch eine Untersuchung der gespannten Beziehung zwis- chen den Sprachen den digitalen und analogen Welten. Der Gebrauch von Software, mit der nach neuen Farben, Kompositionen oder Ausdrücken gesucht werden kann, erweitert die visuellen Möglichkeiten des Künstlers radikal, während sie ihm gleichzeitig Grenzen setzt. Die Herausforderung ist das Übersetzen der digitalen Skizzen, die oft nachgebildete Ausschnitte vorangegangener Arbeiten sind, in fesselnde Gemälde (was in vielen Stunden, in denen Material auf Leinwand gelegt wird, geschieht, entgegen des Blickes auf einen Bildschirm oder des Druckens von flachen, farbigen Punkten), insbesondere, wenn es um Licht, Kontrast und Struktur geht, wo mehr oder weniger traditionelle Techniken von Pin- seln oder Zerstäubern (Spraydosen, Airbrush) benutzt werden.
Text verfasst von Michal Nanoru, Oktober 2016

Michal Nanoru ist ein Schriftsteller, Herausgeber und Kurator. Er war Mitverfasser der Bücher „Here Be Dogs” (2010), über visuelle Kultur der tschechischen Indie-Szene, und „We Saw Up A Cutting Board” (2013), eine fotografische Geschichte des tschechischen Skateboarding vor der Samtenen Revolution 1989. Seine Ausstellungsprojekte beinhalten unter anderem einen umfangreichen Überblick über den Einfluss von Momentaufnahmen auf Künstler, die mit Fotografie arbeiten Only The Good Ones: The Snapshot Aesthetic Revisited (Galerie Rudolfinum, Prag, 2014) und erst vor Kurzem Taryn Simon: „A Soldier Is Taught To Bayonet The Enemy” und „Not Some Undefined Abstraction” (Galerie Ru- dolfinum, Prag; Albertinum, Dresden, beide 2016), die größte Show des Künstlers bisher. Nanoru arbeitet seit 2006 mit Masker für Ausstellungen und Publikationen zusammen.

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